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Gender Forschung – Frauen (und Männer) und Design

Uta Brandes hat die Professur für Gender und Design an der KISD inne und befasst sich mit der Geschlechterforschung im Design. Wir haben sie zum Interview über dieses recht junge Design-Forschungsgebiet gebeten.

Wie sind sie Professorin im Bereich Gender Design geworden und warum gibt es diesen Bereich noch so selten an (Design-) Hochschulen?

1. Die NRW-Wissenschaftsministerin Anke Brunn hatte in den 1990er Jahren ein Programm aufgelegt, um den Frauenanteil an Professuren zu erhöhen: Jede in NRW ansässige Hochschule und jedes Fach konnten sich um eine zusätzliche Professur bewerben – allerdings musste die Professur – egal, in welchem Fach – einen Genderbezug haben. Die Köln International School of Design /KISD bewarb sich – und schwupps, wurde ihnen eine Professur zu »Gender & Design« zugesprochen! Dann gab es das übliche Ausschreibungsverfahren, ich bewarb mich und wurde berufen. (Mir fällt gerade ein: das war 1995: so lange bin ich schon an der KISD – und es macht mir immer noch Spaß:)

2. Das frage ich mich auch. Meines Wissens gibt es immer noch keine Professuren im Design, die ausdrücklich diesem Thema gewidmet sind bzw. in der Stellenbeschreibung »Gender« explizit genannt werden. – Allerdings gibt es mittlerweile schon einige (wenige) Designprofessorinnen, die Gender in ihre Lehr- und Forschungstätigkeit einbringen: z. B. an der UdK in Berlin Professorin Dr’in Gesche Joost (die hat jedoch an der KISD und u.a. bei mir studiert.)

Meine Erklärungen für diesen Umstand mangelnder Thematisierung von Gender im Design: Die DesignerInnen in und außerhalb der Hochschule sind einerseits teilweise noch von funktionalistischen Ideen geprägt: dass Design sozial und funktional sein müsse und dieses überhaupt nichts mit Geschlecht zu tun habe – gutes Design sei eben für alle gut und selbstverständlich geschlechtsneutral. Das ist aber schlicht falsch, outdated und ideologisch.

Des Weiteren: Bei einer jüngeren Generation von (nicht nur) Designerinnen sind aus Unwissenheit Gender-Fragen negativ belegt: Offenbar stellt sich da das Klischee von verbitterten, ungeschminkten Feministinnen ein – was Quatsch ist. Denn intereressanterweise sind es häufig sogar eher junge Frauen (und nicht Männer), die auf das Thema – zumindest zu Anfang – skeptisch reagieren: Ich denke, sie haben vielleicht gerade im Design Sorge, dass sie, wenn sie doch nun in männlich geprägten Feldern (Produkt-, Interface-Design etc.) »wildern« und reüssieren wollen, zurückgeworfen würden auf eine »Frauen-Nische«. – Sie vergessen dabei klarerweise, dass »Gender« alle Geschlechter meint, also kein Frauenthema ist.

Warum ist die Reflexion von Gender wichtig für die Gestaltung?

Weil wir alle immer und überall auf der Welt vergeschlechtlicht sind und, meistens unbewusst, in Geschlechterkategorien denken und handeln. Selbstverständlich sind Erfahrungen und gesellschaftliche Prozesse unausweichlich von »Gender« geprägt – und wir verhalten uns dementsprechend. Die Gesellschaft gibt einerseits vor, was als »männlich oder weiblich« konstruiert ist, und wir verhalten uns nach diesen Ritualen und Normen. Denn selbst, wenn wir eine stereotype Rolle ablehnen und uns bewusst entgegen dieser verhalten, reagieren wir damit immer noch auf die gesellschaftlichen Geschlechtervorstellungen. – Da können auch Designerinnen und Designer nicht »aus ihrer Haut«. (Meine) Studien zeigen, dass Designprofis auch unbewusst ihr »Geschlecht« in ihrem Design transportieren. Da ist es allemal besser, sich dieser »Genderisation« bewusst zu sein: dann können wir damit wissentlich und absichtsvoll umgehen.

Wie viele geschlechtliche Klischees stecken auch heute noch im Design von Alltagsprodukten?

Oh, immer noch erstaunlich viele. Zum einen sind da die Produkte und Kommunikationsstrategien (Werbung), die Zielgruppen intentional qua Geschlecht ansprechen; das gilt besonders für Trendsegmente: Mode, Kosmetik, Autos, Sport.

