Artikel

Fragen zum Scheitern: Christian Büning

Gibt es Ängste, die dich um Zusammenhang mit deiner Arbeit einholen?

Puh, das ist nicht einfach. Jeder, der etwas neues entwickelt kennt wohl diese innere Unruhe und leichte Ablenkbarkeit, wenn man mit einem neuen Projekt anfängt. Das geht mir genau so. In dieser Phase bin ich jedesmal sehr offen für alles, also auch offen für den Gedanken, dass ich diesmal keine gute Lösung hinbekomme und es versemmeln kann. Das macht mich jedesmal fertig, aber irgendwann gibt es dann einen Klick, wo ich einen Griff an das Projekt bekomme. Der Moment ist dann richtig gut.

Was bedeutet für dich Erfolg?

Erfolg hat mehrere Ebenen. Der wichtigste Erfolg ist für mich, wenn meine Arbeiten ankommen und funktionieren. Dann ist es für mich erfolgreich, wenn ich durch ein Projekt einen echten Erkenntnisgewinn habe. Ich kann als Designer in alle möglichen Branchen reinschauen. Das ist ziemlich gut, wenn man dauernd wissen will, wie das alles zusammenhängt um einen rum. Und ich will nicht verheimlichen, dass es ein schöner Erfolg ist, dass ich von meiner Arbeit gut leben kann.

Was bedeutet für dich Scheitern?

An mir selbst zu scheitern ist zwar schmerzhaft, aber meistens lerne ich was dabei. Ich kann ja auch schlecht mit meiner Erfahrung angeben und verschweigen, dass ich mal daneben gegriffen habe. Im Gegenteil: Ich denke, dass ein guter Designer erst dann gut ist, wenn er auch mit holprigen Umständen zurecht kommt und was Gescheites entwirft.

Siehst du einen Zusammenhang zwischen Erfolg und Scheitern?

Man sagt ja immer so schön, dass man einmal öfter aufstehen muss als man hinfällt. Das ist logischer Kokolores. Man muss nur genau so oft aufstehen wie man hinfällt. Das reicht vollkommen aus. Scheitern und Erfolg sind für mich zwei mögliche Ergebnisse von »Versuchen«. Wer nichts versucht, wird nichts herausfinden. Und wer nichts herausfinden will, sollte kein Designer sein.

Woran bist du schon einmal gescheitert und hat es zu etwas Anderem geführt?

Oh, ich hatte mal eine Bestellung vom Shop im Van-Gogh-Museum in Amsterdam über eine große Menge Plakate. Ich war dumm genug, diese ohne Vertrag herstellen zu lassen. Die vom Museum sind aus irgendwelchen Gründen dann doch von Ihrer Bestellung zurück getreten und ich hatte eine Palette Plakate im Büro stehen. Das war natürlich doof, aber ich vermute, ich hätte sonst nie den Werkstoff Verlag eröffnet.

Kommentieren