Schluss mit Glossy?
02.09.2010 - 19:57

Im Oktober wird Microsoft mit dem neuen Windows Phone 7 OS auf dem bisher von Apples iOS und Googles Android OS dominierten Mobile-OS-Markt aufschlagen. Microsofts In-House Designteam übernahm einige UI-Elemente des Zune Musikspielers, erweiterte es zum Smartphone-OS und nennt das ganze Metro. 500 Millionen Dollar stehen für das Marketing bereit.

Während Android und iOS ihrem UI mit gerenderten visuellen Elementen ein analoges, photorealistisch wirkendes Aussehen verleihen und Oberflächen simulieren, zeigt Metro ein auf die essentiellen Elemente reduziertes Design. Keine 3D-Effekte, keine Schatten, keine simulierten Materialien. Schrift, Bild, Piktogramm. Das sind die drei Zutaten auf denen das neue UI basiert.
Ich habe mich schon oft über die Diskrepanz zwischen Jony Ives puristischem Industriedesign und dem knuffig-bunten jetzt auch noch mit Tapete versehenen iOS-Design gewundert. Und macht Microsoft jetzt ein minimalistischeres und funktionaleres UI-Design als Apple?
Bilder © Microsoft.com
Ich denke Apple geht diesen Weg, weil plastische UI Elemente eine bessere und schnellere optische Unterscheidung ermöglichen. Man kann sofort erkennen, was eine Schaltfläche ist, und was nicht.
Das Win Phone 7 Design finde ich auf den ersten Blick zwar auch nicht schlecht, aber wenn ich mir die screenshots da oben anschaue, wüsste ich spontan nicht, was davon Schaltfläche und was Information ist..
Auch finde ich, dass der vorhandene Platz nicht optimal genutzt wird, und das ist bei einem kleinen Display schon sehr wichtig.
Ich finde es wunderhübsch und würde es mir lieber in mein Wohnzimmer hängen als ein iPhone
Was Rob sagt. Sieht hübsch/trendig aus, keine Frage, aber benutzerfreundlich ist es vermutlich nicht.
Endlich geht ein Hersteller einen anderen Weg und versucht nicht, eine weitere Apple-Imitation auf den Markt zu bringen, die mit den Glossy-Effekten schick zu sein scheint. Reduziertes Design kann’s eben auch… gut so!
Stefan
Hier könnt ihr das Metro UI in Action sehen: http://bit.ly/aDK2HI
Unbekannt
Weißraum und Handy. Ok witzig.
Trotzdem ist das zurückhaltende recht angenehm und die Animationen tragen dazu bei die UI nicht all zu fade aussehen zu lassen.
Genauso hätte es ein guter Printler gemacht.
Passend zum Thema der Beitrag (ab 2. SFX & UX: What about that phony 3D stuff?) von Oliver Reichenstein > http://informationarchitects.jp/designing-for-ipad-reality-check/
So darf doch gerne mal eine Zeitschriften-App auf iPhone/iPad aussehen. Ich finde das sehr schön mit den halben Bildern und Überschriften im Hintergrund.
Als Handy, hmm… Der erste Eindruck – überfordernd. Musste man sich damals an das iPhone gewöhnen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr. Aber hier habe ich das Gefühl, dass die Usability ausnahmsweise durch den Minimalismus abnimmt.
rob und unbekannt bringen´s auf den punkt. auf den ersten blick sieht das alles sehr schick aus, vor allem weil man bisher ästhetisch gar nichts von windows erwarten konnte.
bin ich die einzige, der die ähnlichkeit zum (übrigens sehr angenehmen) twitter desktop-client http://destroytwitter.com/ auffällt? als ich das bild oben sah, kam mir das layout sofort bekannt vor.
zumindest aufgrund meiner erfahrung mit destroy twitter: weiße schrift wirkt auf schwarz/dunkelgrau schnell auch mal zu klein, sodass die lesbarkeit leidet.
sympathisch
Otto Fischmann
Bzgl. Interface-Buttons – soweit ich das jetzt in dem Video gesehen habe und beurteilen kann, gibt es doch nur Buttons und Text?! Selbst die Photos waren doch Buttons?
Die Behauptung bzgl. DestroyTwitter ist völliger Quatsch und stempel ich jetzt mal einfach als Spam ab – dass es die Farbgebung schon tausendmal gibt, kann man sich ja denken.
Das Konzept von WM7 wird schon greifen, denn Microsoft kann sich keine weiteren Fehlschläge gegen ihre Konkurrenz im Smartphonebereich mehr leisten.
logan
ich finde die herangehensweise super. minimalistisch und einfach. ich besitze ein zune mp3 player, davon haben sie auch die gui abgeleitet. und die bedienung von zune ist super und auch die desktop software ist vieeeeeel besser als itunes.
ganzunten
Das Metro-Design hat schon fast eine kleine Tradition bei Microsoft. Viele Grundideen wie die zweidimensionale Navigation wurden schon vor Ewigkeiten in Windows Media Center für Windows XP eingeführt. Auch die Typo als interaktive Elemente fand dort zum ersten Mal Verwendung innerhalb von Windows.
Dieses Konzept wurde dann für den Zune weiterentwickelt, im Zune HD dann kam die Touch-Interaktion dazu und Windows Phone 7 ist quasi die Doktorarbeit.
Witzig ist übrigens der Vergleich:
Microsoft Bob iPad
Star Trek L.C.A.R.S Windows Phone 7
;-)
Die alternative Weise wie man ans UI rangeht, muss man schon loben. Immerhin versucht MS da einen eigenen Weg zu gehen.
Was ich mir nicht so ganz vorstellen kann: wie sieht das Adressbuch ohne huebsche Portraitbilder aus? Ich hab von 300 Kontakten genau 0 Bilder in meinem Phone.
na danke, otto fischmann. es ging mir tatsächlich um die lesbarkeit.
ich habe ja nicht behauptet, destroy twitter hätte das design erstmals verwendet, aber das oben vorgestellte kam mir tatsächlich sofort bekannt vor – von der regelmäßigen benutzung des clients.
Die UI ist schon klasse, wir entwickeln aktuell 5 Applikationen dafuer und von meinen Entwicklern hoere ich auch positives zur Silverlight Einbettung. Nur an der Hardware muss MS noch einen guten Partner finden, das LG welches wir hier haben wirkt etwas billig in der Verarbeitung.
Also ich werde mir die die ersten Geräte mir Windows Phone 7 auch einmal ganz genau anschauen. Es ist endlich mal ein Schritt weg vom möglichst realistisch Nachgebauten zum hoffentlich Funktionalen.
Agree. Aber Microsoft ist halt Microsoft. Der 800-Pfund Gorilla hat eine Blüte gepflückt.
Windows Phone 7 UI – Stadtpirat
[...] einigen Wochen habe ich im “Design Made in Germany”-Blog einen Artikel über das UI (User Interface) des neuen “Windows Phones 7″ gelesen. Und die Bilder [...]
Ich find das sieht eigentlich schon besser aus als das iOS.
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TM
schön wärs ja