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Christoph Niemann Live Sketching Marathon

Anfang November beobachtete ich per Twitter einen ganz besonderen »Follow-Sunday«. Christoph Niemann – deutscher Illustrator, z.B. für die New York Times, den wir euch in Dmig7 bereits vorgestellt haben – kündigte wenige Tage zuvor an, dass er nicht nur den New York-Marathon mitlaufen würde. Nein, er verkündete den Marathon als Läufer (!) grafisch zu dokumentieren.

Als großer Niemann-Fan wurde ich an dieser Stelle hellhörig. Nicht, dass ein Marathon an sich schon Herausforderung genug wäre, aber während des Marathons auch noch zu zeichnen und LIVE zu twittern? Mit Farbzeichnungen? Doppel-Respekt!

Christoph Niemann tat genau das und begann gegen 5 Uhr Ortszeit (und damit für deutsche Follower eine sehr freundliche Zeit) seinen Tag zu dokumentieren.

Man könnte meinen, dass nur erfahrene Läufer eine solche Aufgabe angehen, Niemann allerdings hat keine jahrelange Marathon-Erfahrung. Er lief lediglich den Berlin Marathon einen Monat vorher, um all seine olympischen Ambitionen bereits dort abzuhandeln und in New York den kreativen Teil anzugehen. Um sich während des Laufs in Ruhe seinen Zeichnungen widmen zu können, stattete er sich sicherheitshalber mit einem »Go slow, artist at work«-Schild aus. Gefragt, wie man auf so eine Idee kommt, antwortet Niemann: »Mir gingen ein bisschen die persönlichen Geschichten für meinen Blog aus. Mein Leben ist irgendwie nicht so interessant.«

Solch ein künstlerisches und sportliches Abenteuer bedarf natürlich einiger logistischer Vorbereitungen, die man als Follower gar nicht nachvollziehen konnte. Denn irgendwo muss Zeichenmaterial und Telefon ja verstaut sein. Dafür hat er einen Rucksack zweckentfremdet, mit zwei Zeichenblöcken, 12 Farbstiften, Bleistift, Anspitzer und zwei iPhones befüllt.

Quelle: NewYorkology

Soweit so gut, könnte man meinen. Allerdings gab es dann trotz Vorbereitung doch ein paar unvorhergesehene Probleme. So erlaubt Twitter z.B. nur eine eine gewisse Anzahl an Foto-Tweets pro Tag, so dass Niemann zwischendurch neben seinem @abstractsunday-Account auch noch einen @abstractsunday1 Account eröffnen musste um weiter zu machen. Zum Glück bekam er hier Hilfe von Greg Veis, seinem Editor bei der New York Times, der während der ganzen Zeit dafür sorgte, dass alles reibungslos funktionierte.

Das Ergebnis: 46 Zeichnungen am Ende des Tages, die ihr euch in seinem New York Times-Blog anschauen könnt: niemann.blogs.nytimes.com

Good morning.

Mile 3.2: Getting thirsty.

Mile 8.3: Interacting with the crowd.

Mile 16.3: Incredible crowd on 1 ave. Hope I am not going to John Boehner all the way to the park.

Mile 23.8: Hallucinating.