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Fragen an Illustratoren: Sabrina Müller

Wie war dein Einstieg in die Branche und was war dein erster Job?

An der Uni wurde mir von jemandem gesagt: »Illustration? – Das schaffen nur die Allerwenigsten.« Das hat mich eher angespornt als entmutigt und seither weiß ich, dass solche Ratschläge Unsinn sind. Erfahrungen sind nicht übertragbar und jeder muss seinen Weg selber finden. Vielleicht manchmal über Umwege, manchmal mit Durchhalten und Glück.

Mein erster Job während des Studiums war ein Buchcover, das wurde sofort als Eintritt in meine »Erwerbstätigkeit« gefeiert. Allerdings hat es dann doch noch bis nach dem Studium gedauert, bis ich alle Studenten-, Aushilfs- und Nebenjobs kündigen konnte.

Arbeitest du hauptsächlich als Illustrator oder hast du noch andere Schwerpunkte und falls ja, welche?

Ich arbeite ausschließlich als Illustratorin, weil es mir einfach am meisten Spaß macht.

Auf welchen Themenbereich hast du dich spezialisiert? Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Mit welchen Techniken arbeitest du?

Grundsätzlich ist für mich nicht wichtig, um welches Thema es sich handelt, sondern ob der Kunde sich meine Arbeiten dafür vorstellen kann. Meine Arbeiten sind gefühlvoll und vermitteln eine Stimmung oder sind eine Metapher; das funktioniert natürlich am besten, wenn das Thema so eine Bearbeitung zulässt.

Seit dem Studium arbeite ich mit verschiedenen druckgrafischen Techniken. Ich mag die Ästhetik, die Handarbeit. Ich probiere immer wieder kleine Druckserien mit verschiedenen Techniken aus. Oft sieht man meinen Arbeiten das an, es gibt Hintergründe mit Farbklecksen und Farbspuren, ich arbeite mit Ebenen, aber auch mit Linienzeichnungen und Aquarell.

Digital oder Analog?

Mit beidem, allerdings ist der Ursprung meist analog.

Gibt es ein Objekt, ein Thema, das für dich besonders schwer zu zeichnen ist?

Wenn ich für mich selbst etwas zeichne, z.B. für kleine Postkarten oder so, dann fällt mir die Auswahl immer sehr schwer. Da muss immer ein Testpublikum abstimmen.

Wie ist dein Arbeitsprozess für eine Illustration?
Ich suche mir Objekte, die im Bild vorkommen sollen oder Details, die ich verwenden will. Das können bestimmte Farben sein oder ein bestimmter Hintergrund oder eine Stimmung. Oft lasse ich Bilder auch mal mehrere Tage liegen, um dann die richtige Komposition zu finden. Manchmal braucht ein Bild Zeit, um zu wachsen.
Was passiert, wenn einem Kunden deine Illustration überhaupt nicht gefällt?

Das ist noch nie passiert. Ich stimme mich zu Beginn der Arbeit mit dem Kunden ab, in welche Richtung die Ausführung gehen soll. Falls aber Teile dann nicht funktionieren, arbeite ich natürlich daran weiter und wir besprechen uns, welche Veränderungen sein müssen. Manchmal ist das Bild sofort fertig, manchmal ist es ein Prozess.

Welche Tipps kannst du jemandem geben der Illustrator werden möchte?

Machen, machen, machen. Und nicht zu schnell aufgeben oder entmutigen lassen. Jeder hat seinen Weg und seine Zeit, jeder ist anders.

Wie gewinnt man als Illustrator Kunden?

Ich suche mir Kunden, deren Arbeit mir gefällt und frage, ob sie Lust haben mit mir zu arbeiten.

Wie siehst du den Stand der Illustration in Deutschland?

Ich finde es toll, dass immer mehr Illustrationen benutzt werden und oft sehr selbstbewusst und eigenständig eingesetzt werden. In anderen Ländern funktioniert das schon länger.

Wo ist für dich der Unterschied zwischen Kunst und Illustration?

Prinzipiell kann für mich eine Illustration Kunst sein und Kunst eine Illustration, kunstgeschichtlich vermischen sich die Sparten ja auch. Ich denke da nicht in Schubladen, mich interessiert an Bildern im Allgemeinen, ob sie mir etwas erzählen, ob sie etwas in mir auslösen.

Sabrina Müller
http://www.sabrinamueller.com

Interviewserie mit Fragen von Nadine Roßa und Patrick Marc Sommer

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