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FF Yoga

Yoga Story

Interview von Jürgen Siebert mit Xavier Dupré über seine neue Schriftsippe FF Yoga

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Das aktuelle Design made in Germany-Magazin ist aus einer brandneuen Schrift gesetzt, die erst in wenigen Tagen auf den Markt kommt: FF Yoga, von Xavier Dupré. Yoga ist eine Schriftsippe, bestehend aus einer Sans und Serif. Während vergleichbare Konzepte meist mit einer fertigen Serif-Familie beginnen, aus der eine Sans abgeleitet wird (z. B. FF Scala, FF Quadraat, …), entwickelte Dupré beide Varianten parallel. Warum diese Vorgehensweise für ihn besser funktioniert und wieso das Endergebnis anders wird, erklärte Xavier Dupré im Dmig-Exklusivinterview.

Wann und mit welcher Intention hast du die Schrift Yoga entworfen?

Meine Arbeit an Yoga begann vor rund zwei Jahren mit dem Ziel, eine nüchterne und vielseitige Schriftfamilie zu entwerfen, die Originalität und Balance verbindet. Sie sollte noch besser für Mengentexte geeignet sein als meine Malaga, jedoch gleichermaßen ausdrucksstark, dank kräftiger Serien und raffiniertem Kontrast.

Was inspirierte dich zu Yoga?

Mein gesamtes Schaffen ist vom humanistischen Stil beeinflusst, also vor allem vom holländischen und zeitgenössischen amerikanischen Typedesign. Und natürlich schwingt immer meine Leidenschaft für die Kalligrafie mit. Bei FF Yoga haben mich wahrscheinlich Gerard Ungers und Fred Smeijers Arbeiten am meisten beeinflusst.

Was bedeutet es, eine Sans und eine Serif parallel zu entwickeln?

Für mich ist es einfacher und interessanter, beide gemeinsam zu entwerfen, weil ich ständig umschalten kann zwischen Sans und Serif. Wenn ein Baustein im ein oder anderen Fall nicht funktioniert, kann ich ihn gleich über Bord werfen. So habe ich immer einen Überblick über das gesamte Werk.

Worin siehst du die Stärke der FF-Yoga-Familie

Die Stärke der Familie ist ihre ausgezeichnete Lesbarkeit, gepaart mit kuriosen Details, die ihr Persönlichkeit geben. Die Sans hat ein recht lineares Design, vergleichbar einer Gill Sans, doch in Kombination mit der Serif ergibt sich ein Spannungsbogen zwischen neutral und persönlich. Die kräftigen Serien helfen beim Lesen kleinerer Texte und verleihen dem Schriftbild einen Bleisatzeffekt.

Planst du Erweiterungen für die Sippe?

Ja. Meine ursprüngliche Idee war die Entwicklung eines Schriftsystem für alle Anforderungen. Ich habe bereits mit dem Entwerfen optischer Größenvarianten für die Yoga Serif begonnen und mit Display-Fassungen der Yoga Sans. Aber ich brauche noch Zeit. Außerdem arbeite ich parallel an zu vielen anderen Schriftfamilien.

Warum hast du die Schrift Yoga genannt?

Ich kam auf den Namen, weil ich vor einem Jahr das Yoga in Indien kennen gelernt habe und es noch heute jeden Morgen nach dem Aufstehen praktiziere. Yoga hilft, dem Körper Elastizität, Balance und Spannung, zu geben – Eigenschaften, die ich auch beim Schriftdesign als wichtig erachte. Der Körper eines Buchstabens ist durchaus mit dem eines Menschens vergleichbar – und beide interessieren mich brennend.

Xavier Dupré wurde 1977 in Frankreich geboren. Er studierte Kunst und Grafikdesign in Paris. Zwei Jahre nach seinem Studium ging er ins Scriptorium zu Toulouse, um bei Ernard Arin und Rodolphe Giuglardoto Kalligrafie and Typografie zu studieren. Ab 1999 arbeitete Dupré in einem Büro für Packaging-Design in Paris, wo er auch Ladislas Mandel begegnete, bekannt für seine Telefonbuchschriften. Von 2001 – 2004 lebte Xavier Dupré in Kambodscha, wo er auch Schriften entwarf.
Duprés Werke erschienen bei FontFont (FF Absara, FF Absara Sans, FF Angkoon, FF Jambono, FF Megano, FF Parango, FF Reminga, FF Sanuk und FF Tartine), bei Emigre (Malaga, Vista, Vista Sans, Vista Slab), T.26 (Meteor, Spotka) und The Font Bureau (Zingha).

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