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	<title>Design made in Germany &#187; 6</title>
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	<description>Design aus Deutschland</description>
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		<title>Robert Pirsig, Pommes und andere Geschmackssachen</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 12:46:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<p>Wenn es um eine Annäherung an den Begriff Qualtität geht: Einfach den Designer seines Vertrauens fragen! Das ist leicht gesagt, die Fragen schnell formuliert und glücklich wer Antworten bekommt, die nicht in mundgerechten Häppchen serviert werden, sondern wie eine Kombination aus shiny Austern mit Pommes Rot-Weiß daherkommen. In diesem Fall sind wir die Glücklichen.<br />
Professor Sascha Lobe ist Kommunikationsdesigner und Gründer des Designbüros L2M3. Seit 2009 lehrt er an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach Typografie. Obwohl die Designprojekte aus dem Hause L2M3 beispielhaft für hochwertige Qualität  sind, tut sich der Grafiker mit der überstrapazierten Worthülse schwer. Eine ganz persönliche Sichtweise dominiert seine Antworten und macht das Interview mit Sascha Lobe über einen Begriff, der oft nur noch ein Gähnen provoziert, vielleicht erst richtig interessant. </p>
<p><strong>Interview mit Sascha Lobe von <a href="http://www.l2m3.com/">L2M3</a></strong></p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/100bp_01.jpg"></p>
<h4>Ich hätte gern auf eurer Webseite unter den Projektbeschreibungen nach dem Wort »Qualität« gesucht. Gäbe es eine Textsuche, wäre ich fündig geworden?</h4>
<p>Der Begriff »Qualität« ist eine meiner Hasslieben, wobei er auf meiner persönlichen Skala immer weiter fällt – zu überstrapaziert, wie »Authentizität« und »Identität« oder »Nachhaltigkeit«. Der Begriff  »Qualität« pendelt ja zwischen den Bedeutungen »Eigenschaften« und »Hochwertigkeit« – je nachdem, ob ich ihn neutral oder wertend einsetze. </p>
<p>Neutral verwendet wird er für mich interessant: die eigentliche »Qualität« eines Projektes ist für mich die Frage, ob genügend spezifische Eigenschaften vorhanden sind, die für Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit sorgen. Irgendeine Ecke oder Besonderheit die für inhaltlichen, kommunikativen oder visuellen »Grip« sorgt, an der sich die Sinne reizen und vielleicht sogar schulen können. »Qualität« ist heute leider meist ein Begriff für Mainstream auf den sich alle verständigen können – als eine Orientierungshilfe, die Sicherheit suggeriert.</p>
<p>»Qualität« ist insofern die Absprache einer Gruppe von Menschen über Werte, bezogen auf eine Sache. Was dort vereinbart wird ist aber in vielen Fällen austauschbar. In Bezug auf unsere Grundbedürfnisse sprechen wir eigentlich sehr selten über Qualität, meist wird der Begriff zur Kennzeichnung von Sublimierung verwendet. Er beschreibt nicht die Notwendigkeiten, sondern die Veredelungen und das ist im Grunde falsch. </p>
<p>Zudem bin ich »Romantiker«, zumindest im Sinne von Robert M. Pirsig und seinem Buch »Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten« und somit der Meinung, dass Qualität im metaphysischen Sinne nie vollständig zu erfassen ist, da sie ein Ereignis darstellt, dass sich im Zusammenspiel von Subjekt und Objekt einstellt. »Qualität« lässt sich somit im naturwissenschaftlichen Sinne nicht objektiv messen, dies gilt insbesondere für Design, Kommunikation, Sinneseindrücke und so weiter.</p>
<h4>In der Tat wollte ich darauf hinaus, wie du den Begriff einordnest, definierst und welche Bedeutung er als Beurteilungsparameter für dich und insbesondere deine Tätigkeit hat.<br />
Wenn sich Qualität nicht objektiv messen, also auch nicht auf eine Definition festlegen lässt, wie ließe sie sich – und ich gehe hier auf »Qualität als Ereignis« ein – erhalten oder gar verbessern? Welche Rolle spielt Dynamik dabei?</h4>
<p>Ich finde gar nicht, dass es so sehr darum geht, ob sich objektive Kriterien finden lassen. Einen Grundpegel dafür können wir im konkreten Fall sicher leicht gemeinsam definieren, was »gute« Luft zum Atmen ist zum Beispiel. Schwieriger wird es, sich einig zu werden welcher Parfümduft denn jetzt mehr Qualität hat. Der süße schwere oder der zitronig- frische leichte – Geschmackssache, werden viele sagen. In Jedem lässt sich mit Sicherheit ein Gutes und ein Schlechtes finden. Wenn wir uns lange genug Zeit nehmen, werden wir uns tendenziell vielleicht sogar einig werden aber nie ist Qualität eine Eigenschaft die ins ein Objekt eingeschrieben ist und dort allein vor sich hin existiert, sondern Qualität entsteht immer erst im Dialog Subjekt-Objekt. Im Moment der Wahrnehmung sozusagen, »dynamisch« wenn Du willst.</p>
<h4>Welche Aspekte an einem Konsumgut lassen dich auf seine hochwertige Qualität schließen? </h4>
<p>Du meinst, ob es lange hält oder gut funktioniert oder so was?<br />
Oder eine shiny Oberfläche hat? </p>
<p>Es gibt für mich vier Annäherungen:<br />
Ist es gut gedacht?<br />
Ist es technisch gut produziert?<br />
Ist es in der Lage mich emotional anzusprechen?<br />
Und 4. – gilt nicht immer – hält es die Zeit die es verspricht? </p>
<h4>In welchen Konsumgüterbereichen legst du besonders viel Wert auf hohe Produktqualität? </h4>
<p>Eigentlich in allen, aber es gibt sicher in jedem Leben Füllmaterial, das seine Qualtiät darin hat, die wirklich guten Dinge besser aussehen zu lassen. Und wie gesagt, die »Qualität« eines Dings (im Sinne von Eigenschaft), kann ja durchaus auch mal der Kontrast zum Üblichen sein.</p>
<h4>Kannst du bitte näher erläutern was du mit »Füllmaterial« meinst und wenigstens ein konkretes Beispiel für letzteres, den erwähnten »Kontrast zum Üblichen«, nennen?</h4>
<p>»Füllmaterial«: die tolle Gänseleber (sorry!) die ich immer aus dem Elsass mitbringe, schmeckt mir auf Weißbrot einfach besser als pur gelöffelt. Ist natürlich dem Weißbrot gegenüber unfair, da gibt es auch gutes und schlechtes. Anderes Beispiel, nur umgekehrt – nicht Füllmaterial, sondern sozusagen Lücke: den prima Anselm Adams Landschaftsfotos tut ein großes Passepartout gut. Sieht einfach besser aus, sie können atmen, obwohl ganz sicher das Foto mehr Qualität hat als die weiße Fläche.</p>
<p>Kontrast zum Üblichen: Austern mit Pommes, Jeans am Wochenende nach einer Woche Anzug, &#8230;</p>
<h4>Gibt oder gab es Dinge die du trotz ihrer offensichtlich minderwertigen Qualität kaufst, interessant findest oder sogar schätzt? </h4>
<p>Ja klar, das Leben besteht nicht nur aus High, sondern auch aus Low. Das macht es spannend. Ich finde z.B. die Bildzeitung super, weil sie mir viel über unsere Welt erzählt, wo gerade die gesellschaftlichen Interessen sind, was die Leute tun und denken usw. – also sozusagen Zeitungslesen als Sozialstudie. Erkenntnisgewinn über ein offensichtlich am unteren Level orientierten aber professionell gemachten Medium. </p>
<h4>Ich kenne, außer dem Amsterdamer Hans Brinker Budget Hotel, kein Produkt welches so offensiv seine miese Qualität hinsichtlich Komfort bewirbt und trotzdem oder gerade deshalb ausgebuchte Zimmer und obendrein Kultstatus hat. Ist die Betonung hochwertiger Qualität immer der passende Schlüssel um potentielle Kunden zur Kaufentscheidung zu bewegen? </h4>
<p>Naja, es schon ein Unterschied, ob ein Hotel von vielen gekannt wird oder immer ausgebucht wird. Aber hat das Brinker-Hotel denn überhaupt eine so schlechte Qualität? Keine Ahnung, ich war nie dort. Ich weiß auch nicht, ob man dort schwierig ein Zimmer bekommt. Ich kenne nur die mediale Oberfläche und die sogar nur aus der »Sekundärliteratur«, aus Designmagazinen und -büchern. Was ist Schein und Sein? Es könnte sein, dass es um Wahrnehmung geht, also eine Ressource, an die man schneller kommt, wenn man sich unterscheidet.</p>
<h4>Ist Kommunikationsdesign respektive Werbung dazu in der Lage, aus einem nach üblichen Qualitätsstandards &#8220;schlechten&#8221; Produkt , einen Kassenschlager zu machen? </h4>
<p>Es geht dabei doch selten darum was tatsächlich ist, sondern darum, was die Leute glauben wollen. Diesen Knopf möchten Marketing und Werbung finden. »Haltung« ist ein akademischer Begriff, der in dieser Realität leider keine große Rolle spielt. »Projektion« – das was die Menschen gerne haben oder sein wollen oder in den Dingen sehen wollen – ist viel wichtiger und die kann man mit den richtigen Kniffen sicher erreichen. Aber das ist nicht mein Metier.</p>
<h4>Sind in der Designpraxis Inhalt und Form wirklich so abhängig voneinander, wie es das theoretische Ideal vorgibt und macht die Einhaltung dieser Formel letztendlich den Grad der Qualität einer Designleistung aus? </h4>
<p>Eine gute Frage – sie macht mich etwas ratlos. Wenn dem so wäre, warum inspirieren dann Subkulturen und Eindrücke »von der Straße« so oft? Weil sie »echt« sind?</p>
<h4>Wer sollte deiner Meinung nach über den Qualitätsgrad einer Kommunikationsdesign-Leistung in einer Dienstleister-Auftraggeberbeziehung entscheiden? </h4>
<p>Der, der mehr Ahnung davon hat, was man in dem verhandelten Fall als Qualität bezeichnet.</p>
<h4>Nach welchen Maßstäben bewertest du die Qualität von Kommunikationsdesign? </h4>
<p>Darf ich an dieser Stelle den Telefonjoker einsetzen?<br />
Ich persönlich finde klare Konzepte, die kommunizieren und echt sind wichtig und<br />
natürlich eine handwerklich einwandfreie Umsetzung.<br />
Ach so, und gute Entwürfe sollten nicht nur Antworten, sondern auch Fragen liefern. </p>
<h4>Kann man grafische Qualität überhaupt am darstellenden Medium ausmachen oder ist die Debatte Screen versus Papier von vornherein vielmehr eine kulturelle gewesen und anstatt einer gestalterischen? </h4>
<p>Gestaltung=Kultur. </p>
<p>Im Grunde meines Herzens bin ich Typograf auch wenn ich in vielen anderen Bereichen arbeite, ich bin also Anhänger eine der genialsten Entwicklungen der Menschheit, der Schrift – so wichtig wie die Erfindung des Rads oder die Entwicklung der Mathematik. Das Tolle an der Schrift ist, dass sie nicht abhängig vom Medium ist (solange es ein visuelles bleibt). Die funktioniert immer, in Stein, auf Papyrus, Leder, Holz, Papier oder im Sand.<br />
Zudem sind mir die ganzen Diskussionen, ob man auf Bildschirmen schlechter liest als auf gedrucktem Papier, immer auf die Nerven gegangen: seit zehn, fünfzehn Jahren arbeitet die halbe Menschheit tagsüber am Computer und liest dort alle möglichen Texte problemlos. </p>
<p>Ich glaube die Aufgabe heutiger Kommunikationsdesigner sind formatlose visuelle Systeme, die sich in allen Kontexten etablieren können. Aber natürlich geht es beir der  Umsetzung von Applikationen wie Büchern, Plakaten, Screens, what ever, darum medienspezifische Gestaltungsgesetzmäßigkeiten zu berücksichtigen. </p>
<h4>Der Screen behauptet sich als Darstellungsmedium gegenüber dem Papier immer mehr. Ist diese Entwicklung deiner Meinung nach auf einen Gewöhnungsprozess, die Verbesserung der Displays und des Editorial-Designs für die Bildschirmformate oder sogar auf die Attraktivität bestimmter Ausgabegeräte zurückzuführen?</h4>
<p>Nein, das Praktische gewinnt die Überhand über das Aufwendigere. Screen geht schneller, lässt sich leichter ändern und anpassen und ist sowieso moderner. Aber hat das was mit Qualität zu tun?</p>

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		<title>Die Gestaltung von Handelsmarken</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 10:55:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<h4>Wahrscheinlich ist allen folgende Situation bekannt: der Einkauf im Supermarkt des Vertrauens führt an unzähligen Regalen mit noch unzähligeren Marken vorbei, die sich qualitativ – und das ist dem mündigen Verbraucher natürlich bekannt – oft wenig bis gar nicht unterscheiden. Also trifft man eine Kaufentscheidung, egal ob bewusst oder unbewusst, nach Preis und Gestaltung. Und genau das ist sehr eng aufeinander abgestimmt. Gerade die niedrig-preisigen Handelsmarken scheinen das auch in der Gestaltung widerzuspiegeln.</h4>
<p>Aber so einfach ist es nicht ist, wie uns <a href="http://design.fh-potsdam.de/fachbereich/personen/portrait/beyrow-prof-matthias.html">Matthias Beyrow</a>, Professor für Corporate Design von der FH Potsdam in einem Interview bestätigte. Er hat mit seinem Studenten überlegt, wie man Handelsmarken auch optisch ansprechender gestalten kann und stellt uns diese Ergebnisse vor.</p>
<h4>Im Sortiment vieler Supermarktketten sind Handelsmarken ein wichtiger Bestandteil. Sie tragen einen erheblichen Anteil zum Umsatz bei. Und doch werden sie – zumindest aus gestalterischer Sicht – meist stiefmütterlich behandelt. Warum ist das so?</h4>
<p>Die Produkte der Handelsmarken sind technisch nicht per se »reudiger« verpackt oder unaufwändiger bedruckt als Markenprodukte. Auffällig aber ist, dass für Handelsmarken kaum eine eigenständige Visualität entwickelt wird. Ein Prinzip von Handelsmarken ist, dass sie sich qualitativ an Markenprodukten messen lassen, sie indes als die »günstigere« Alternative positioniert werden. Daher rührt es wohl, dass Handelsmarken die gleichen Gestaltungselemente nutzen, wie es etablierte Markenprodukte tun. Allerdings setzen sie sie handwerklich oft schlechter in Szene. Warum? Aus Angst, »zu teuer« zu wirken? Möglicherweise hält sich der Verdacht, dass günstige Produkte auch preiswert aussehen müssten. Im europäischen Ausland gibt es Beispiele für vorbildliche Handelsmarken: Migros in der Schweiz macht es vor, Coop kann es in Italien sehr gut. Die Botschaft aus diesen Beispielen: Wenn man einmal in ein intelligentes visuelles System investiert, kann über Jahre gutes Verpackungsdesign produziert werden.</p>
<h4>In der Gestaltung sind Verpackungen von Handelsmarken oft sehr minimalistisch angehaucht. Man arbeitet mit viel Freifläche und wenigen Farben. Gibt es so etwas wie ein typisches Gestaltungskonzept für Handelsmarken?</h4>
<p>Sind sie wirklich minimalistisch? Die Handelsmarke »Ja!« war früher minimalistisch: weißer Grund, große Marke in Bauklötzchenblau, kleingesetzte Konkretisierung der Ware, keine Produktfotos, alles schräg. Aber auch »Ja!« hat sich verändert. Inhaltlich verwenden Handelsmarken die gleichen Elemente wie Markenartikler: Branding, Produktbezeichnung nebst Beschreibung, Produktfotos, Bebilderung der Herkunft, Garnierempfehlung, farbverlaufende Hintergründe etc. Sie plappern unablässig um zu beweisen, dass sie »auch gut« sind. Und dafür werden die Regler ganz weit aufgedreht: die Farben übersättigt, alles groß abgebildet und das Label kann man nicht mehr übersehen. Minimalismus gönnt sich im Gegenteil das Premiumsegment. Ein Beispiel: Weihenstephan war – als es noch aus der gleichnamigen Agrarforschungsanstalt kam – ein hochpreisiges Milchproduktesortiment, das nur weiße Typo und sein weißes Wappen auf dunkelblauem Grund zeigte. Keine Kühe, kein Milcherguss, keine Almromantik. Irgendwann kamen die Erdbeerfotos dazu und mittlerweile müllert Weihenstephan ähnlich laut wie der Rest im Kühlregal. Oder nehmen wir Kartoffel-Chips: Die Premiummarken stecken ihre Chips in monochrome, matte Tüten mit ausgefeilter Typografie. Sie kosten den doppelten Preis vergleichbarer Markenprodukte und etwa den dreifachen von Handelsmarken. Reduktion wäre, und da stimme ich Ihnen zu, eine Chance für Handelsmarken gewesen, sich als qualitative Alternative neben den Markenartiklern zu positionieren.</p>
