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Warum Bücher immer zusammenbinden? Warum nicht mal die einzelnen Kapitel eines Romans durcheinanderlesen? Liegt das nicht viel näher an unserer heutigen Wahrnehmung der Welt?
Wir sind eine kleine, Anfang 2012 gegründete Verlagsunternehmung aus Leipzig und haben uns für unser Debüt etwas ganz Besonderes ausgesucht: Francis Neniks Roman “XO”. Das Besondere: Das Buch ist nicht gebunden. Seine 853 Seiten liegen in Form von 427 Blättern in einer eigens für dieses Werk angefertigten, siebgedruckten Kartonage. Die einzelnen Blätter werden dabei durch eine weinrote Banderole zusammengehalten. Gedruckt wurde das Buch auf einem hochwertigen Munken Print Cream Papier.
Für die Typografie konnten wir Katja Eichfeld gewinnen, die dem Text eine klassische Note gegeben hat, die an ausgesuchten Stellen aber aufgelöst, in Frage gestellt und gebrochen wird – sei es durch wuchernde Marginalien, zweispaltig gesetzte Handlungen, Fußnoten, Fußnoten in Fußnoten, geschwärzte bzw. durchgestrichene Textstellen oder die Kapitelüberschriften, für die der Echolot-Font von Peter Hoffmann Verwendung gefunden hat.
Neben der gedruckten Version, die über den Webshop des Verlags bezogen werden kann, gibt es auch eine digitale Version des Buches, die wir mit einer Creative Commons Lizenz ausgestattet haben. Der komplette Roman kann somit kostenlos gelesen, heruntergeladen und weiterverbreitet werden. Und für alle, die es nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Netz ein wenig “chaotischer” mögen, haben wir eine spezielle Version gebastelt, die es erlaubt, den Roman auch online durcheinanderzulesen.
Dass das Buch nicht nur hinsichtlich seines Designs, sondern auch literarisch außergewöhnlich ist, davon zeugen die vielen positiven Besprechungen. Zeit-Online etwa nannte das Buch „sprachgewaltig“, und Deutschlandradio-Kultur sprach von einem „Roman wie eine Wundertüte“. Aber am besten, ihr schaut und lest selbst.
Ed[ition].Cetera
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