Projekt

Blocher Partners – Social Culture / Trade Culture / Semiotic Culture

Aufgabe
Wie stellt man sich publizistisch auf, wie visuell dar, wenn man sich in Forschung und Praxis auf Mehrwertigkeit konzentriert? Wenn man manifester Bedeutung kreative Möglichkeiten einräumt, es also nicht nur um die eine Disziplin geht oder um die eine Perspektive, sondern: um sowohl als auch. Kurz: um hybrides Denken und Arbeiten. Dies umso mehr, da sich das Unternehmen im Jahr 28, nachdem es gegründet wurde, eine neue Struktur verordnet hat. Damit verbunden: eine neue Corporate Identity, ein neuer Name, neue Kräfte sowie die unternehmenseigene Kommunikationsagentur, die sichtbar eigenständiger in Erscheinung treten darf.

Idee
Gab es bisher ein Buch, das sämtliche Projekte von Architektur, Innenarchitektur, Produktdesign und Kommunikationsdesign, die im Zeitraum eines Jahres entstanden sind, fasst, sind nun derer drei entstanden. Drei Büchlein, zusammengehalten von einer gummierten Corsage, die mehr als hübsche Verpackung ist. Sie suggeriert einerseits die intime Beziehung der Disziplinen untereinander, ihre Dreiteilung betont gleichzeitig aber auch die neue Struktur, nach der das Haus organisiert ist: social culture, trade culture und semiotic culture, womit die Kreationen der Kommunikationssparte gemeint ist. Die Form folgt dem Selbstverständnis tagtäglich gelebter Unternehmenskultur. Mensch, Handel, Kommunikation. Wo, warum und wie Menschen in einer Umgebung leben – sozial. Wofür und wie Wirtschaft und Handel operieren – trade. Die Wege und Technologien, mit denen sich Mensch, Wirtschaft und Handel verständigen – communication.

Lösung
Mit den Publikationen werden die Änderungen erstmals sicht- und greifbar. Statt die konzeptionelle Revolution in Form einer Pressemitteilung versanden zu lassen, kommen sie en detail nachvollziehbar als „corpus delicti“ daher; in einer Mischung aus Werkschau, Manifest und Trägermedium für die Dachmarke und die Subbrands des Unternehmens. Während die dreidimensionalen Arbeiten wie zweieiige Zwillinge gestaltet sind, hebt sich der dritte Band über semiotic culture phänotypisch bewusst ab. Zum einen, weil das Corporate Design noch im Werden ist, zum anderen weil sich hier die Kommunikationsagentur in einem emanzipatorischen Akt ihre eigene Projektionsfläche geschaffen hat. Stehen in den Zwillingsbänden die Projekte eines Jahres im Mittelpunkt, wird im dritten Band der inhaltliche und formale Wandel selbst zum Leitmotiv. Frei von stilistischen Zwängen erzählt semiotic culture die Geschichte eines turbolenten (sic!) Jahres aus Sicht der Designer und Texter. Ganz zeitgemäß bricht das Layout mit linearen Lesegewohnheiten, was zu einem verräumlichten Lesen führt. Geradezu spielerisch machen Prosa und Poesie, Bild und Reflexion mit dem Neuauftritt des Unternehmens vertraut. Nebenbei erinnert es in seinem eigenwilligen Buchstabenkult und dem individuellen Rhythmus der Gestaltung an die Mallarmé’sche Lust am kalkulierten Regelbruch.

Agentur
Typenraum

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