<h4>In Deutschlands Supermärkten waren die »günstigen« Eigenmarken lange Zeit die alleinigen Hausmarken gewesen. Mit der veränderten Einstellung zum Essen gibt es nun auch neue Eigenmarken: von Bio über Fairtrade bis zu eigenen Edelmarken ist alles dabei. Bei denen wird entsprechend viel Wert auf gute Gestaltung gelegt. Ist das nicht ein Widerspruch? Dieses Segment kann doch eigentlich von großen Marken bedient werden?</h4>
<p>Das Paradoxon der Handelsmarken ist, dass sie ursprünglich den Konsumentenwunsch nach Markenverweigerung bedienen, darin aber ihrerseits zur Marke werden. Kaiser’s/Tengelmann führt mit »A&amp;P« und »Starmarke« gleich zwei Handelsmarken für unterschiedliche Preissegmente, daneben aber noch weitere für bestimmte Produktqualitäten. An Ihrer Frage bleibe ich an der Formulierung »Wert auf gute Gestaltung legen« hängen. Handelsmarken sind nicht ungestaltet! Und Premium-Handelsmarken, wie »Starmarke«, sind nicht per se gut gestaltet. Es scheint aber, dass die Gestaltung der Handelsmarken äußerst defensiv betrieben wird: nur nicht »zu« edel, nur nicht »zu« klug, nur nicht »zu« eigen. Als ob sich der Durchschnittsgeschmack aller Käuferschichten in einer Verpackung finden lassen müsste. Daraus resultieren die bekannten Durchschnittsverpackungen im schlimmsten Sinne.</p>
<h4>Sie haben sich mit Ihren Studenten einer dieser Marken angenommen, der Marke A&amp;P – Attraktiv &amp; Preiswert – von Kaisers, die zwar preiswert aber optisch wenig attraktiv ist. Wie lautete die Aufgabenstellung für die Studenten?</h4>
<p>Die Aufgabe war, visuelle Konzepte für eine Handelsmarke im niedrigen oder höheren Preissegment der Kaiser-Tengelmann-Gruppe zu entwickeln. Dabei trainierten meine Studenten das konsequente Deklinieren einer Gestaltungsidee für die ganze Breite der Verpackungstypen: von Tetrapaks über Gläser und Becher bis hin zu Beuteln und Schachteln. Ziel war die Entwicklung von Alternativen zum oben benannten Markendilemma.</p>
<h4>Wurde das Projekt Kaisers jemals vorgestellt und falls ja wie waren die Reaktionen darauf?</h4>
<p>Nein. Es handelte sich lediglich um einen Stegreifentwurf ohne jede Absprache mit Kaiser’s/Tengelmann als Kooperationspartner. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Vorschläge wirklich gänzlich anders aussehen. Vor Kurzem erst ist die Eigenmarke A&amp;P renoviert worden. Aus dem tamponförmigen Träger der Buchstaben A&amp;P ist ein richtiges Oval geworden, das auf einer fließenden Ecke mit Schwerpunkt rechts oben schwebt. Die drei Farben Blau, Rot und Gelb wurden auf zwei reduziert – A&amp;P ist nur noch Rot mit einer kleinen gelben Intervention. Darunter ein weißer Grund mit Produktfotos. Neu gedacht wurde nicht – lediglich handwerklich halbwegs ordentlich sortiert. Aber mit dem branchenüblichen Rückfall auf leckere Aufnahmen etc. Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, wenn wir unsere Ergebnisse vorgestellt hätten …</p>
<h4>Welches sind Ihrer Meinung nach die gelungensten Entwürfe Ihrer Studenten?</h4>
<p>Ich bin ein Fan gestalterischer Konsequenz! Von daher mag ich gern den Entwurf <strong>Mirko Merkels</strong> Entwurf lehnt eisern jede figürliche Produkt-Abbildung ab, akzeptiert aber ›Lautstärke‹ als Merkmal. Ein farblich wechselnder Kreis ist neben der Produktform im Stande, die komplette Produktpalette differenziert zu transportieren.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/handelsmarken-mirko-800x1140.jpg" alt="" /></p>
<p>Etwas metaphorischer arbeitet <strong>Astrid Höffling</strong>, die das Prozentzeichen als abstrahierten Träger für das »Preisgünstige« verwendet und in ein farbig variables Muster münden lässt.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/handelsmarken-astrid-800x1132.jpg" alt="" /></p>
<p>Viel Spass macht <strong>Juliana Hesses</strong> Arbeit »Nimm mich!«. Griesgrämige Betrachter würden das als Anmaßung bezeichnen – mich dagegen erfreut diese unverstellte, affirmativ- kaufmännische Geste, die das Spiel von Versprechen und Verkaufe mit einem Lächeln für sich entscheidet – man lese nur mal die Texte!</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/handelsmarken-juliana-800x835.jpg" alt="" /></p>
<p>Viel ernster nimmt <strong>Felix Barthelt</strong> das Thema: Fein illustrierte Themenmuster bilden den Gesamtauftritt der Verpackung – gebrochen durch weiße Aufkleber, die für die bürokratischen Details zuständig sind … Verpackung als Tischschmuck!</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/handelsmarken-felix-800x579.jpg" alt="" /></p>
<p>Und schließlich <strong>Linda Kantchev</strong>. Sie tritt den Beweis an, dass man mit Würstchen, Käse &amp; Co. schreiben kann und entwickelt daraus ein Verpackungskonzept, das viel von dem »Alternativen« in sich trägt, die der Konsument gern den Handelsmarken andichtet und das zudem noch lustig ist.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/handelsmarken-linda-800x490.jpg" alt="" /></p>
<h4>Eine der Arbeiten schreibt das Konzept direkt auf die Verpackung: »Nimm mich!« Genau das wollen die Supermarktketten ja. War es Teil der Aufgabenstellung sich von der eher plumpen Bezeichnung »Attraktiv &amp; Preiswert« zu lösen?</h4>
<p>Das lag im Ermessen der Studenten. Andere haben die Abkürzung A&amp;P neu gestaltet. Die Qualität des Entwurfs »Nimm mich« von Juliana Hesse ist die frappierende Ehrlichkeit. Wie wohltuend, wenn Marken kein Konsumerleben heucheln oder Genuss strapazieren, sondern zum ehrlichen Marktschrei avancieren. A&amp;P ist in der Tat ja ein wenig albern. Entweder ich sage den Leuten, was sie partout erwarten sollen – so macht es »gut und günstig« (Edeka), oder ich überrumple sie nassforsch mit Positivismus – so macht es »Ja!«. Oder ich suggeriere den Konsumenten Herkunft, wie z.B. »Birkenhof« oder Bio, wie »Naturkind« (beides Kaiser’s/Tengelmann). A&amp;P ist ein Neutrum, das sich statt einer klaren Aussage hinter Unaussprechlichkeit verschanzt.</p>
<h4>Gibt es so etwas wie eine bestimmte Typografie für Handelsmarken?</h4>
<p>Es gibt Produktsparten, bei denen man Typiken ausmachen kann: je günstiger desto serifenloser und ggf. kursiv. Bei Sekt ist es einfacher: je mehr Edelmetall und Schatten, desto günstiger. Gott sei Dank gilt das nicht für Handelsmarken.</p>
<h4>Die Kaisers A&amp;P Marke bezeichnen Sie selbst als Negativbeispiel. Gibt es eine Handelsmarke, von der Sie persönlich denken, dort hat man aus gestalterischer Sicht alles richtig gemacht?</h4>
<p>Bei REWE sind vernünftige Ansätze zu sehen. Auch bei tegut ist das so. EDEKA wirkt ziemlich ehrlich, selbiges gilt für Ja!. Alle genannten sind jedoch sehr dem diffusen »appetite appeal«-Diktat verhaftet, das ich persönlich bezweifle. Der Konsument glaubt doch nicht dadurch an Milch, dass eine Kuh auf der Packung grast. Und er bekommt auch nicht erst dann Hunger auf Pizza, wenn ein leckeres Bild davon im Tiefkühlregal aufgestapelt ist. Unübertroffen finde ich »M Budget« &#8211; die »Billigmarke« von Migros (Schweiz) &#8211; weil diese sich traut, wirklich preiswert auszusehen und dies als orangefarbenes Signal auf grünem Typomuster eindeutig setzt.</p>
<h4>Wie sehen Sie persönlich die Zukunft von Handelsmarken, sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus gestalterischer Sicht?</h4>
<p>Jede Konsumentscheidung ist letztlich eine zwischen Prestige und Pragmatismus. Die psychologischen Gründe zur Wahl des einen oder anderen sind vielschichtig. Fakt ist, dass zum Erfahrungsschatz jedes Menschen gehört, sich in Produkt-Vorurteilen zu täuschen. Wenn ein Konsument mehrfach erlebt, dass ein teures Markenprodukt nicht besser als das günstige Handelsmarkenprodukt ist, wird er auch vermehrt zur preiswerteren Alternative greifen – es sei denn, er will sich zusätzlich mit dem Nimbus einer Marke ausstatten. Andererseits besitzt auch Markenverweigerung mittlerweile eine soziale Signalfunktion. Nicht anders ist die Akzeptanz von Aldi bei Besserverdienenden zu erklären. Entscheidend ist, dass die naturgemäß skeptisch beäugten Handelsmarken ihren Qualitätsanspruch ehrlich halten. In manchen Bereichen, wie z.B. Milch, scheint es mir wenig Grund dafür zu geben, länger »Markenmilch« anzubieten, da die Entscheidung hier nicht zwischen Marken- und Eigenmarkenprodukt getroffen wird, sondern zwischen Massen- oder Individualprodukt. Entweder, der Konsument gibt sich mit Massenwaren zufrieden – dann reichen Produkte von Handelsmarken aus – oder er möchte sicher sein, dass die Milchkühe gut behandelt wurden und dass auch die Landwirte gut davon leben können. Dann muss es aber eher eine Kombi von »Bio« und »FairTrade« sein, deutlich mehr als bloße »Marke«.</p>

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		<title>Mythos Leica</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 10:28:34 +0000</pubDate>
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<h4><a href="http://www.leica.de/">Leica</a> steht für hochwertige Verarbeitung und einzigartige Bildqualität wie kein anderer Kamerahersteller. Die Idee der Kleinbildkamera löste 1925 eine fotografische Revolution aus und begründete den Mythos Leica. Den Anspruch, den Leica Camera an seine Produkte stellt, lautet: »Das bessere Bild zu ermöglichen«.</h4>
<p>Wir haben mit Johannes Fischer, Leiter des Bereichs Marketing &amp; Kommunikation, von Leica über Fotografie und den Mythos Leica gesprochen.</p>
<h4>Wie wichtig ist Design für eine Marke wie Leica?</h4>
<p>Design ist zentral für die Marke Leica. Es spiegelt die Werte der Marke wider und ist die Übersetzung der Produktleistung in Optik und Haptik. Wenn mich eine Kamera optisch anspricht, will ich sie in die Hand nehmen. Wenn sie gut in der Hand liegt, benutze ich sie gerne. Wir wollen, dass unsere Kunden eine Leica so gerne in die Hand nehmen, dass sie sie immer dabei haben.</p>
<h4>Durch welche Merkmale zeichnet sich ein hochwertiges Produkt für Sie aus?</h4>
<p>Ein hochwertiges Produkt ist durchdacht und mit besonderer Sorgfalt aus langlebigen Materialien hergestellt. Außerdem geht es um den Wert über den Tag hinaus – etwas Hochwertiges ist von Dauer und Beständigkeit.</p>
<p>Die Hochwertigkeit hat auch etwas mit der Wertschätzung zu tun, die einem Produkt entgegengebracht wird: Wenn ich mich an einem hochwertigen Produkt freue, dann wertschätze ich auch die Sorgfalt, die andere Menschen aufgewendet haben, um es herzustellen.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/Leica-M9-Titan_Walter-de-Silva_4-800x527.jpg"></p>
<h4>Wie hat sich die Fotografie durch die Digitalisierung verändert und was bedeutet das für die Marke Leica?</h4>
<p>Die Digitalisierung hat die Fotografie demokratisiert. Ohne Kosten für Filmmaterial und Abzüge ist sie einer viel breiteren Öffentlichkeit zugänglich geworden als früher. Auch die Anlässe, zu denen fotografiert wird, haben sich verändert: Wurde früher hauptsächlich im Urlaub oder zu besonderen Ereignissen fotografiert, nutzen heute Menschen die Möglichkeit, auch alltägliche Augenblicke festzuhalten. Kameras sind heute ständige Begleiter. Bilder sind viel mehr als früher ein Medium, um  andere Menschen am eigenen Leben teilhaben zu lassen, zum Beispiel indem man ein Bild per E-Mail verschickt oder auf Facebook posted. Zudem ist es leichter geworden, Bilder zu machen, denn ein verwackeltes Bild ist schnell gelöscht, ein zweites schnell gemacht. Viel mehr Menschen machen heutzutage Bilder und widmen sich ihnen in der Freizeit.</p>
<p>Für Leica war die Digitalisierung der Fotografie eine Herausforderung, die das Unternehmen erfolgreich gemeistert hat. Auf der vergangenen photokina, der größten Technologie- und Trendshow der Imaging-Branche in Köln im September 2010, haben wir das bislang vollständigste Portfolio an digitalen Kameras vorgestellt, das je von Leica Camera verfügbar war – von intelligenten Kompaktkameras über Reportage- und Systemkameras bis hin zum Hochleistungswerkzeug für Berufsfotografen. Ob Fotografie-Einsteiger, Profi, Leica Liebhaber und vermehrt auch jüngere Fans der Marke – sie alle zeigten großes Interesse an den Leica Produkten und bescherten Leica einen Rekordauftragseingang. Diesen Erfolg hat nicht zuletzt auch die Digitalisierung ermöglicht.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/Leica-M9-Titan_Walter-de-Silva_5-800x1009.jpg"></p>
<h4>Verändert die Digitalfotografie den Wert des Bildes?</h4>
<p>Ja und nein. Unverändert ist meines Erachtens der emotionale Wert von Bildern, denn dafür ist nicht entscheidend, wie ein Bild aufgenommen wurde, sondern was darauf zu sehen ist. Dieser emotionale Wert ist von Mensch zu Mensch verschieden und hat nicht einmal etwas mit der Meisterschaft des Fotografen zu tun – er bemisst sich allein daran, was man beim Betrachten eines Bildes fühlt.</p>
<p>Heute werden mehr Bilder gemacht, verschickt, veröffentlicht, im Internet geteilt. Der Wert eines einzelnen Bildes hat dabei insofern abgenommen, als dass es schnell gelöscht wird, wenn es nicht gefällt. Wer fotografiert, prüft meist auch direkt, ob das Foto etwas geworden ist, falls nicht, fotografiert er noch einmal. Der Anspruch an die Qualität des einzelnen Bildes ist auf der anderen Seite gestiegen: Aus der heute größeren Auswahl wird das Beste herausgesucht – früher gab es auch einmal ein verwackeltes Bild in einem Fotoalbum, weil es das einzige Zeugnis einer Begebenheit war. Heute ist das seltener geworden. Das Interesse am besseren Bild ist insgesamt gewachsen und mehr Menschen verbringen mehr Zeit mit Bildern. Früher wurde nach dem Urlaub zum Dia-Abend eingeladen. Heute werden Bilder zu Hause nachbearbeitet, verschlagwortet, auf Flickr hochgeladen und so weiter. Ohne die Digitalfotografie wäre das undenkbar.</p>
<h4>Was macht für Sie ein gutes Foto aus?</h4>
<p>Ein gutes Foto muss mich neugierig auf die Geschichte machen, aus der es ein Ausschnitt ist.</p>
<h4>Glauben Sie, dass Marken sich ihren Status als »hochwertige« Marke erst verdienen müssen durch eine lange Geschichte, ähnlich wie bei Leica?</h4>
<p>Marken sind Leistungsversprechen. Das wichtigste ist dabei die Leistung der Produkte – nur wenn ein Produkt kontinuierlich über einen langen Zeitraum hält, was es verspricht, wird es überhaupt als hochwertig wahrgenommen. Unsere Kunden haben seit Jahrzehnten Freude an den Kameras und Sportoptikprodukten, weil sie bessere Bilder ermöglichen. Das schafft Vertrauen, was existentiell ist für den Wert einer Marke. Und da Vertrauensaufbau Zeit benötigt, spielt die Geschichte eine sehr große Rolle für die Bildung und Führung einer hochwertigen Marke.</p>
<p>Zudem ist Geschichte wichtig für den emotionalen Wert einer Marke, der durch alle Assoziationen geprägt wird, die mit einer Marke verbunden werden: Denn auch dazu braucht es Zeit und Kontinuität.</p>
<h4>Leica verbindet aktuell altbewährtes (um das Trend-Wort »Retro« an dieser Stelle zu vermeiden) mit neuem, altes Design mit neuer Technik. Erhält sich die Marke damit das Vertrauen ihrer Kunden?</h4>