Zum anderen aber, wie bereits erwähnt, existieren noch ärgerlich viele Designs, die sozusagen aus Versehen zutiefst konventionelle Geschlechter-Klischees bedienen: Küchen wenden sich immer noch an Frauen (auch wenn vielleicht das Frauenbild sich eigentlich durchaus verändert hat) – und dann gibt es wenige (teure), die explizit den angeblich männlichen Wünschen entgegenkommen: da gibt es dann eine »Werkbank« von bulthaup oder die Küche von Porsche-Design, die auch eher so aussieht wie ein Sportwagen…

Ist geschlechtlich reflektiertes Design automatisch auch politisches Design?

In gewisser Weise ja. Denn dadurch werden ja Zumutungen und Rollen von Frauen und Männern reflektiert, kritisiert, in Frage gestellt. Das sind ja eminent wichtige gesellschaftliche Dimensionen. Wenn die Gestaltung von Produkten, Zeichen, Dienstleistungen gendersensibel (wie ich es nennen würde) wäre, dann würden sich ja auch Verhaltens- und Umgangsweisen von Nutzerinnen und Nutzern ändern; das wiederum würde auch ihre Einstellungen langfristig tangieren/verändern.

Können Sie ein konkretes Produkt nennen, an dem der Gender Aspekt intelligent berücksichtigt wurde? Oder eines, wo dies offensichtlich nicht geschah?

Intelligent, weil gendersensibel (und ich werde von diesem Unternehmen NICHT bezahlt!): Die gesamte Produktpalette von Apple; und zwar von Anfang an.

Und wo es nicht intelligent berücksichtigt bzw. geschlechterstereotyp behandelt wurde: leider fast alle Produkte, insbesondere Werkzeuge, Autos, Spielzeug … aber noch viele mehr.

In einem Ihrer letzten Forschungsprojekte »Frauenzimmer« untersuchten Sie die Erwartungen, die Frauen an ein Hotelzimmer stellen. In wie fern unterscheiden sich hier die Erwartungen von Frauen von denen von Männern?

Kurz gesagt: Männer haben 3 Wünsche an ein Hotelzimmer: Kostenloses W-LAN, harte Matratze, kräftige Dusche. Frauen: im Schnitt 40 Kritikpunkte bzw. Wünsche, die sich nicht nur auf Produkte erstrecken, sondern noch viel mehr auf Atmosphäre, vertrauensvollen Service, sich sicher fühlen zu können. Wir haben die Frauenwünsche unter den »3 S« zusammengefasst: Sinnlichkeit, Sozialität, Sicherheit. (Das ist den meisten Männern ziemlich egal.)

Eine provokante Frage: Wer sind die besseren Designer, Frauen oder Männer? Und auch diese Frage sei erlaubt: Was ist Ihre Meinung zur Frauenquote?

Ich habe gerade – gemeinsam mit meinem Kollegen Michael Erlhoff und KISD-Studierenden – ein Buch abgeschlossen: »My Desk is my Castle« – wir haben in allen 5 Kontinenten Schreibtische in Büros daraufhin untersucht, fotografiert und ausgewertet, was die Menschen alles auf dem Schreibtisch ausstellen, das nicht zur Arbeitserledigung erforderlich ist – und wir haben überall auf der Welt gewaltige Unterschiede zwischen »männlichen« und »weiblichen« Schreibtischen gefunden. (Das Buch erscheint im Oktober auf Englisch im Birkhäuser Verlag).

Bessere DesignerIinnen: Nach meiner Einschätzung haben sie, verallgemeinert, unterschiedliche Qualitäten (und Defizite): Frauen sind in ihrer Herangehensweise häufig verantwortlicher, präziser, bedenken immer auch das Drumherum und ggf. die Nachhaltigkeit mit; dafür aber sind sie risikoscheuer, wagen oft nicht den großen Wurf, ohne an die Konsequenzen zu denken. Männer dagegen sind viel experimenteller, zum Teil damit origineller, aber auch weniger reflektiert und weniger verantwortlich. (Dies ist eine sehr grobe Unterscheidung.)

Frauenquote: Obwohl viele Menschen (auch viele Frauen) dagegen sind: Ich bin dafür. Wenn es denn per Einsicht, unternehmerischer Selbstverpflichtung und mit der Etablierung von Gleichstellungsbeauftragten in 40 Jahren nicht nennenswert funktioniert hat, dann hilft nur noch die rigorose Verordnung. – Und wie es einst die in Deutschland erste Vizepräsidentin einer Universität (Heide Pfarr) so plakativ formuliert: »Ich lebe lieber gut bezahlt mit dem Verdacht, ich sei eine Alibifrau, als dass ich einfach eine Frau bin – aber arbeitslos.«

Das Interview führten Nadine Roßa & Dominique Esser.

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