Projekt

Innennah. Die zweite Haut.

Unterwäsche ist ein Gegenstand aus dem Kuriositätenkabinett, eine auserwählte Banalität, deren Hintergrund im Unklaren ist. Sie ist ein Alltagsgegenstand, dem gewöhnlich nicht viel Beachtung geschenkt wird. Sie liegt kurzerhand in der Schublade und wartet von hieran, übergezogen zu werden, ohne dass dabei geahnt wird, wie sie sich ihren Weg in die Routine des Alltags erkämpft hat. Unterwäsche hat aber allerhand zu erzählen, was durch dieses Buch sichtbar wird. Ihre Beweggründe, Entwicklung und ihre Auswirkung auf unsere Umwelt war und ist relevant.

Innennah informiert nicht lediglich über den geschichtlichen Werdegang, sondern es umschreibt die Geschichte der Konvention, Freiheit, Hygiene, Schönheit und Revolution. Denn Unterwäsche verfügt über eine durchdringende Aussagekraft über das eigene Körperempfinden. Es ist schon bemerkenswert, wie so ein kleines Kleidungsstück es schafft, das eigene Körperempfinden derart zu definieren. Zudem wird sich mit der Entwicklung der Unterbekleidung hin zur Drüberbekleidung auseinandergesetzt. Ob sich die Entfaltung vom Drunter zum Drüber so weit entwickeln wird, dass der Mensch am Ende splitterfasernackt dasteht und schlossfolgernd eine sexueller Reiz nur durch die vollkommende Verhüllung der Haut erzielt werden kann. Wieso maßstäblich die körperliche Schönheit stets mit der Weiblichkeit gleichgesetzt wird. Aber auch kuriose Fakten, wie, dass der Schriftsteller Mark Twain die gebrauchsüblichen BH-Haken erfunden hat, werden in Innennah. Die zweite Haut thematisiert.

Masterarbeit von Natalia Bzdak entstanden an der HAW Hamburg im Sommersemester 2017.