<p>Die Frage stellt sich so nicht – die Marke Leica bleibt sich einfach selbst treu. Ursprünglich war das Design der Kamera durch ihren technischen Aufbau bestimmt, und viele Elemente sind bis heute erhalten, so dass eine Leica immer als Leica erkennbar ist. Unsere Kunden vertrauen uns, weil sie mit unseren Produkten bessere Bilder machen. Und sie schätzen uns, weil sie genau wie wir höchste Ansprüche an Design und Qualität stellen.</p>
<h4>Im Vergleich zu anderen Kameras bietet eine Leica nur wenige Funktionen. Warum liegt gerade darin anscheinend der Reiz für viele Fotografen?</h4>
<p>Bei den Funktionen einer Leica geht es um die Konzentration auf das Wesentliche. Der Reiz für viele Fotografen liegt darin, dass sie sich mit einer Leica eben auch auf das Wesentliche konzentrieren können. Sie haben alles selbst in der Hand. Keine Automatik schaltet sich in die Bildgestaltung ein. So entstehen Bilder, die ganz bewusst gemacht sind.</p>
<h4>Warum sollte man sich eine Kamera kaufen, die mit Objektiv, fast so viel kostet wie ein Kleinwagen?</h4>
<p>Weil sie grandiose Bilder ermöglicht. Und weil sie mit einer Leica einen Wert erwerben, der sie über Jahre und Jahrzehnte begleitet.</p>
<h4>Welche Rolle spielt das Leica Magazin für das Unternehmen?</h4>
<p>Das unabhängige Magazin Leica Fotografie International spielt eine wichtige Rolle für uns, weil es sich an alle Leica Liebhaber wendet und umfangreich über die Neuheiten aus dem Hause Leica berichtet.</p>
<p>Die Themen sind vielseitig: Neben Produktneuheiten, technischen Infos und Praxistipps steht in jeder Ausgabe immer auch die Besonderheit des Leica Bildes im Vordergrund. Abwechslungsreiche Portfolios bekannter Leica Fotografen und junger Talente verdeutlichen die Qualität der Leica Bilder und geben den Lesern Einblicke in die zahlreichen Möglichkeiten der Leica Fotografie.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/Leica-M9-Titan_Walter-de-Silva_2-800x647.jpg"></p>
<h4>Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Walter de&#8217;Silva (VW-Designchef) für die Sonderedition der Leica M9?</h4>
<p>Unser Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Andreas Kaufmann hat Walter de’Silva vergangenes Jahr auf Schloss Bensberg angesprochen. Volkswagen und Leica sind Sponsoren der Schloss Bensberg Classics. Und er war spontan interessiert mehr zu erfahren, über Leica und unsere Kameras. Bei einem Treffen im Firmensitz in Solms wurde über das Design für eine limitierte Sonderedition unseres Flaggschiffs, der M9, gesprochen. Es war schnell klar, dass das eine wunderbare Kooperation werden würde. Aber klar war auch: Was dabei herauskommen soll, muss die Formensprache der Leica sprechen.</p>
<p>Walter de’Silva ist es gelungen, die charakteristischen Merkmale des Leica Messsuchersystems neu zu interpretieren. Er hat der Leica M-Kamera ein ergonomisches, präzises, logisches und stringentes Erscheinungsbild verliehen, ohne den Charakter der Messsucherkamera zu verändern. Die Kamera vereint Eleganz und Schlichtheit mit Funktionalität und lässt nicht nur das Herz von Leica Fans höher schlagen – auch für Liebhaber exklusiver Produkte von Design-Ikonen und Premium-Qualität »Made in Germany« ist sie ein echtes Highlight, was die positive Medienresonanz mehr als bestätigt.</p>
<p>Wir sind sehr froh, dass wir mit Walter de’Silva einen der renommiertesten Designer unserer Zeit für dieses gemeinsame Projekt gewinnen konnten.</p>

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		<title>Neue alte Marke</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 08:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<h4>Der Markenauftritt der Espressomaschinenmanufaktur Olympia Express</h4>
<p><a href="http://www.christianhanke.de/">Christian Hanke</a> – Design Director bei <a href="http://edenspiekermann.com/">EdenSpiekermann</a> – betreute den Relaunch der Marke »Olympia Express«, einer alteingesessenen Espressomaschinenmanufaktur aus der Schweiz und erzählt davon, wie sich langjährige Hochwertigkeit in einem Erscheinungsbild widerspiegeln kann.</p>
<h4>Die Marke Olympia Express ist eine kleine Schweizer Manufaktur, die in Handarbeit in der Schweiz hochwertige Espressomaschinen herstellt. Wie kam es zu der Zusammenarbeit zwischen dir und dem Unternehmen?</h4>
<p> Der Kontakt kam über die Frankfurter PR-Agentur <a href="http://www.klenkhoursch.de/">Klenk &#038; Hoursch</a> zustande. Die Agentur kannte ich schon länger und hatte bereits andere Projekte für sie gestaltet, u.a. für Elektrolux. Zunächst hieß es nur »Die brauchen eine Website, ruf da mal an!«, aber es stellte sich schnell heraus, dass es eigentlich um eine Neu-Positionierung einer Marke samt Markenrelaunch ging.</p>
<p>Also haben wir uns zu einem Kick-Off-Workshop getroffen. Ich habe damals schon bei EdenSpiekermann gearbeitet und das Projekt nach dem Workshop Erik vorgestellt, aber das Budget war einfach zu klein für eine große Agentur. Erik meinte, ich solle es einfach alleine machen und so bin ich das Projekt auch alleine angegangen. Allerdings hat er auch immer mal wieder wichtige Ratschläge gegeben.</p>
<p>Der Zeitraum, den ich für das Projekt zur Verfügung hatte war knapp ein halbes Jahr, wobei die Stoßzeit dann eher im November/Dezember war. Da ich das Projekt neben meinem normalen Job in der Agentur gemacht habe, bedeutete das viel »Nach-Feierabend« und Nachtarbeit. Und es musste auch so alles nebenher organisiert werden, die Bürozeiten des Kunden waren ja auch tagsüber. Die Produktionsbetreuung haben die Freunde von Zwölf gemacht, ich konnte ja nicht tagsüber mit den Druckereien kämpfen. Das war keine entspannte Zeit, da im Dezember unserer Tochter geboren werden sollte. Aber meine Frau nahm das mit Humor und half noch abends mit das Lektorat zu kontrollieren. Die wichtigsten Druckerzeugnisse waren am Freitag vor der Weihnachtswoche in der Schweiz, unsere Tochter wurde am Montag geboren. Das war echt knapp.</p>
<p>Die Kollegen aus der Agentur (Danke Eva, Erik &#038; Ralf!) haben mir aber immer Rückhalt gegeben und mich auch mal gern nach Feierabend mit einem frischen Blick und Feedback unterstützt, was ich sehr wichtig fand. Ich habe ja die gesamte Art Direktion und Gestaltung alleine gemacht, da braucht man das ab und an.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/christian-hanke-2-800x531.jpg"></p>
<h4>Kanntest du die Marke Olympia Express vorher?</h4>
<p>Nein, aber Olympia Express ist in Deutschland auch nur als Geheimtipp bekannt. Vor 80 Jahren im Tessin gestartet mit riesigen Maschinen für die Gastronomie, entstanden erst in den späten Sechzigern Espressomaschinen für den Haushalt. Vorher trank man Kaffee in der Kaffee-Bar. In den 90ern wurden die Maschinen über <a href="http://www.manufactum.de/">Manufaktum</a> in Deutschland vertrieben. Durch das Aufkommen der Vollautomaten in den 90er Jahren gerieten die Geschäfte in Turbulenzen. Daraufhin folgte ein Eigentümerwechsel durch eine Frankfurter Familie 2007. Da war ein Neuanfang samt Neu-Positionierung der Marke auch dringend notwendig. Und nach dem gelungenen Relaunch war die Resonanz in der Presse auch sehr positiv.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/olympia-800x1108.jpg"></p>
<p>Im Zuge des Relaunch galt es in diesem Fall auch den Kern der Marke bewahren und schärfen. So wurde an Preis und Sortiment nicht gerüttelt. Denn der hohe Preis der Maschinen von fast 3.000 Euro erzeugt eine natürliche Exklusivität. Dies liegt im Qualitätsanspruch als Schweizer Manufaktur begründet – da wird fast alles von Hand gefertigt. Und man muss ja auch nicht noch ein Massenhersteller werden. </p>
<p>Weiterhin beschränkte sich Olympia Express auf ihre zwei Kult-Espressomaschinen sowie eine Mühle. Mutig, wie ich fand. Gerade die »Cremina«, eine Handhebelmaschine, ist schon ein wenig aufwendiger zu Bedienen und eher so ein Männerding: »Whoa, ich habe den Espresso selbst erlegt!«. Man benötigt da auch ein wenig Übung, aber nach zwei Wochen hat man perfekten, handgemachten Espresso ist. Und er schmeckt wirklich fantastisch – so bin ich durch das Projekt zum begeisterten Kaffeetrinker geworden.</p>
<h4>Erzähl ein bisschen was über die Arbeit am Erscheinungsbild. </h4>
<p>Da der Markenauftritt einer 80-jährigen Manufaktur nicht aus dem Nichts entsteht, gab es natürlich schon bestimmte Elemente, auf die man zurückgreifen konnte oder musste. Aber die Grundidee war ungefähr diese: Eine Schweizer Firma baut im italienisch-geprägten Tessin präzise Premium-Maschinen für ein so sinnliches Produkt wie Kaffee. Das forderte eine Kombination aus Schweizerischer Präzision, zeitlosem Design und italienischer Lebensart. Das hieß typografisch »Akkurat« trifft »Absara« und wenige Farben, wobei immer wieder das Schweizerische Rot auftaucht. Sehr scharfe, kühle Bilder in Frontal-Perspektiven zeigen das Material und überhöhen die präzisen Maschinen und deren sehr zeitloses Understatement im Produktdesign.  </p>
<p>Das Markenzeichen war eine Geschichte für sich. Es ist sympathisch und in der Schweiz bekannt, deshalb wollte ich es erhalten. Das Männchen im Markenzeichen stammt noch aus den 30er Jahren und zeigt einen Kellner mit einer dampfenden Tasse Kaffee. Beine und Körper bilden ein schräges Y, was im Schriftzug wiederkehrt. Der Kellner wurde als Figur neu gezeichnet, in weiß umgefärbt und besser im Kreis positioniert. Damit Beine und Arme auch harmonisch sind, habe ich länger herumgefeilt. Denn es sollte an die alte Form anknüpfen, sympathisch wirken und trotzdem in Bewegung sein.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/manometer-800x600.jpg"></p>
<p>Für die unterschiedlichen Anwendungen gibt es unterschiedlich feine Varianten. Für den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Druckmessger%C3%A4t">Manometer</a> z.B. ist das Logo nur einige Millimeter groß und diese werden im Siebdruck bedruckt. Das war ein Kampf, bis der Kaffee-Duft wieder zu sehen war und man beim Zulieferer verstand, dass meine Beschriftungsdatei die Akkurat enthält und deshalb keine Helvetica-Ziffern verwendet werden sollen.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/olympia-1-800x554.jpg"></p>
<p>Um die Hochwertigkeit der Marke wiederzugeben, musste natürlich mit Veredlungen im Druck gearbeitet werden. Die Visitenkarten sind geprägt und mit Sonderfarben gedruckt. Allerdings war das Papier ein Problem: während der Produktion gingen drei Papiermühlen Pleite und jedes Mal veränderte sich das Papier minimal. Das einem Auftraggeber zu erklären ist undankbar. </p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/olympia-2-800x554.jpg"></p>
<p>Als kleines Detail wurden die Broschüren z.B. mit roten statt silbernen Heftklammern geheftet, die erstmal organisiert werden musste. Und das Heften war bei über 50 Seiten auch nicht einfach, denn es entstanden unschöne Abdrücke an den Stellen, an denen die Heftklammen eingeschossen wurden. Also musste die Druckerei immer ein »blindes« Blatt um jede Broschüre mitheften, das danach entfernt wurde. Die Drucker freuten sich immer schon, wenn ich kam. Aber wir haben dann natürlich auch die große Freude geteilt, als der »red dot : best of the best« usw. eintrudelten. </p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/olympia-4-800x554.jpg"></p>
<h4>Wie bist du an die Drucksache wie Bedienungsanleitungen, Handbuch usw. heran gegangen?</h4>
<p>Für die unterschiedlichen Kommunikationsebenen gab es mehrsprachige Postkarten, Broschüren und für die Käufer ein echtes Besitzerbuch, das Stolz vermittelt. Und wie es zu einer kleinen, feinen Premium-Manufaktur passt, wählte ich ein kleines, individuelles Olympia Format für alle Publikationen von Postkarten bis Besitzerbücher: 124 x 186 mm. Zwei zu drei wie das Seitenverhältnis der Maschinen und passgenau unter die Maschine zu schieben.<br />
Und um so eine Traditionsmarke erfolgreich neu zu definieren, braucht es auch einen mutigen Auftraggeber. Einen, der zum Beispiel bereit ist, mit den ungeschriebenen Gesetzen der Branche zu brechen und statt der üblichen Gebrauchsanleitung jeder Expresso-Maschine ein aufwändig gestaltetes »Besitzerbuch« mit Markengeschichte, Espressorezepten und technischer Anleitung beizulegen. Es ist wirklich gruselig, was da mancher Maschine jenseits der 1.500 Euro als lieblose Anleitung beiliegt. Das konnten wir anders machen.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/christian-hanke-1-800x531.jpg"></p>
<p>Natürlich spielt auch bei so hochwertigen Produkten deren entsprechende Abbildung eine große Rolle. Zum Glück hatte die Firma einen guten Produktfotografen im Verwaltungsrat, der die Maschinen entsprechend ins Bild setzen konnte. Bei Frontal-Aufnahmen im rechten Winkel und so viel poliertem Stahl ist die richtige Ausleuchtung eine Herausforderung und es muss fast das gesamte Studio weiß eingepackt werden, da es wie verrückt spiegelt. Es gab es auch einige historische Abbildungen aus Cafés aus den 40er Jahren und das jeweils erste Produktblatt der Maschine. Das zeitlose, schlichte Design der Maschinen ist nahezu unverändert geblieben und das sollte man auch sehen. </p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/christian-hanke-3-800x531.jpg"></p>
<p>Ergänzend gab es Illustrationen für die verschiedenen Prozesse, die Hanna Hildenbrand [www.hannahildenbrand.de] gemacht hat. Ich hab sie gebeten sehr sachliche, edle aber irgendwie auch unspektakuläre Illustrationen zu machen. Für die Anleitung zum Milchaufschäumen probierten wir mit unserem Agentur-Latte-Art-Champion so lange, bis die mysteriösen Bewegungen der Milch für perfekten Milchschaum verstanden waren.</p>
<p>Als Schriften erwähnte ich bereits die »Akkurat« und die »Absara« von Xavier Dupré. Die »Akkurat« zum einen weil sie eine Schweizer Schrift ist und sehr modern wirkt und weil sie im Vergleich mit der »Absara« einen guten Kontrast bildet. Ich bin ein großer Fan der Schriften von Xavier Dupré, vor allem die »Absara« ist sehr eigenständig und mit einer wunderbar herben Kursiven ausgestattet. Die Headlines und Navigation sind immer in der »Akkurat« gesetzt, im Fließtext unterschied ich technische Texte (Akkurat) von erzählenden Texten (Absara). Das hat sogar meine Schwester sofort erkannt, die mit Design eigentlich nichts am Hut hat!</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/03/christian-hanke-4-800x531.jpg"></p>
<blockquote><p>Christian Hanke ist Design Director bei Edenspiekermann in Berlin. Seit 2007 arbeitet für Auftraggeber wie Bosch, Rexroth, Hering Berlin, Kia Motors, Manroland, tegut… und das ZDF. Darüber hinaus lehrt er Typographie an der HTW Berlin. 2003 gründete er zusammen mit seinem Bruder Daniel J. Hanke, Director bei der PR-Agentur Klenk &#038; Hoursch, hpunkt2, eine freie Gestaltungsgruppe für Identität, Editorial Design und Illustration.</p>
<p>Christian Hanke studierte visuelle Kommunikation und Schriftgestaltung in Berlin, Leipzig und Chicago und war Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Fulbright-Kommission. Seine Arbeiten als Gestalter wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem red dot design award „best of the best“.
</p></blockquote>

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		<title>Designrecht: Wann ist ein Auftrag ein Auftrag?</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 11:52:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<p><b>Die Frage hat sich sicher jeder Freiberufler schon einmal gestellt. Vor allem dann, wenn es zum Streit kommt, hört man aber oft Märchen. Zum Beispiel kursiert noch immer das Gerücht, dass mündlich geschlossene Verträge nicht wirksam sind. Doch das sieht das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) ganz anders. Um mit den Märchen und Gerüchten aufzuräumen, müssen einige Begrifflichkeit zunächst definiert werden.</b></p>
<p>Der Auftrag ist die Grundform eines Rechtsgeschäfts und nach dem BGB immer unentgeltlich. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Auftrag meist als Synonym für einen Vertrag verwendet. Bei einem Vertrag handelt es sich um ein Rechtsgeschäft, welches durch mindestens zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande kommt. In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, das bedeutet, dass Vertragsinhalte von den Vertragsparteien frei bestimmt werden können, solange sie nicht sittenwidrig sind. Das BGB unterscheidet Dienst-, Werk- und Geschäftsbesorgungsverträge. Für einzelne Verträge gilt die Schriftform. So müssen beispielsweise Bürgschaftserklärungen, Grundstücksverträge und Mietverträge (die für mehr als 1 Jahr abgeschlossen werden) schriftlich fixiert werden. Im Umkehrschluss gilt also, dass auch mündlich geschlossene Verträge wirksam sind. Mündliche Verträge sind dann wirksam, wenn sich mindestens zwei Vertragsparteien über Leistung und Gegenleistung, sowie über den Zeitpunkt der Leistung geeinigt haben. Ein Handschlag am Ende der Verhandlung ist also vollkommen ausreichend um den Vertrag zu besiegeln, notwendig ist der Handschlag aber nicht.</p>
<p>Das größte Problem bei mündlich geschlossenen Verträgen ist jedoch die Beweisbarkeit. Gibt es niemanden, der das Zustandekommen bezeugen kann, sieht es schlecht aus. Werden Verträge mündlich geschlossen, sollte deshalb ein Zeuge dabei sein. Bei telefonisch geschlossenen Verträgen ist es sinnvoll, einen Zeugen das Gespräch mithören zu lassen. Doch Vorsicht, der Gesprächspartner muss darüber informiert werden! Andernfalls stellt das Mithören einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Gesprächspartners dar. Auch eine schriftliche Bestätigung des Vertrags kann sinnvoll sein. Hier schickt man dem Vertragspartner nach den Verhandlungen die mündliche Absprache am Besten per E-Mail, Fax oder per Post zu und bittet um Bestätigung und Rücksendung.</p>
<p>Wer als Kaufmann im Sinne des Handelsgesetzbuches auftritt, hat zudem die Handelsbräuche und Gepflogenheiten zu beachten. Zur wichtigsten Gepflogenheit zählt, dass mündliche Absprachen schriftlich zusammengefasst (kaufmännisches Bestätigungsschreiben) und dem Vertragspartner zur Kenntnisnahme übermittelt werden. Einer Bestätigung durch den Annehmenden bedarf es in diesem Fall nicht. Allein das Schweigen reicht als Zustimmung. Diese Ausnahme gilt aber nur, wenn es sich bei den Vertragspartnern um zwei Kaufleute im Sinne des HGB handelt.</p>
<p><b>Fazit: Entgegen der so oft kritisierten deutschen Regelungswut herrscht in Deutschland Vertragsfreiheit. Auch mündlich geschlossene Verträge sind wirksam, einem Handschlag bedarf es nicht. Eine schriftliche Bestätigung mit Unterschrift des Vertragspartners ist aus Gründen der Beweissicherung immer sinnvoll. Eine Bestätigung per E-Mail hat vor Gericht als Urkundenbeweis jedoch keinen Bestand, höchstens dann, wenn sie verschlüsselt erfolgte. Ein Sendebericht per Fax gilt bei Gericht auch nicht unbedingt als Nachweis für den vollständigen Zugang eines Schreibens.</b></p>

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		<title>Gestern – Heute – Morgen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 12:28:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<h4>Über Reduktion und Evolution im Interface-Design</h4>
<p>Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Reduktion von Funktion und Inhalt auf das visuelle Erscheinungsbild von Applikationen auswirken kann. Welche Konsequenzen ergeben sich dabei für das Web wie wir es heute kennen? Führt eine Reduktion  am Ende zu einem einfacheren und hochwertigeren Zustand in punkto Design?</p>
<h4>Gestern </h4>
<p>Das Web hat sich in den letzten Jahren dank neuer technischer Möglichkeiten grundlegend verändert und verbessert: Für Informationsarchitekten, Designer, Developer und den User. Konzepte, die sich an den Bedürfnissen des Users orientieren, erhöhen die Usability und ermöglichen dank einer schlanken Informationsarchitektur ein schnelleres Auffinden von Informationen innerhalb moderner Webseiten und mobiler Applikationen.</p>
<p>Dennoch hat man immer noch das Gefühl, dass sich viele Websites in ihrer »Form« häufig noch zu sehr an klassischen Print-Medien orientieren. Dieses liegt vor allem daran, dass die Inhalte oftmals auf traditionellen Print-Konzepten basieren. Diese haben immer weniger mit modernen und dynamischen Web-Applikationen zu tun. Die Zeiten, in denen man Inhalte eins zu eins online publizieren konnte und wollte, gehören der Vergangenheit an. Große Verlage und Medienhäuser gehen mit eigenen Apps ihrer Print-Publikationen an den Start und versuchen mit diesen gleichzeitig einen Mehrwert zu schaffen. Dabei wird oft vergessen, dass digitale Inhalte anders konsumiert werden als analoge.</p>
<h4>Heute </h4>
<p>An kaum eine Plattform werden derzeit größere Erwartungen und Hoffnungen geknüpft als an das iPad von Apple. Dies liegt vor allem am anhaltenden Erfolg der inzwischen vierten iPhone-Generation, die immer noch Maßstäbe setzt. Zwar hat das iPad zahlreiche mehr oder weniger ernst zu nehmende Mitbewerber, wie beispielsweise das Galaxy Tab von Samsung oder Amazons Kindle, doch stehen diese Geräte nicht für das hochwertige Design oder die technische Innovation, die mit Apples Tablet verknüpft werden.</p>
<p>Woher kommen der Glanz und die Aura, die dieses Gerät ausstrahlt und dabei sogar auf seine Inhalte übertragen kann? Selbst eine simple Nachrichtenseite ist auf dem iPad doch irgendwie cooler als im normalen Webbrowser. Liegt das am hochwertigen Design, an einer auf das Wesentliche reduzierten Hardware, am Interface-Konzept, das den Inhalt in den Vordergrund stellt – und nicht die Navigation? Es ist die Kombination all dieser Facetten, aus denen sich jedoch auch Rückschlüsse für die Weiterentwicklung des Webs von heute ziehen lassen.</p>
<h4>Morgen</h4>
<p>Innovative Interface-Konzepte, die auf berührungsempfindliche Displays und eine intelligente Software dahinter setzen, verbreiten sich immer schneller. Auch von einer Hard- oder Software-Plattform zur nächsten werden gelernte und vom User bereits akzeptierte Basis-Funktionalitäten gerne übernommen, um den Zugang zu diesen Geräten oder Applikation stringent und simpel zu halten. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der User mit jeder neuen Generation. Bestimmte Gesten, die wir von einer Plattform kennen, erwarten wir inzwischen auch bei jeder anderen. Selbst das Trackpad am Laptop kann inzwischen längst mehr als den Mauszeiger zu bewegen. Der Einzug von Multitouch und die Steuerung von Hard- und Software mit Gesten gehören heute zu jedem modernen Gerät. Genutzt werden sie bisher vor allem auf mobilen Geräten oder Applikationen, da diese aufgrund von kleineren Displays oder anderen Einschränkungen darauf angewiesen sind.</p>
<p>Die Einschränkung bestimmter Möglichkeiten oder die Vereinfachung gelernter Routinen kann demnach zu neuen und innovativen Lösungen führen. Das Erfolgsgeheimnis der Reduktion – im Funktionalen wie im Visuellen – kann auch auf herkömmliche Websites übertragen werden. Die Einfachheit, die uns bei vielen Apps begeistert, kann im Ansatz auch bei normalen Webseiten angewendet werden. Mit dem Ziel, den Zugang für den User am Ende einfacher und benutzerfreundlicher zu machen, muss bereits bei der Konzeption darauf geachtet werden, welche Inhalte überhaupt sinnvoll abzubilden und wie diese durch eine schlanke Informationsarchitektur zu erschließen sind.</p>
<p>Auf etwas zu verzichten erfordert immer auch den Mut dabei etwas zu verlieren. Aber vielleicht gewinnt man am Ende auch etwas Neues und Unerwartetes dazu. Die Aufgabe, Inhalte und Anforderungen neu und unvorbelastet zu durchdenken, ist gerade in der Praxis nicht immer einfach. Zu viele Vorgaben in Briefings, eingefahrene Vorstellungen und Erwartungen oder zu straffe Timings lassen neue Ansätze oft gar nicht zu. Dennoch zeigen uns viele Apps eine Richtung auf, die Inspiration und Vorbild für innovative und neue Konzepte sein sollte. damit sich das Web von morgen weniger wie eine »Online-Broschüre« anfühlt sondern vielmehr als hochwertige inhalts- und userbezogene Anwendung darstellt.</p>

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		<title>Vorsicht Glas 5 &#8211; Buy Low Sell High</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 13:39:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<h3>Der Chemiekasten Design</h3>
<p>Im Gespräch mit Kollegen wird mir immer wieder klar, wie wunderbar breit gefächert unser Berufsfeld als Designer eigentlich ist. Ich kenne kaum ein Handwerk, das unter einer scheinbar klaren Bezeichnung so viele unfassbar verschiedene Ausprägungen einer Tätigkeit unterbringt. So definieren sich beispielsweise Designer, die aus dem Illustrativen zum Design kommen, immer eher als eine Art Künstler. In der klassischen Werbung oder auch bei größeren Corporate-Design-Anbietern fließt hingegen gern ein strategischer oder betriebswirtschaftlicher Aspekt mit ein. Manche Kollegen arbeiten fast nur auftragsbezogen, andere seit Jahren mehr oder minder frei, sind sich selbst der beste Auftraggeber. Was viele Designer aus den jeweiligen unterschiedlichen Bereichen als scharfe Gegensätze betrachten, die es auszufechten gilt, – als gelte es, einen einheitlichen, nämlich ihrer eigenen Sicht entsprechenden und insofern »richtigen« Design-Begriff durchzusetzen – , sehe ich eher als dynamische Morphologie einer Tätigkeit, die durch ihre Natur ganz einfach unterschiedlichste Formen annehmen kann und vielleicht im Sinne der eigenen Weiterentwicklung auch muss. Unter dem Deckmantel »Design« gibt es eine Vielzahl von Subspezies, in denen sich jeder seine eigene Lebens-Nische schaffen kann, was insgesamt eine große Stärke dieser noch durch recht wenig Regeln standardisierten Branche ist. Ich interpretiere meinen Beruf entsprechend – meinen eigenen Interessen folgend – als eine Mischung aus Unternehmensberater, Sozialpsychologe, Architekt und Dramaturg. Und nicht zuletzt vielleicht auch als Chemiker&#8230; oder besser gesagt als Kind, das mit einem Chemiebaukasten experimentiert und dabei mal ein <strong>BUMM</strong> mit einer wunderbar dicken schwarzen Rauchwolke erzeugt, mal aber auch nur ein <strong>pfffff!</strong> mit seltsam riechender Brühe als Ergebnis. </p>
<h3>Niemand will hässlich sein</h3>
<p>Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir alle, egal wie wir uns unseren Beruf selbst zurecht definieren, nach »hochwertigen« Arbeitsergebnissen streben. Niemand wird absichtlich schlechte Arbeit machen wollen – selbst der aggressivste Antidesigner versucht noch, auf möglichst ästhetische Art hässlich zu wirken, selbst Punk hat seine eigenen Regeln von miss- und gelungenen Szene-eigenen Ästhetiken, die das Genre von Außenseitern schützen. Hochwertigkeit ist insofern kein neutraler, absoluter Begriff, sondern eine individuelle Definition, wie ja auch die vielen Diskussionen, die Gestalter mit Auftraggebern immer wieder haben, zeigen – die persönlichen Definitionen von »erfolgreichem Design« sind oft nicht kongruent. Während man über Geschmack eigentlich kaum streiten kann, sind individuelle Vorstellungen von Hochwertigkeit oft gut begründbar und sehr unterschiedlich. Deshalb hilft die Auseinandersetzung dem Designer auch, zu verstehen, was der Auftraggeber unter einem Design versteht, das <strong>BUMM</strong> macht, und kann manchmal zu einem wichtigen Teil des Gestaltungsprozesses werden – <strong>form follows discourse</strong>. Denn während der Designer vielleicht nur eine möglichst ästhetische Lösung anstrebt, und für ihn ein Design hochwertig ist, das möglichst »gut« aussieht, kann der Auftraggeber verständlicherweise ganz andere Parameter für »hochwertig« haben – etwa ganz banal ein Design, dass den Umsatz ankurbelt. Ich glaube nicht an den immer wieder herbei zitierten Unterschied zwischen »Ästhetik« und »Umsatz«, an den manche Kollegen, vor allem aber leider viele Klienten glauben – Design ist dann hochwertig, wenn es gut aussieht <strong>und</strong> wirkt. Und es ist eben nicht so, dass Holzhammer-Gestaltung besser verkauft (auch wenn viele Klienten das denken). Ein Blick auf die meisten Anzeigen zeigt, dass keine große Marke wirklich glaubt mehr Umsatz zu generieren, indem sie potentielle Kunden anbrüllt. Gute Gestaltung hebt den Umsatz, indem sie souverän wirkt. Die Frage ist: Wie kriegt man im Chemiebaukasten eine Mixtur hin, die nicht nur eine tolle Färbung hat, sondern auch noch ordentlich knallt?</p>
<h3>Scheiße und Gold</h3>
<p>Als Designer sind wir alle in der Lage, Scheiße in Gold zu verwandeln. Wir sind Meister des Lackierens und Kaschierens. Wie versierte Präparatoren können wir noch die schlimmste Leiche sexy aus dem Sarg winken lassen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in unserem Studioalltag kommt es immer wieder vor, dass wir in der letzten Sekunde, wenn ohnehin alles brennt, aus mauen Texten und schlechtem Bildmaterial irgend etwas noch halbwegs Überzeugendes zusammenmixen – Headlines umschreiben, Fotos »aufhübschen«; aus zu niedrigen Budgets etwas melken, was nicht so ganz peinlich wirkt, wie es in der Preisklasse eigentlich sein müsste; ex post eine Strategie herbeizaubern, wo nie eine vorhanden war. Das ist so, das war immer so, das wird immer so sein, und ich fasse diesen Veredelungsprozess inzwischen auch als zentralen Teil der Arbeit auf – ein guter Koch muss immer auch mit armseligen Zutaten ein einigermaßen überzeugendes Gericht kochen können, ein Handwerker auch mit einem schlechten Werkzeug noch passable Arbeit abliefern. </p>
<p>Tatsächlich ist diese Verwandlung im Chemiebaukasten des Designs ein Prozess der Mehrwertschaffung. Längst übernehmen Designer die strategische Planung, positionieren Unternehmen durch konzeptionelle Ideen und klare visuelle Sprache, retten miserable Ansätze und werten fast en passant im Layout dann noch lese-feindliche Texte auf. Ein Designer, der sein Geld halbwegs wert ist, wird immer mittel- oder langfristig durch eine Mischung aus Enthusiasmus und Können einen spürbaren Mehrwert für eine Marke oder ein Produkt schöpfen, der nicht aus dem Unternehmen selbst kommt, sondern erst im nachgelagerten Veredelungsprozess entsteht. Das ist der banalste Kern angewandten Designs: Der Auftraggeber liefert Zinn und wir produzieren natürlich kein Gold, aber zumindest doch soliden Stahl oder mit etwas Glück sogar Silber. Wenn man uns denn lässt.</p>
<p>Jeder von uns tut das. Wir Designer versuchen stets, den Klienten davon zu überzeugen, seine EIGENE Sache besser zu machen als er es eigentlich tut. Ich kenne keinen Designer, der stundenlang mit einem Auftraggeber über ein Logo debattiert, weil er das nun <strong>persönlich</strong> gerade zu seinem Glück braucht – wir alle tun das, weil wir wissen, dass der Kunde im Endeffekt von der durchdachteren Lösung profitieren wird, selbst wenn er das akut vielleicht noch nicht so sieht. Die Aufgabe des Designers ist ja schließlich, die Zukunft zu schmecken. </p>
<p>Was wir in diesem Prozess machen, ist im Grunde Aktien niedrig kaufen und sie zu einem deutlich höheren Wert wieder verkaufen, wie Sanierer in ein marodes Unternehmen gehen, die Sache wieder ins Rollen bringen und mit Gewinn weiterverkaufen; mit dem Unterschied, dass es nicht unser Gewinn ist, sondern der des Auftraggebers. Wir verwandeln Zinn in Silber und behalten das Silber nicht für uns, sondern bringen es brav zu demjenigen zurück, der uns das Zinn geliefert hat (gegen ein gemessen an der tatsächlichen Mehrwertschaffung meist eher moderates Honorar). </p>
<p>Ob bei der großen Markenbildung oder nur einem kleinen Internetauftritt – mit Wissen und Leidenschaft (Leiden und Wissenschaft) mischt der Designer Qualität aus den profansten Stoffen. Und oft fast beiläufig – ich erinnere mich an einen Fall, wo wir für ein großes Unternehmen einen Webauftritt machen sollten und in diesem Prozess heraus fanden, dass die Firma keinerlei Ordnung in ihrer Produktlinie hatte, was vielleicht erst auffällt, wenn man die Produkte in das navigierbar logische Gerüst einer Site strukturieren will und feststellt, dass es keine sinnvollen Produktgruppen gibt, Produkte teilweise doppelt existieren, andere wichtige Marktkategorien aber gar keine Produkte haben. Ergebnis des Prozesses war eine Bereinigung der Produktpalette, eine erfolgreiche Straffung von Marketingstrategien und mehrere komplett neue Produkte, die klaffende Lücken füllten und deshalb binnen kurzer Zeit erfolgreich liefen. Ich bin sicher, ihr alle kennt solche Prozesse von »Abfallprodukten« des Designprozesses, die oft wertvoller für ein Unternehmen sind als die ursprüngliche Aufgabe, für die man engagiert wurde. Wir alle zaubern Teflon in unserem Chemiebaukasten. Hat der Auftraggeber offene Ohren und Interesse an Erfolg, mündet Design in Effekten, die weit über das Gestalten eines Geschäftsberichtes oder einer Website hinausgehen. Design ist angewandte Unternehmensberatung. </p>
<p>Die kommunikative Wasseraderfindung und Aufwertung, die gutes, engagiertes Design für ein Unternehmen oder eine Einrichtung bedeutet, ist so signifikant für deren Erfolg, dass Design (und eben nicht nur die Produktdesign) längst neben Preis, Qualität und Service der zentrale Faktor in der Wertkette von Produktion zu Verkauf ist. Design ist überraschend oft mehr als ein Deckmäntelchen, sondern offenbart eine Haltung der Unternehmen, die auf gutes Design setzen, die tiefer geht und die einen Respekt vor den Kunden sowie Liebe zum eigenen Produkt zum Ausdruck bringt. </p>
<h3>Everything counts&#8230;</h3>
<p>Aber das Chemiebaukasten-Kind in mir weiß, dass unsere Mixturen besser werden, wenn die Rohstoffe reiner sind. Insofern ist für mich die Frage nach wirklicher Hochwertigkeit immer eine Frage, die zu den Zutaten führt – Qualität entsteht immer am besten aus Qualität. So spannend es sein mag, aus Fast-Food-Zutaten ein gutes Gericht zu zaubern, so sehr weiß doch jeder Koch, dass erst frische Zutaten, eine einwandfreie Qualität von Gemüse oder Fleisch, kleinste stimmige Details in den Aromen, zu einem wirklich phantastischen Gericht führen. Detail ist alles, alles ist Detail. Auf unsere Arbeit übertragen sind es zunächst ganz offenbar lesenswerte, mit Liebe geschriebene und involvierende Texte und gute, ästhetisch sowie technisch einwandfreie Fotos. Das klingt genauso einfach wie es ist, aber im Alltag ist unfassbar, wie viel Energie man in genau diese Banalität stecken muss. Wie oft habt ihr im Kleinen oder Großen schon versucht – immer mit der Angst im Nacken, den Auftraggeber mit eurem Interesse an den Details auch noch zu vergraulen – , Material nachbessern zu lassen oder selbst zu überarbeiten, selbst wenn es mit eurer ureigentlichen Arbeit nicht direkt verbunden ist, weil ihr einfach glaubt, dass diese Zutaten für ein überzeugendes Endergebnis essentiell sind? Ich würde wetten, jeder von euch tut das permanent und fragt sich in schwachen Stunden, warum man sich eigentlich so beherzt um Dinge kümmert, die dem Klienten scheinbar egal sind, anstatt den Shit einfach zusammen zu klotzen und stumpf das Geld zu kassieren. Aber macht euch nichts vor – <strong>gerade</strong> die Tatsache, dass ihr auf Qualität besteht, den Auftraggeber zu überzeugen versucht und motiviert, dass ihr Entwürfe ändert, nachbessert, Texte umschreibt, Bilder neu anfragt, Logos in Vektorqualität auftreibt und immer wieder und wieder an den Details schmirgelt und feilt&#8230; <strong>gerade</strong> diese Tatsache macht euch erst zu guten Designern. Es mag wie aufreibender Alltagskleinkram wirken, aber es ist die Essenz unserer Arbeit – Dinge besser machen. Nicht mit den Schultern zucken, nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Kompromisse machen (und suchen), aber immer wieder jeden Morgen neu an den Schreibtisch zu gehen und um das Beste zu kämpfen. Die Qualitätssicherung im Kopf, der Versuch, immer das Bestmögliche herauszuholen und das am schlimmsten Denkbare zu vermeiden. Designer wollen die Nutzbarkeit und die Wirkung dessen verbessern, was sie entwickeln – und das nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen. </p>
<h3>Das große Ganze</h3>
<p>Es ist insofern eine oft logische Konsequenz guten Designs, dass es langfristig auch ganze Prozesse beim Auftraggeber optimieren kann. Die Wertschöpfung am Ende hat das Potential, zurückstrahlen in die Produktion und Planung, wenn der Klient in der Lage ist, die Anregungen des Designers intelligent aufzugreifen und umzusetzen. Der Design-Chemiker schließlich nimmt ja das Produkt in seinem Labor unter die Lupe, zentrifugiert es, findet die Essenz, aber auch die Schwachpunkte und kann aktiv helfen, die Markenkommunikation drastisch aufzuwerten. Tatsache ist, dass Design erst dann messbar wirken kann, wenn es als Planungsparadigma gedacht wird und nicht nur als »Hoppla, wir müssen ja auch noch Werbung machen«-Notlösung am Schluss stattfindet. Eine solide Zielgruppen- oder Marktanalyse, eine saubere Strategie mit stets evaluierbaren Zielen, ein diesen Zielen und dem Unternehmensvolumen angemessenes Budget, aber auch ein ehrlich gutes Produkt, ein motivierter Verkauf und guter Service – all diese Zutaten sind für erfolgreiches Design entscheidend, sie sind Aspekte des ganzheitlichen Designs und sollten aus der Perspektive des Designs kritisch betrachtet werden. Je solider das Fundament, umso wirksamer kann Design wirken. Natürlich kann man mit einer schicken Package auch furchtbaren Müll verkaufen – aber langfristig funktioniert das nicht, in Zeiten von Online-Foren zur Bewertung von tatsächlicher Nutzererfahrung mit einem Angebot weniger denn je. Echte Substanz entscheidet, die Einheit von inhaltlicher Qualität und im Marketing gegebener Versprechen. Ziel eines guten, integrierten Designs ist also eben nicht, Zinn in Stahl zu verwandeln, sondern dafür zu sorgen, dass da von Anfang an gutes Erz gefördert wird, das Ziel ist Ehrlichkeit. Ein guter Designer wird sich also für jedes kleine Detail dessen interessieren, was er am Ende »verpacken« soll – und ein guter Auftraggeber weiß, wie wertvoll der Input eines engagierten Designstudios für sein Unternehmen ist. Auch wenn der Begriff des »Design Thinking« inzwischen ziemlich abgenutzt ist – in der Praxis ist es so simpel wie nahe liegend, und auch keineswegs neu, von Anfang an und in jedem Lebensprozess einer Einrichtung darüber nachzudenken, welche Ziele man hat und wie man sie evolutionär und langfristig erreicht. Will Gestaltung am Ende erfolgreich sein und begründbar funktionieren, tut der Auftraggeber sich immer selbst den größten Gefallen, wenn es von Anfang an eine Philosophie des runden Tisches gibt, in der er und sein Designer im Diskurs die beste Lösung erarbeiten, sich an die Essenz der gemeinsamen Hochwertigkeit heranarbeiten. Egal, was man tut, ob Schrotthandel oder Theater, Autobau oder Architektur – es gibt immer mehrere passende Wege, in seinem Feld die bestmögliche Arbeit zu tun. Design ist die Landkarte, mit der man diese Wege findet, denn die Manifestation von Intelligenz in der Konzeption, Produktion und im Marketing ist nun einmal ein Designprozess. Was liegt näher, als Designer, deren ureigenstes Interesse es ist, Prozesse so reibungslos und funktional wie nur eben möglich zu gestalten, und die ja schon am Ende der Kette einen spürbaren Mehrwert schaffen, von Anfang an einzubinden? Design, von Anfang an richtig gemacht, erzeugt Hochwertigkeit als Folge von Aussiebungsprozessen, von Optimierungen, von kritischem Denken und Besser-Machen-Wollen. Designer sind die Wissenschaftler des Alltags, die von dem Trieb beherrscht sind, die Dinge optimieren zu wollen. Das Richtige ist dabei dann das Funktionierende, ist das Schöne, ist das Erfolgreiche – es gibt keinen Gegensatz mehr zwischen »verkauft sich« und »sieht gut aus«</p>
<h3>Auf dem Maskenball der Verpackungskünstler</h3>
<p>Derzeit geht es bei Design sehr viel um die Oberfläche, den Style. Das mag daran liegen, dass primär auf Schaueffekte setzendes Design, das keine Auseinandersetzung fordert, sich in reizüberfluteten Pitches, in rasant durchgeklickten Online-Portfolios und bei hektischen Jury-Entscheidungen einfach besser durchsetzen kann. Die Folge ist, dass heute ganze Design-Lookbooks wie aus einer Hand aussehen, obwohl sie eine ganze Schar verschiedener europäischer Designer aus unterschiedlichen Ländern präsentieren&#8230; die halt nur mehr oder minder auffällig identisch gestalten, Echos von Echos in der Echokammer des größten Lookbooks von allen – dem Internet. Es mag auch daran liegen, dass die erfolgreichen Designer weniger und weniger Zeit (und Budget) haben, sich wirklich intensiv und lange mit einem Re-Design einer Marke o.ä. zu befassen und oberflächliche, eben vor allem visuell funktionierende, aber kaum mehr begründbare Lösungen entwickeln. Es mag auch sein, dass genau diese Lösungen in Pitches am einfachsten funktionieren, wenn selbst die Auftraggeber über individuelle Farbvorlieben sprechen und nicht mehr über konkrete Kommunikationsziele, wenn alles im Nebel persönlichen Geschmacks zerstäubt wird. Diese Ästhetisierung von Design, von der sich niemand ganz freisprechen kann, produziert natürlich wunderschön anzusehende Arbeiten von herausragenden Designern/Illustratoren. In diesem Segment von Design als eher visueller Leistung lässt sich Hochwertigkeit sicher an subjektiven oder modischen Parametern festmachen. Es kann keinen Zweifel geben, dass wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Methoden entwickeln werden, um in Form einer aktiven Designkritik über diese ästhetische Dimension von Design urteilen zu können, wie wir heute Film- oder Plattenkritiken schreiben. Grafik-Design wird sich wie Kunst, Photographie oder Architektur als visueller Kulturfaktur etablieren und sich noch mehr als bisher einen Weg in Magazine, Galerien und Museen bahnen. Ich mag diesen Aspekt von Design per se, aber manchmal beschleicht mich die Angst, dass diese Spezies von Design sich ungesund vervielfältigt und allzu dominant wird, es nur noch um modische Launen, um den Gestalter-als-Künstler geht, nicht mehr um die »Sache«, die es zu verbessern gilt, nur um subjektive (und damit unangreifbare) und weniger um objektive Vorstellungen von »Hochwertig«. Es ist eine resignierte Haltung, die ich hinter manchen Arbeiten vermuten, die nur noch kommentieren oder schlicht sperrig-»anti« sind (wohlgemerkt alle auf recht gleiche Art), oder die auf der anderen Seite nur noch Nichtigkeiten schön verpacken wollen – so als könne man nicht mehr die Kraft aufbringen, das große Ganze besser zu machen. Man kommentiert die Misere, aber als Beobachter, passiv, cool, eben rein ästhetisch. Was sich in den 90er Jahren noch wie ein Befreiungsschlag anfühlte – raus aus dem Korsett des Sachzwangs, rein in den Posthistorismus -, führt heute in ein oft seltsam unterkühltes Spiegelkabinett, in dem narzisstische Verkleidungskünstlern sich einander gleichgültig smarte Insider-Zitate zuflüstern. Es ist ein seltsamer Fin-de-Siècle-Maskenball und nach fast zwei Dekaden hat kaum noch jemand die Kraft, wirklich zu tanzen und im Halbdunkeln sehen alle Gäste verdammt ähnlich aus. </p>
<h3>Design als Mission</h3>
<p>Versteht mich nicht falsch – ich finde es toll, wenn es im Design einen großen Bereich visueller Arbeiten gibt, die frei und abenteuerlich sind, die ohne Leine spazieren gehen. Ich bin vielleicht nicht ganz sicher, ob dieser Bereich derzeit so mutig und frei ist, wie er sein müsste – aber Design-als-Kunst ist ein wichtiges Feld, keine Frage. Aber wenn es um »Hochwertigkeit« geht, komme ich immer wieder zurück zu einem anderen, etwas älteren Designbegriff, dem ich eine Renaissance wünsche. Während Dieter Rams (und leider im nur geringeren Maße der großartige Hans Gugelot) gerade wieder en vogue sind, weil Jonathan Ive den reinen Look des Braun-Designs bei Apple aufgreift, sind es tatsächlich die Thesen hinter dem Design von Rams, die man ähnlich auch bei Bill oder Aicher wiederfinden kann, diese Ideen des Designs der sechziger Jahre, eines soziopolitischen Ansatzes, der aus meiner Sicht einen verblüffend Weg zu einem anderen Begriff von »Hochwertigkeit« zeigt. </p>
<p>»Hochwertig« ist hier nicht das, was modern ist, oder gefällt, was einer ästhetisch-künstlerischen Vorstellung des Designers entspricht sondern das, was evolutionär funktioniert, sich durchsetzt, was also bleibt. Dieses Design fungiert als permanenter Innovations- und Verbesserungszyklus, als Schumpeterscher Prozess von Selbstkritik, Hinterfragung, Erneuerung. Es ist nur zwangsläufig, dass ein derart an der Nützlichkeit orientiertes Design einen Hunger hat, sich in betriebliche Aspekte einmischen will, die auf den ersten Blick nichts mit »Grafik« zu tun haben. Dieses Design hat stets den Beigeschmack des Missionarischen, weil es ganzheitlich denkt und Nutzungsaspekte eines Produktes ebenso ernst nimmt wie die Usability einer Homepage. Es ist einfach die logische Fortführung jenes Denkens, das uns als Designer im Detail um Verbesserungen kämpfen lässt. Es ist der Kampf des Chemiebaukasten-Kindes um die besten, pursten Zutaten für das größtmögliche <strong>BUMM</strong>, eine Art Askese des Guten. Um Rams noch einmal zu zitieren: »Weniger, aber besser.« Unterm Strich ist dieses Design der anstrengende und oft ohne Frage auch frustrierende Versuch, im eigenen Arbeitsethos, in Gesprächen, im Umfeld immer wieder nach Vernunft und Angemessenheit zu suchen, die Prinzipien des eigenen Entwerfens auf das Umfeld auszuweiten. Die Vorstellung von »hochwertig« endet hier nicht bei Schriftwahl und Druckveredelung. Keine Frage, dass die Design-Missionare sich hierbei nicht selten aufreiben, frustriert sind, ausbrennen, in die Lehre flüchten oder nach und nach zu den schlimmsten »Wer zahlt hat Recht«-Zynikern mutieren. Weil die Welt sich in ihrer Komplexität nicht rigide entwerfen und steuern lässt, ist der Ingenieurs-Ansatz eines Otl Aicher im Grunde zum Scheitern verurteilt, zu statisch, zu steif, wo der Ansatz der reinen Ästheten zu schlaff, zu hedonistisch, zu pseudo ist. Weil Design immer ein sozialer Prozess ist und eben nicht wie Wissenschaft in einem durchgehend kontrollierbaren oder wie Kunst in einem zutiefst individuellem (ergo auch kontrollierbaren) Umfeld stattfindet, sondern in einem Spannungsfeld von widersprüchlichen und oft fehlerhaften Kommunikationen, Wünschen, Zielen ist ein hartes Streben nach »Exzellenz« eine perfekte Strategie zum Unglücklichsein. Ein Designer wird niemals die Resonanz und Tiefe der Arbeit eines »echten« Künstlers erreichen, ohne sozusagen unbemerkt das Feld zu wechseln &#8211; andererseits wird niemals ein Designer auch nur <strong>eine</strong> ganze Firma re-organisieren und verbessern können, von der Gesellschaft als solche ganz zu schweigen. Aichers Designer als Weltentwerfer und flammender Erzieher würde heute an der eigenen Rigidität und Freudlosigkeit ersticken. </p>
<h3>Come together</h3>
<p>Die Zerteilung des Designs in Ästheten und Moralisten, Stylisten und Ingenieure, Realos und Fundis, ist nun schon so alt wie die Entdeckung des Selbstbewusstsein des Designs im Jugendstil oder Dada oder Bauhaus. Das dürfte sicher ein 100 Jahre altes Thema sein – und es wäre überfällig, diesen Gegensatz als Reichtum zu verstehen. Ja, wir haben derzeit sicherlich zu viele reine Stylisten, syntaktische Meister ohne Inhalte, aber die Austauschbarkeit der meisten Arbeiten ist auch für die Protagonisten der Szene greifbar. Auf der anderen Seite wird auch der strengste selbsternannte »Informationsarchitekt« erkennen müssen, dass Kommunikation eben kein Haus ist, keine Architektur hat, sondern arationalen Aspekten folgt, die man spielerisch und explorativ integrieren kann. Auch Freude an der Nutzung sind eben »objektive« Funktionsfaktoren. So ist zu hoffen, dass die Ästheten auf der Flucht aus dem ermüdenden Nihilismus ihrer Arbeit weiter nach tieferen Inhalten suchen und die Moralisten ihrerseits die Magie des Spaßes und die Leichtigkeit des intuitiven Spiels entdecken. Was seit Jahren wie zwei unvereinbare Lager scheint, kann in der Fusion eine dynamische, lebendige Idee von angewandtem Kommunikationsdesign ergeben, eine Art Dritten Weg als Ausweg aus der Sackgasse, in der die Branche steckt. Design als Kreuzzug funktioniert ebenso wenig wie Design als Cocooning in die Heile Ich-Kuschelwelt. Ein dritter Weg zwischen missionarischem Eifer und nonchalanter Oberflächlichkeit ist eine Chance, sich in aller Bescheidenheit wieder im Sinne Aichers als Weltverbesserer zu verstehen, ohne dabei wie Wile E. Coyote ohne jeden Lerneffekt immer wieder an der Unmöglichkeit dieser Aufgabe zu scheitern. Das wäre eine Chance, aus dem nihilistischen Anti-Design herauszukommen, das nichts erschafft, nur cool sein will, und die Energie und die Leidenschaft und auch die Wut der Gestalter wieder in positive, die Zukunft suchende Entwürfe zu leiten. Anstatt die Gegenwart müde zu dekonstruieren würden wir so wieder die Zukunft (mit-)gestalten. </p>
<p>Und unsere Suche nach Hochwertigkeit könnte dabei ganz neue Dimensionen erreichen&#8230;</p>
<blockquote><p><strong>Nachbemerkung</strong><br />
Die Vorsicht-Glas-Texte sind tatsächlich nur lautes Nachdenken über Design und die eigene Arbeit und die Zukunft&#8230; meist in einem Rutsch geschrieben und entsprechend ausufernd, ungeordnet, unstrukturiert. Sie sind nicht mit einem echten Essay zu verwechseln, auch wenn es so niedergeschrieben verdächtig danach aussieht &#8211; insofern denkt euch am besten ein Gespräch in einer verrauchten Kneipe morgens um sechs als Umfeld, dann stimmt der Ton schon eher. Sie sollen nicht belehren oder besser wissen, auch wenn es manchmal so klingen mag. Und morgen kann ich vehement das Gegenteil behaupten.</p></blockquote>

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		<title>Über Veredelung und hochwertiges Drucken</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Feb 2011 10:10:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<h4>Bölling gehört zu den besten Adressen in puncto Prägedruck und Druckveredelung. Wir haben Marco Bölling, Geschäftsführer und Inhaber von <a href="">Bölling Prägedruck</a>, zum Interview gebeten.</h4>
<h4>Welche Veredelungsmöglichkeiten sind aktuell technisch möglich und was wird in Zukunft vielleicht machbar sein?</h4>
<p>Ein weites Feld. technisch möglich ist so einiges. Wir kommen von den klassischen Veredelungstechniken: Blindprägung, Heißfolienprägung, Stahlstich und deren spannenden Kombinationen. Was möglich ist, hat natürlich auch viel damit zu tun, was gerade gewünscht wird. Das muss mitunter nicht neu erfunden werden. Vor einigen Jahren war der Buchdruck das »normale« Druckverfahren, bevor er durch den Offsetdruck abgelöst wurde. Heute begreift man es als Veredelungsverfahren und sagt »Letterpress« dazu – klare, ehrliche und haptisch ansprechende Drucksachen. Ich begreife diesen Trend als Gegenbewegung zu X-Farben-plus-Inline-Doppelt-und-Dreifach-Lack und Digitaldruckwahn. Die Anbieter digitaler Drucksysteme haben den Aspekt der Veredelung für sich erkannt und hier erwarte ich für die Zukunft weitere Lösungen. Was derzeit geboten wird, ist zwar eine Abgrenzung zu bestehenden Systemen und damit aus Sicht der Anbieter sicher ein Alleinstellungsmerkmal, aber – seien wir ehrlich – damit allein entstehen keine Produkte, die Menschen wirklich berühren.<br />
Wir haben uns den Ruf des Problemlösers geschaffen. Wenn keiner mehr weiter weiß, dann landet es sehr oft auf unserem Tisch. Dadurch kommen wir mit den unterschiedlichsten Aufgabenstellungen in Berührung und haben für viele Dinge, die wir nicht im eigenen Haus leisten können, herausragende Partner gefunden. Teils kommt unsere Arbeit der eines Produktioners gleich. Hierin liegt meines Erachtens nach ein wichtiger Punkt für die Zukunft von Veredelungen: es braucht nicht noch mehr neue Techniken und Möglichkeiten, sondern es braucht erst einmal jemanden, der den Überblick behält und weiß, was funktioniert und was nicht, was man kombinieren kann und was nicht.</p>
<h4>Wann macht Druckveredelung Sinn und wann ist sie unter Umständen zu viel des Guten?</h4>
<p>Interessant, dass diese Frage an uns als Ausführende gerichtet wird, da zur Beantwortung eher strategische bzw. konzeptionelle Erwägungen, die in den Bereich des Werbers oder Kreativen fallen, maßgeblich sind. Dennoch: es gibt ein paar ganz nüchterne und technische Umstände, die eine Veredelung quasi unverzichtbar machen, z. B. Fälschungssicherheit bei Konzertkarten oder Modelabels.<br />
Können Druckveredelungen Sinn haben? Streng genommen doch eigentlich nicht, da eine Botschaft ohne jede Veredelung gelesen werden kann. Scheinbar gibt es da aber noch etwas mehr als die bloße optische Wahrnehmung, um Menschen zu berühren, denn sonst müsste das weltweite Netz, doch all unsere Bedürfnisse befriedigen. Ein gut integriertes Gesamtkonzept mit ehrlicher und überzeugender Kommunikation ist das, was Sinn ergibt. Drucksachen mit gezielt eingesetzter Veredelung im Einklang mit hochwertig gestalteten und produzierten elektronischen Medien – das eine schmeichelt dem anderen und ergänzt es.<br />
Zuviel des Guten ist es immer dann, wenn eine Drucksache konzipiert wird, ohne die Veredelung vom ersten Gedanken an zu berücksichtigen. Dann wirkt es aufgesetzt und unstimmig.</p>
<h4>Gibt es technische Grenzen in der Umsetzbarkeit und wenn ja, welche? Was war die ungewöhnlichste Veredelungsanfrage, die euch je gestellt wurde?</h4>
<p>Technische Grenzen werden durch die Physik vorgegeben. Papier und Karton sind Naturprodukte, die Schwankungen unterworfen sind – zum Beispiel bei Änderungen von Temperatur und Luftfeuchte. Die Gretchenfrage ist letztendlich: was ist zu tun, um bis zur Grenze des physikalisch Machbaren vorzustoßen? Oft sind es ganz einfache Dinge, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, wie zum Beispiel der Zeitfaktor. Ist die Zeitvorgabe so eng, dass man gezwungen ist, das Material, das eben noch bei -10°C im Laderaum des Papiertransporters war, sofort in die Maschine zu nehmen, darf man sich nicht wundern, dass am nächsten Tag kein Passer mehr zu erzielen ist. Mit Erfahrung, sorgfältiger Planung und einem angemessenen Zeitplan lassen sich unglaubliche Dinge in die Tat umsetzen.<br />
Die ungewöhnlichste Veredelungsanfrage? Das ist schwierig zu sagen, da wir uns jeden Tag mit Außergewöhnlichem befassen. Der eine findet echtes Blattgold irre, der andere wünscht dramatisch erhabene Prägungen, ohne auf der Rückseite den Gegendruck zu sehen, und ein Dritter will zudem, dass die Ausstattung für seine neue Yacht pünktlich von einem adretten, mit grauem Anzug veredelten Mann am Pier eines schmucken süditalienischen Hafenstädtchens angeliefert wird.<br />
Wir suchen weltweit nach Materialien, um die Wünsche unserer Kunden zu erfüllen, gibt es sie nicht, recherchieren wir Möglichkeiten um sie anzufertigen.</p>
<h4>Was macht für Dich ein qualitativ hochwertiges Papier aus?</h4>
<p>Abstrakt: Es wäre zu einfach über Stoffzusammensetzungen, Eigenschaften und Eignung für verschiedene Verfahren zu dozieren. Die Wahl von Papier und Karton muss in das Konzept passen und mit der Persönlichkeit der Person oder des Unternehmens harmonieren.</p>
<p>Persönlich: Ich war schon immer verliebt in Papiere und Kartons mit hohem Baumwollanteil. Wenn die Oberfläche dem weichen Frotteehandtuch aus dem Marmorbad eines Weltklassehotels gleichkommt, dann ist es das Material, das mir gefällt. Großartig finde ich auch Bambus- oder Eukalyptuspapiere, die meine Vorliebe in Sachen Haptik mit einem Beitrag zum Umweltschutz vereinen.</p>
<h4>Gibt es Projekte, die ihr gerne mal machen würdet, aber aufgrund fehlender Möglichkeiten bisher nicht machen konntet?</h4>
<p>Der Schuster trägt bekanntlich die schlechtesten Schuhe. Unsere eigenen Projekte stehen leider nur zu oft hinten an, weil uns unsere Kunden glücklicherweise stets auf Trab halten. Seit langer Zeit wünsche ich mir ein Projekt, das eine schöne Kalligraphie mittels Buchdruck in Szene setzt. Das werden wir demnächst angehen – ungezwungen und ohne wirtschaftliches Interesse, einfach weil es Spaß machen soll. Ansonsten: ich wüsste gerne, wie gut die Visitenkarten unserer Kanzlerin sind und möchte schauen, was man da noch besser machen kann.</p>
<h4>Wie seht ihr eure Zukunft gerade vor der Entwicklung aktueller Technologien wie iPad und Co.?</h4>
<p>Ich denke, wir sind nun langsam dort angekommen, dass jeder weiß, wofür etwas am sinnvollsten angewendet werden kann. Digitaldruck und Onlinedruckereien haben ihre Berechtigung und tragen mit On-demand-Produkten dazu bei, dass weniger in Lager genommen und weniger Papier sinnlos bedruckt werden muss. Das weltweite Netz mit seinen immer reicheren Anwendungen liefert die Informationen und Lösungen, die ich in einer bestimmten Sekunde benötige. iDevices helfen im Alltag, unterhalten und machen Freude.<br />
Es gibt jetzt und in Zukunft genug Geschäftsmodelle und Anlässe, die das Gegenübertreten von Menschen beinhalten – und das beginnt zumeist mit einer Visitenkarte. Wir sehen unsere Mission darin, die aufrichtige Kommunikation einer Person oder eines Unternehmens in diesem Moment durch eine tadellose Drucksache zu untermauern.</p>

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		<title>Food-Styling</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 08:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<p>Abbildung und Realität haben manchmal nicht viel miteinander zu tun. Das weiß jeder, der schon mal eine Dosensuppe zubereitet hat und deren Optik meist ein anderes Gericht verspricht, als das was man am Ende auf seinem Teller vor sich hat. Es muss nicht gleich so drastisch sein, wie in diesen <a href="http://www.pundo3000.com/werbunggegenrealitaet3000.htm">Fällen</a>.</p>
<p>Das Produktetikett verspricht »Haute Cuisine«, das Innenleben verspricht Magenschmerzen. Auf Werbung und deren Versprechen gehen wir hier nichtallzu sehr ein. Aber warum »low cost« wie »high cost« aussieht, kann uns Frank Weymann erklären.</p>
<p><strong>Interview mit Frank Weymann</strong><br />
<a href="http://www.foodstyling-weymann.com">http://www.foodstyling-weymann.com</a></p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/06/steak-mit-mayo-800x533.jpg"></p>
<h4>Du bist von Beruf Food-Stylist. Wenn dich Leute auf einer Party danach fragen, was du beruflich machst, wie umschreibst du das, was du machst?</h4>
<p>Ich verändere Lebensmittel so, dass sie vor der Kamera haltbarer sind. — Ich verwandle Konsistenzen von Lebensmitteln, um das Fliessverhalten so zu verändern, dass es vor der Kamera lecker aussieht. — Ich baue Bilder vor der Kamera</p>
<h4>Wie bist du zu diesem Beruf gekommen? </h4>
<p>Durch Zufall.  — Während meines Oecotrophologiestudiums sprach mich eine Freundin an, die einen Foodstylisten kannte, ob ich nicht Lust hätte, ihm zu assistieren. Daraus ergaben sich nach einiger Zeit die ersten kleinen eigenen Jobs, die sich dann sehr schnell vervielfältigten. </p>
<h4>Warum muss Essen »gestyled« werden? Warum sieht »normales« Essen nicht gut genug aus?</h4>
<p>Lebensmittel sind sehr heterogene Stoffe, die vor der Kamera (zum Teil) nicht gut aussehen. Zudem »sieht« eine Kamera im Gegensatz zum Auge nur zweidimensional. Diese eine fehlende Dimension muss ausgeglichen werden. </p>
<h4>Wie sieht dein Arbeitsablauf bei einem Fotoshooting bzw. Werbefilmdreh aus? </h4>
<p>Lebensmittel einkaufen. Mit dem Storyboard (Drehbuch) auseinandersetzen um zu verstehen, was vom Kunden gewünscht ist.  Layoutfilme drehen oder Fotos schießen (falls vorab gewünscht). — Bei Bedarf müssen die Lebensmittel vorweg verarbeitet werden. — Nach dem Vorbereiten die Originalprodukte nachbauen. — Vor der Kamera das gewünschte Bild aufbauen. </p>
<h4>Du bist gelernter Koch. Bereitest Du das Essen manchmal auch selbst zu oder kümmerst Du Dich ausschließlich ums Styling?</h4>
<p>Manchmal koche ich das Essen auch selber, ansonsten kümmert sich eine Assistenz darum, damit ich mich zu 100% auf das Stylen und den Aufbau konzentrieren kann. Um das Einkaufen kümmere ich mich in Deutschland aber ausschließlich selber, im Ausland lasse ich die einheimische Assistenz die Einkäufe erledigen.</p>
<p><img src="http://www.designmadeingermany.de/2011/data/files/2011/06/eis-800x533.jpg"></p>
<h4>Kann man die Lebensmittel auf deinen Fotos/in deinen Filmen wirklich essen? Sind sie also »echt«? </h4>
<p>In den meisten Fällen ja. Vor allen Dingen wenn die Darsteller die Produkte vor der Kamera essen müssen, müssen diese zumindest halbwegs schmackhaft sein. Die Zeiten der artifiziellen Produkte sind Vergangenheit.</p>
<h4>Perfektes Food-Styling und Fotografie kann für den Hobbykoch mitunter ziemlich ernüchternd sein. Wie real sind Food-Fotos? </h4>
<p>Der Trend geht weiterhin in Richtung natürlicher Produktfotografie. Nichts desto trotz werden Produkte nach wie vor für die Kamera geschönt und aufgearbeitet. </p>
<h4>Wie weit gehst Du mit Deiner künstlerischen Freiheit? </h4>
<p>Wenn es geht, bis an die Grenze. Das ist das was die Kunden an mir schätzen. </p>
<h4>Wenn du schick essen gehst, denkst du dann oft daran, wie du das Essen auf deinem Teller stylen würdest? </h4>
<p>Ja, ständig. Leider ist es mittlerweile so, dass teuer essen gehen nicht immer mit höchster Qualität verbunden ist. Meist bezahlt man einen bekannten Namen und erhält dafür aber mindere Qualität, einen schlechten Service und nicht das, was einem versprochen wird. </p>
<h4>Arbeitet man auch in der Haute Cuisine mit optischen Tricks (auch jenseits der Kameras), um essen hochwertiger aussehen zu lassen? </h4>
<p>Ja, durchaus wird die ein oder andere Nudel auch gefärbt.<br />
Vor allem die Molekularküche hat sich dadurch ausgezeichnet. Der Trend dazu ist aber schon wieder vorbei und es bewegt sich alles mehr in Richtung natürlichen Produkten und natürliches Aussehen. </p>
<h4>Hat sich deine Einstellung zum Essen mit deinem Beruf verändert?</h4>
<p>Nein, die Einstellung zum Essen hat sich bereits in meiner Ausbildung und Tätigkeit als Koch verändert und geprägt. Ein »Feintuning« wird es dennoch immer wieder geben.</p>
<p>Das Interview führten <a href="http://www.pascaljeschke.de/">Pascal Jeschke</a> &#038; <a href="http://www.nadine-rossa.de/">Nadine Roßa</a>. Fotografie &#038; Fooddesign von <a href="http://www.foodstyling-weymann.com">Frank Weymann</a></p>

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		<title>Was ist für dich Hochwertig?</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 08:15:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Magazin</dc:creator>
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<p><b>Wir haben Kollegen befragt, was sie mit »Hochwertig« verbinden. Herausgekommen sind 39 sehr unterschiedliche Statements.</b></p>
<blockquote><p>
„Hochwertigkeit liegt für mich ganz klar in der Rarität der Dinge. Etwas Hochwertiges kann man weder einfach noch schnell bekommen. Hochwertigkeit hat für mich auch weniger mit Geld als mit ideellem Wert zu tun. Natürlich kann ich in einen Laden gehen und mit ganz viel Geld teure Dinge kaufen und mir damit einen hochwertigen Status erkaufen. Für mich beginnt Hochwertigkeit jedoch schon bei Kauf einer guten Kartoffel, bei dem Fund einer 80 Jahre alten Kamera, die noch die gleichen Fotos wie früher macht oder einfach in einem Moment auf der Straße, wo etwas schönes passiert und die Zeit stehen bleibt. Den Wert der Dinge bestimmt jeder selbst und was man vom Leben erwartet bestimmt wie hoch dieser anzusetzen ist.“</p>
<p><strong>Ailine Liefeld</strong> (BCaptured – Photography Ailine Liefeld)<br />
<a href="http://ailineliefeld.com/">http://www.ailineliefeld.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„So ein richtig deutsches Wort. Fast ungewöhnlich, dass gerade dieser Begriff deutsch geblieben ist, im Differenzierungssprachkrieg noch nicht auf „high valuey“ aufgerüstet wurde. Hätte man ja machen können, man sagt ja auch „opinion leaders“ zu Großmäulern, oder „stakeholder „zu Steakhalter. Aber „hochwertig“ ist für das was es aussagt, das alleroptimalste. Es wird nie durch ein nichtdeutsches Wort aufgepimpt werden, denn was es ausdrücken soll, ist so im Selbstverständnis des Deutschen und seinem Verhältnis zu seiner Arbeit und den Dingen mit denen er sich umgeben soll, verwachsen, dass man es nicht einfach verdenglischen kann. „Hochwertig!“ ist der große deutsche Fetisch und, das hört man ja auch von überall, unsere letzte Chance. Deutsche Wertarbeit also, was der Chinese halt noch nicht kann. Wenn der Chinese Deutsche Wertarbeit kann, können wir immer noch auf Deutsche Hochwertarbeit upgraden.</p>
<p>Obwohl ich hier eigentlich für das Weglassen des „Hoch“ plädieren möchte. Wertig, das klingt doch viel sympathischer und hat ohne diesen elitären Prefix eine viel selbstbewußtere Authorität. Hochwertig bleibt ja letztlich immer eine Behauptung. Wertig ist eine nüchterne Feststellung. Zudem ist das Wort gut zu exportieren. Ich kann schon den hippen New Yorker rufen hören: „Hey, nice new hat. It looks very werty!““</p>
<p><strong>Alexander Gellner</strong> (Regisseur &#038; Animator, bitteschön.tv)<br />
<a href="http://www.bitteschoen.tv">http://www.bitteschoen.tv</a>, <a href="http://www.gellnerism.com">http://www.gellnerism.com</a></p></blockquote>
<blockquote><p>
„Unsere Kunden erwarten von uns die bestmögliche Lösung. Das Problem dabei: Bestmöglich ist äußerst subjektiv und organisationslastig zu betrachten. Von „in time &#038; in budget“ bis hin zu KPIs und ROI reicht dabei die Spannbreite der (betriebswirtschaftlichen) Blickwinkel.</p>
<p>Dies sind unbestreitbar wichtige Aspekte. Eine hochwertige Lösung geht aber darüber hinaus. Sie entsteht auf dem Weg zur Vereinbarkeit von Unvereinbarkeiten. Eine solche Unvereinbarkeit stellen oftmals die Einzelinteressen von Unternehmen und ihren Kunden dar. Eine gute Agentur vermittelt dabei nicht zwischen den Bedürfnissen der beiden Parteien und sucht den Kompromiss. Sie baut vielmehr auf den vordergründig divergierenden Bedürfnissen auf und schafft etwas neues, etwas für beide Seiten wertvolles, eben höher wertig als das bisher bekannte.</p>
<p>Zugegeben: Diese Königsdisziplin kreativen Auftragsschaffens findet nicht oft statt in Deutschland. Umso mehr ein Grund in diese Richtung zu arbeiten. Denn hochwertig bedeutet immer auch mehrwertig &#8211; und zwar für beide Seiten!“</p>
<p><strong>Alexander Kamphorst</strong> (Stratege, Pixelpark Berlin)<br />
<a href="http://www.pixelpark.com">http://www.pixelpark.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„In dem Wort Hochwertigkeit steckt zu allererst einmal das Wort “Wert”. Und Wert wird oft monetär verstanden. In diesem Sinne ist “hoch”-wertig das Gegenteil von billig. Ich persönlich verbinde mit dem Wort Attribute wie edel, nobel, schön, schöngeistig, kostbar, ausgewählt, Sorgfalt, mit Liebe zum Detail und Begehrlichkeit. Ich denke an die guten alten Manufakturen, wo “kostbare” Gegenstände in Handarbeit produziert werden. Es geht um Perfektion, lange Haltbarkeit und die besten Materialien; um Gegenstände, die man nur einmal im Leben kauft – zeitlos im Design.</p>
<p>Im Hinblick auf mein Geschäftsfeld, dem Sound Branding übertrage ich das Wort hochwertig auf echte Instrumente, ausgefeilte Kompositionen, clevere, einzigartige und auf die entsprechende Marke abgestimmte, passgenaue Arrangements, die überraschen und sich auch nach langer Zeit noch behaupten können.“</p>
<p><strong>Alexander Wodrich</strong> (Geschäftsführer, Alexander Wodrich Sound Branding)<br />
<a href="http://www.alexanderwodrich.de">http://www.alexanderwodrich.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Hochwertig = Der in Form gebrachte, höchste Anspruch.“</p>
<p><strong>André Kura</strong> (Creative Director, Designair)<br />
<a href="http://www.designair.org">http://www.designair.org</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Hochwertig bedeutet für mich: einmalig, selten, unbezahlbar, unersetzbar, rar, brillant, ausgezeichnet, Aufsehen erregend, aufwändig, vortrefflich, vorbildlich, großartig, bedeutsam, überragend, auffällig, erstrangig, einzigartig, glänzend, delikat, kostspielig, stabil, wertbeständig, stark, unverfälscht, unverwüstlich, dauerhaft, exquisit, solide, luxuriös, gediegen, achtbar, unzerstörbar, bewundert, strapazierfähig, echt, massiv, widerstandsfähig, geschätzt, nützlich, geliebt, vollkommen, schön, vollendet, fein, nobel, erstklassig, kostbar, unschätzbar, edel, geschmackvoll, auserlesen, exzellent, kultiviert, elitär, hervorragend, schmackhaft, erste Wahl, begnadet, vornehm, gepflegt, anmutig, gehoben, apart, mustergütig, attraktiv, überdurchschnittlich, exemplarisch, außergewöhnlich, sagenhaft, beeindruckend, famos, klassisch, überzeugend, nachhaltig, unübertrefflich, interessant, beispielgebend, nacheifernswert, beachtlich, klasse, bestmöglich, perfekt, grandios, leistungsfähig, überwältigend, makellos, meisterhaft, genial, außerordentlich, erstaunlich, optimal, herrlich, wundervoll.</p>
<p><strong>Boris Kahl</strong> (Art Director bei MAGMA Brand Design)<br />
<a href="http://www.magmabranddesign.de">http://www.magmabranddesign.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Für mich ist etwas hochwertig, wenn ich es entweder nicht pflegen muss, weil es von sich aus gut ist oder wenn es so gut ist, dass ich es unbedingt pflegen will. Ich versuche, nur diejenigen Dinge zu kaufen, die eins von beiden erfüllen, was mir leider nicht immer gelingt.</p>
<p><strong>Christian Büning</strong> (Büro Büning | Informationsgestalter)<br />
<a href="http://www.christianbuening.de">http://www.christianbuening.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Besonders hochwertig ist für mich z. B. ein Geschenk, das so persönlich ist, dass ich es niemand anderem schenken könnte. Den allergrößten Coup nach jahrelanger Geschenkepleite, habe ich letztes Weihnachten bei meinem Vater gelandet. Ich schenkte ihm „Das große Laufbuch“. Dieses Buch wird nie einen Designpreis gewinnen. Es gleicht eher einer Gebrauchsanweisung für eine hoch komplexe Rechenanlage, als einer Motivationshilfe. Immerhin motiviert diese Sammlung von Pulswerten und Ernährungsplänen den ehemaliger Maschinenbauingenieur so sehr, dass er sich nach<br />
jahrelanger Trainingspause wieder auf den Marathon vorbereitet.<br />
Ein hochwertiges Geschenk sagt nicht ich bin teuer, gut verarbeitet und gut designed, sondern, Du wurdest wahrgenommen! Im Grunde kann man diese Erkenntnis auf alle Geschäftsbeziehungen übertragen: Konsumenten, Kunden, Mitarbeitern, Patienten etc. Wir alle werden gerne wahrgenommen. Das ist hochwertig.“</p>
<p><strong>Daniela Hensel</strong> (Professorin für Corporate Design und Editorial Design, HTW Berlin)<br />
<a href="http://www.htw-berlin.de">http://www.htw-berlin.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Das Edelmetall Gold ist für mich hochwertig. Bei den aktuellen Kursen gerade in Form von ADC-Nägeln und Cannes-Löwen eine wertstabile Anlage.“</p>
<p><strong>Detlef Wildermuth</strong> (European School of Design)<br />
<a href="http://www.europeanschoolofdesign.eu">http://www.europeanschoolofdesign.eu</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„hochwertig“ sind für mich die dinge die man nicht für geld bekommt.</p>
<p><strong>Eike König</strong> (HORT)<br />
<a href="http://www.hort.org.uk">http://www.hort.org.uk</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Der Fokus bei hochwertigen Ergebnissen liegt gar nicht nur auf der Qualität der Ausarbeitung, sondern vielmehr auf der Bedeutungsebene: Die Idee, die zu mir passt, die mich tief berührt, die eine Reaktion auf das Zeitgeschehen ist und Angebote macht. Hochwertig ist etwas, wenn es Bedeutung schaffen kann.“</p>
<p><strong>Elias Barrasch</strong> (Innovation Strategist, The Disruption Consultancy &#8211; a unit of TBWA) <a href="http://www.thedisruptionconsultancy.com">http://www.thedisruptionconsultancy.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Hochwertig sind für mich alle die Dinge, die mir beim Erstkontakt das Gefühl vermitteln: „Du und ich, wir haben noch viel zusammen vor.“</p>
<p><strong>Felix Görmann</strong> (Comiczeichner &#038; &#8211; autor, flix)<br />
<a href="http://www.der-flix.de">http://www.der-flix.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
HOCHWERTIG bedeutet für mich, daß das Endprodukt optisch &#038; haptisch einen bleibenden Eindruck hinterläßt. Es freut mich immer wahnsinnig, wenn sich jemand wirklich WAS GETRAUT hat, was nicht allen Regeln oder dem ewigen LESS IS MORE entspricht, aber trotzdem prima funktioniert. HOCHWERTIGKEIT braucht &#8211; neben aller Kreativität &#8211; vor allem Zeit, ein angemessenes Budget, ganz viel Vertrauen durch den Kunden und manchmal auch ein bißchen Mut, sich den zerpflückenden Kommentaren der lieben Kollegen zu stellen&#8230;denn irgendjemand findet ganz sicher ein Haar in der Suppe, obwohl man alles auf mindestens 5 verschiedene Arten genau richtig machen kann.</p>
<p><strong>Finna Leibenguth</strong> (freiberufliche Illustratorin)<br />
<a href="http://www.wg-atelier.de">http://www.wg-atelier.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Hochwertig = Das, was bleibt.</p>
<p><strong>HD Schellnack</strong> (Nodesign)<br />
<a href="http://www.hdschellnack.de">http://www.hdschellnack.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Hochwertig ist für mich alles, was mir ein Erlebnis, eine Problemlösung, einen Genuss bietet, der qualitativ weit über dem liegt, was üblich ist &#8211; ohne dadurch anderen Menschen zu schaden.</p>
<p><strong>Henning Horn</strong> (Initiator, Gründer und Vorsitzender Face to Face e.V.)<br />
<a href="http://www.face-to-face.eu">http://www.face-to-face.eu</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Hochwertig sind für mich alle Dinge, denen bei ihrer Erstellung ein hoher Wert beigemessen wurde.</p>
<p>Wenn ein Autor länger, als vielleicht nötig, an seinen Sätzen feilt, wenn ein Designer seinen Entwurf immer wieder verbessert, obwohl der Auftraggeber schon längst zufrieden ist, wenn eine Firma ihr Produkt trotz großem Erfolg immer weiterentwickelt, dann entsteht etwas hochwertiges.</p>
<p>Denn das Gegenteil von hochwertig ist für mich Mittelmaß. Also nicht mit der ersten Idee zufrieden sein, nicht mit dem ersten Entwurf zufrieden sein und vor allem nie aufhören, unzufrieden zu sein!“</p>
<p><strong>Holger Eggert</strong> (User Experience Designer, level green)<br />
<a href="http://www.levelgreen.de">http://www.levelgreen.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Eine Sache ist hochwertig, wenn ihr Verlust schmerzt.</p>
<p><strong>Ivo Gabrowitsch</strong> (Marketing Director bei FSI FontShop International)<br />
<a href="http://www.fontfont.com">http://www.fontfont.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
versuch einer allgemeingültigen definition. hochwertig bedeutet, dass etwas einen hohen wert hat. objektiv ist dies in der währung »geld« messbar. subjektiv ist dies in der währung »bedeutung« messbar. meistens steht das, was man so bewertet, dabei in relation zu vergleichbaren gütern.</p>
<p><strong>Johannes Erler</strong> (Factordesign)<br />
<a href="http://www.factordesign.com">http://www.factordesign.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Liebe zum Detail.“</p>
<p><strong>Johannes Pauen</strong> (Managing Director, kleiner und bold)<br />
<a href="http://www.kleinerundbold.com">http://www.kleinerundbold.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Hochwertig“ ist dann möglich, wenn der Spaß an der Arbeit bis zum letzten Strich anhält.</p>
<p><strong>Judith Drews</strong> (Illustration)<br />
<a href="http://www.judithdrews.de">http://www.judithdrews.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Gibt es eine bessere Übersetzung für hochwertig als &#8230; Made In Germany? Das soll auf keinen Fall heißen, dass in anderen Industrieregionen keine hochwertigen Produkte hergestellt werden. Das iPhone 4 zum Beispiel ist Made in China, wie übrigens die gesamte Apple Hardware, und weist eine Verarbeitungsqualität auf, wie man sie im Bereich der Smartphones noch nie gesehen hat. Nein, Made in Germany ist mehr, als nur eine Herkunftsbezeichnung. Seine Geschichte geht zurück ins 19. Jahrhundert</p>
<p>Im April 1887 verabschiedet das britische Parlament zum Schutz seiner Stahlwaren-Industrie eine Neufassung des 25 Jahre alten »Merchandise Marks Act«: Ob aus Frankreich, aus den USA oder aus dem Deutschen Reich &#8230; auf allen Importartikeln, die aufgrund ihrer Namen und Warenzeichen mit englischen Fabrikaten verwechselt werden konnten, musste künftig ein Hinweis auf das Urheberland stehen, mit den Worten »Made in&#8230;«. Das Siegel sollte Kunden vor billigen Fälschungen warnen und den Kauf heimischer Produkte fördern.</p>
<p>Die deutschen Hersteller reagieren zunächst empört auf das Gesetz. Doch die Sorge, ihr Geschäft könne Schaden nehmen, war unbegründet. Weil viele auf Export ausgerichtete Unternehmen seit der Weltausstellung 1976 in Philadelphia die neue Strategie »Konkurrenz durch Qualität« befolgten, wandelt sich das neue Zeichen binnen weniger Jahre vom Herkunftssiegel zum Qualitätssigel. Ob Messer, Klaviere, Spielzeug oder Bier: bald greifen Menschen in aller Welt bewusst zu Waren Made in Germany, weil sich deren Qualität schnell herumgesprochen hat und die Produkte jetzt klar gekennzeichnet sind.</p>
<p>Niemand kann heute vorhersagen, ob Made in China das Made in Germany des 21. Jahrhunderts werden wird. Im Moment steuern die deutschen Exporte Rekordzahlen an, und nach wie vor gelten Marken wie Miele, BMW, Siemens oder Zwilling als der Inbegriff für hochwertige Qualität.</p>
<p><strong>Jürgen Siebert</strong> (Fontshop Vorstand &#038; Betreiber des Fontblogs)<br />
<a href="http://www.fontblog.de">http://www.fontblog.de</a>, <a href="http://www.fontshop.de">http://www.fontshop.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Hochwertige Dinge sollten das, wofür sie gemacht werden besonders gut können &#8211; und eine gewisse Raffinesse bei der Konzeption oder Herstellung gehört vielleicht auch dazu. Man merkt ihnen an, dass ihr Hersteller den Zweck dem sie dienen wirklich verstanden hat. Mehr als durchschnittliche Produkte sagen sie etwas über den Designer/Erfinder/Hersteller aber auch den Nutzer aus. Nicht die Kosten stehen im Mittelpunkt, sondern das Produkt und im Besonderen der Zweck dem es dient.</p>
<p><strong>Kai Vermehr</strong> (Eboy)<br />
<a href="http://www.eboy.com">http://www.eboy.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Was ist für uns hochwertig? Wir sehen zwei Ansätze: Einen herstellerischen, der misst in Kriterien wie Verarbeitungs- und Gestaltungsqualität bis ins Detail sowie Haltbarkeit.</p>
<p>Das andere ist der persönliche Wert. Sie ziehen um: welche Gegenstände, welche Bücher, welche Kleidungsstücke packen Sie sicher ein? Diejenigen, die es Ihnen wert sind, gepackt, getragen, ausgepackt, wieder eingeräumt und zwischendurch noch abgestaubt oder gewaschen zu werden. Hochwertiges. Darunter sind bei uns ebenso alte und neue Schriftmuster- und andere Bücher (klar!) wie alte Schallplatten (Sound ist besser), Kleidungsstücke, die auch nach vielem Tragen nicht oll aussehen und deshalb die Zeit hatten, uns ans Herz zu wachsen wie die Tizio-Lampe, die Bertram mir von dem Honorar seines ersten Vortrags schenkte. Zeitloses, das die Qualität hat, alt zu werden, ohne alt auszusehen.</p>
<p>Interessanterweise erfüllen bei uns all die einpackenswerten Gegenstände die Kriterien des ersten Ansatzes. Danach arbeiten wir dementsprechend auch im Verlag.</p>
<p><strong>Karin Schmidt-Friderichs</strong> (Verlag Hermann Schmidt Mainz)<br />
<a href="http://www.typografie.de">http://www.typografie.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Hochwertig“ ist nix wert. Ein verbrauchtes Wort, altersschwach und ausgenutzt. Ausgenutzt vor allem von der Werbung für Dinge, die nicht so sind, wie sie eigentlich sein sollten: Der „Kaschmirpullover mit hochwertiger Paillettenapplikation“ ist eben ein Billigteil für 49,90€.</p>
<p>Ein Auto mit „hochwertiger Lederausstattung“ kostet garantiert weniger als eines mit Connolly-Leder. Ein „hochwertiges Designsofa“ kommt vom Möbeldiscounter und nicht von Minotti.</p>
<p>Und das ist der Punkt: Was wirklich etwas wert ist, ist auch ein eigenes Adjektiv wert. Dann sagt man zum Beispiel: „handgearbeitet“ oder „rahmengenäht“, „selbstgestrickt“, „mundgeblasen“ – oder von mir aus auch „customized“, für die Englischfreunde unter uns. Alles Worte, die mir mehr über den tatsächlichen Wert eines Dinges sagen als das Wort mit „h“. Und wenn man’s ganz einfach mag, kann man auch „gut“ sagen. Denn schließlich heißt es bei Manufactum ja auch nicht „Es gibt sie noch, die hochwertigen Dinge.“</p>
<p><strong>Mathias Jahn</strong> (Chief Creative Officer Heye, Group)<br />
<a href="http://www.heye.de">http://www.heye.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Für mich ist ein Objekt, ein Bild oder ein System dann hochwertig, wenn es trotz der Erfüllung komplexer oder smpler Aufgaben einfach strukturiert bleibt. Wenn es seine Aufgaben erfüllt und die optimale Form sich nach seinem Zweck richtet. Das geht am besten, wenn es geschaffen wird, ohne Gedanken oder Volumina von Material zu verschlingen, die nicht der Sache dienen — sondern Investitionen stattdessen in das Erreichen einer nachhaltigen Simplizität gemacht werden.</p>
<p><strong>Mareen Fischinger</strong> (freiberufliche Fotografin und Gründerin von lum.io)<br />
<a href="http://www.mareenfischinger.de">http://www.mareenfischinger.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Hochwertig, also von hohem Wert, ist eine recht schwammige Bezeichnung. Ergibt sich „hochwertig“ im Gegensatz zu „minderwertig“? Und wer legt dann eigentlich den Wert fest? Oder hat das nur was mit meinem persönlichen Kontext zu tun? Für mich persönlich ist “Etwas” hochwertig:<br />
• wo sehr smart die Aufgabe oder Funktion eines “Etwas” herausentwickelt wurde (Idee)<br />
• dies mit großer Liebe zum Detail und gestalterischer Sicherheit bei der formalen Lösung dieses “Etwas” geschehen ist (Umsetzung)<br />
• und dadurch dieses “Etwas” mir sehr lange Freude, Wohlgefallen und Nutzen (und zwar genau in dieser Kombination und Reihenfolge) bereiten wird. (Haltbarkeit)</p>
<p><strong>Martin Gassner</strong> (Executive Creative Director)<br />
<a href="https://www.xing.com/profile/Martin_Gassner">https://www.xing.com/profile/Martin_Gassner</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
HOCHWERTIG bedeutet für mich:<br />
<strong>H</strong> aben wollen.<br />
<strong>O</strong> hne Bedenken.<br />
<strong>C</strong> ooles Design.<br />
<strong>H</strong> ält was aus.<br />
<strong>W</strong> ertbeständig.<br />
<strong>E</strong> inzigartig.<br />
<strong>R</strong> espektabel.<br />
<strong>T</strong> olles Produkt.<br />
<strong>I</strong> mage geladen.<br />
<strong>G</strong> eht so geht garnicht.</p>
<p><strong>Martin Besl</strong> (Creative Director, SERVICEPLAN München, Haus der Kommunikation)<br />
<a href="http://www.serviceplan.com">http://www.serviceplan.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Für mich ist etwas hochwertig, wenn es mir lange Freude bereitet. Grund hierfür ist in den meisten Fällen, wenn Folgendes zusammenkommt: hervorragende Verarbeitung, sinnvolle Gestaltung, beste Materialien und Technik. Je mehr Gründe es gibt mit einem Möbelstück, Gerät oder Druckwerk zufrieden zu sein, desto hochwertiger ist es. Muss ich mich ständig über etwas ärgern, wurde ich übers Ohr gehauen!</p>
<p><strong>Martin Wenzel</strong> (Typografie und Kommunikationsdesign)<br />
<a href="http://www.martinplus.com">http://www.martinplus.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Hochwertig bedeutet für mich, das etwas mit aller liebe und perfekt bis ins detail, sorgfältigst angefertigt wurde.</p>
<p><strong>Mirko Borsche</strong> (Bureau Mirko Borsche)<br />
<a href="http://mirkoborsche.com">http://mirkoborsche.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Von hohem Wert ist&#8230;für mich eine persönliche Sache.</p>
<p>Was für jemanden von „hohem Wert“ ist, entscheidet jeder meist subjektiv und hat meist mit der persönlichen Erfahrung und dem eigenen Werteverständnis zu tun.</p>
<p>Der „hochwertige“ Sonntagsbraten zum Beispiel wird für viele jener sein, der so schmeckt als hätte ihn die eigene Großmutter mit viel Liebe zubereitet – ungeachtet dessen, aus welchem Stall das Tier, woher die Beilagen oder die Gewürze stammten.</p>
<p>Für mich ist Gestaltung von hohem Wert, wenn man die Seele in der Arbeit spürt, Herzblut darin steckt, wenn sie ideengetrieben ist. Hinzu kommen die handwerkliche Exzellenz, eine Prise Überraschung durch Innovatives sowie das Geschick das Ganze möglichst klar und einfach zu servieren.</p>
<p><strong>Nicoletta Gerlach</strong> (Scholz &#038; Volkmer, Creative Direction)<br />
<a href="http://www.s-v.de">http://www.s-v.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Hochwertig: Dieses Wort irritiert mich, je mehr ich darüber nachdenke. Es hat im Nachklang etwas altmodisches, es erinnert an Zeiten als bei mir zu Hause noch der Tisch zwischendurch mit dem „guten Leinen“ und dem „guten Porzellan“ eingedeckt wurde. Das waren die 60er. Die nächste sich aufdrängende Erinnerung ist verbunden mit der Inflation des Designbegriffes in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Möbeldesign bis Nageldesign &#8230; Danach gab es dann plötzlich nicht mehr nur hochwertige Drucksachen und hochwertige Küchenmöbel im Angebot, sondern auch noch hochwertiges Design. Was soll das eigentlich sein?<br />
Und der dritte Gedanke ist eher linguistischer Art – Das Gegenteil von hochwertig ist minderwertig. In Spanien stehen überall Parkschilder auf denen steht: Minusvalidos oder auch menos válidos . Ich habe eine Zeitlang gebraucht, bis mir klar war, dass es sich um Behindertenparkplätze handelt. Wörtlich übersetzt heißt das dann: weniger Wert. Aber so ist das bestimmt nicht gemeint.</p>
<p><strong>Nora Gummert-Hauser</strong> (Professur Typografie + Editorial Design an der Hochschule Niederrhein)<br />
<a href="http://www.gummert-hauser.de">http://www.gummert-hauser.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
 »Hochwertig« ist ein seltsamer Begriff, er wird gerne als Qualitätsbeschreibung verwendet, aber kaum jemand kann so recht sagen, was genau damit gemeint ist. Worin liegt der Unterschied zwischen »wertig« und »hochwertig«? Und leider ist »hochwertig« häufig ein verkaufsförderndes Adjektiv, um Mittelmäßiges verbal, aber nicht real aufzuwerten.<br />
Stattdessen könnte es auch lauten: erlesen, ausgezeichnet, exquisit, exzellent, fein, hervorragend, kostbar, vortrefflich, vorzüglich, ausgewählt, edel, wertvoll, bestmöglich, perfekt, bewundernswert, prächtig, makellos, unübertroffen, beispielhaft, bedeutend, meisterhaft, einwandfrei, genial, außerordentlich, erstaunlich, optimal, wundervoll, mustergültig, überdurchschnittlich, exemplarisch, außergewöhnlich, beeindruckend, überzeugend, unübertrefflich, fantastisch, geschmackvoll, kultiviert, hervorragend, nobel, erstklassig, unschätzbar, &#8230;<br />
Synonyme zu verwenden ändert nichts an der Augenwischerei mit Begrifflichkeiten, erweitert aber die sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten.</p>
<p><strong>Peter Reichard</strong> (TYPOSITION. Botschaft für Typografie und Gestaltung)<br />
<a href="http://www.typosition.de">http://www.typosition.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Haste Ohne Concept Hantiert, Wird Es Richtig Teuer. Ich Gelobe.</p>
<p><strong>Raban Ruddigkeit</strong> (Ruddigkeit Corporate Ideas)<br />
<a href="http://www.ruddigkeit.de">http://www.ruddigkeit.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
Ich benutze das Wort „hochwertig“ gern als verbalen Entspannungstee. Zum Beispiel, wenn ich einem Premiumhersteller die Idee für ein Mailing oder ein Give-away vorstelle. Der Kunde versteht dann, dass die Umsetzung zu seinem Premiumanspruch passt und ist entsprechend beruhigt. Allerdings kann der Entspannungstee manchmal auch einen etwas herben Beigeschmack haben. Denn je hochwertiger etwas produziert wird, desto teurer ist es auch.</p>
<p><strong>Philipp Barth</strong> (Creative Director bei Jung von Matt/Neckar)<br />
<a href="http://www.jvm.com">http://www.jvm.com</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Hochwertig verstehe ich als die Wahl von erstklassigen Lösungen bei der Umsetzung einer Produktidee. Das direkte Gegenteil ist minderwertig. Ist etwas von minderem Wert, wurde bei der Herstellung gegeizt, geschlampt, gehetzt oder absichtlich schlecht gearbeitet. Konkret als hochwertig empfinde ich meine Uhr, mein Mobiltelefon, meine Axt und meine Schuhe. Allesammt Gegenstände von Firmen, die Ihren Namen pflegen und deren Güter über dem Durchschnittspreis liegen.“</p>
<p><strong>Roland Brückner</strong> (Autor &#038; Illustrator, bitteschön.tv)<br />
<a href="http://www.bitteschoen.tv">http://www.bitteschoen.tv</a>, <a href="http://www.mumpelmonster.de">http://www.mumpelmonster.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Hochwertig ist für mich ein Attribut, das die Güte von Rohstoffen, Halbzeugen, fertigen Produkten aber auch Prozessen (der Be-/Verarbeitung) beschreibt. Hochwertig definiert für mich dabei eine Relation &#8211; kein absolutes Maß. So sehe ich die Eigenschaft hochwertig unabhängig vom absoluten Preis einer Sache. In der Regel kennzeichnet es für mich eine Kombination von qualitätvollen Ausgangsstoffen oder -materialien und deren ebenso erstklassiger und angemessener Be- oder Verarbeitung. Auch beide Komponenten an sich können dabei bereits hochwertig sein.“</p>
<p><strong>Sebastian Pilzner</strong> (Creative Director, Use Idendity &#038; Design Network)<br />
<a href="http://www.use-id.de">http://www.use-id.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
»das hat keinen wert.« diese aussage von martin hess, student der hochschule für gestaltung in ulm und ehemaliger professor an der fachhochschule düsseldorf, hat mich während meines studiums geprägt.</p>
<p>hochwertig wird oft mit überteuert, luxuriös oder exquisit in verbindung gebracht – das ist es aber nicht. wertigkeit erlangt man nicht durch hohe geldmittel, kostspieligen schnickschnack oder schillerndes beiwerk.</p>
<p>es ist die arbeit, das entwickeln und entwerfen, das ausschließen, der austausch, der spaß und die immer wieder neue herausforderung durch den inhalt.</p>
<p>ein klarer blick und mit dem ziel vor augen, eine bessere und funktional schöne lösung für ein problem zu finden, zu gestalten, zu überraschen.</p>
<p>design als schein, systeme die nicht laufen und produkte die nicht nützen – sie sind wie brezln ohne butter. das hat keinen wert.</p>
<p><strong>Tino Grass</strong> (büro für visuelle kommunikation)<br />
<a href="http://www.tinograss.de">http://www.tinograss.de</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Hochwertig ist für mich alles Stoffliche/Anfassbare, was eine sehr hohe Wertigkeit im Sinne einer sehr hohen Qualität besitzt. Das kann alles mögliche sein: ein Kühlschrank genau so wie eine Torte, eine Stereoanlage, eine Zigarre, eine Küche, ein Buch, &#8230; Allen<br />
gemeinsam ist, dass zum einen sehr gute „Zutaten“ die Grundlage bilden und diese zum anderen mit viel Liebe zum Detail und sinn-formend gestaltet und „verarbeitet“ werden. Damit haben solche Produkte auch einen hohen Preis &#8211; aber sie sind normalerweise eben auch haltbarer, wenn nicht sogar für die Ewigkeit gemacht. Na gut, bis auf die Genussmittel. Aber bei denen ist dann einfach mehr drin, vor allem Geschmack. Und auf den kommt es ja letzten Endes an. Auch wenn sich darüber trefflich streiten lässt.“</p>
<p><strong>Torsten Sørensen</strong> (Senior Berater &#038; Senior Account Manager, Designair)<br />
<a href="http://www.designair.org">http://www.designair.org</a>
</p></blockquote>
<blockquote><p>
„Handwerkliche und schöpferische Leistungen, die ich unabhängig von meinem persönlichen Geschmack und Bedarf als außergewöhnliche, authentische, meisterhaft durchdachte und beeindruckende Spitzenleistungen akzeptieren kann“.</p>
<p><strong>Wolfgang Beinert</strong> (Atelier Beinert | Berlin)<br />
<a href="http://www.beinert.net">http://www.beinert.net</a>
</p></blockquote>

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