Aktuell 17.08.2017

Mixtype – Interview mit Julia Schygulla

Ein dreisprachiges Designmagazin auf Chinesisch, Englisch und Arabisch, das Projekte experimentel­ler Typografie von Grafikern aus aller Welt vorstellt (Titel: Mixtype Magazine – vgl. Mix, Mixtape, Typografie, Type). Das Magazin, im Rahmen ihrer Masterarbeit von Julia Schygulla entwickelt, richtet sich an junge Gestalter weltweit und soll einen Weg aufzeigen, die drei unterschiedlichen Schriftsyste­me mit entgegengesetzter Leserichtung in einem einzigen Magazin unterzubringen, ohne eines davon bevorzugt zu behandeln.

Julia, wie entstand die Idee für das Projekt? Was gab es für Reaktionen?

Ich fragte mich, auf welche Weise Design einen positi­ven Teil zur Globalisierung beitragen kann. Visuelle Kommunikation ist in der Lage, zwischen Kulturen zu vermitteln – das Medium Magazin eignet sich dabei als Träger verschiedener Schriftsysteme und ist weniger statisch als ein Buch, aber durch die Haptik »realer« als ein Blog. Die Reaktionen waren positiv, aber es gab auch Zweifel, wie ich Texte layouten will, die ich weder lesen noch verstehen kann. Das hielt mich nicht davon ab, es zu versuchen, denn ein Studienprojekt sollte man als Entwurf mit offenem Ende sehen und sich nicht von vornherein eingrenzen, nur um am Schluss ein vollendetes Ergebnis zu erzielen.

Welche Rolle hat Design für dich im Zusammenhang mit Globalisierung? Was, denkst du, kann Design ausrichten?

Für mich geht es darum, durch das Einnehmen einer Vermittlerrolle sprachliche oder kulturelle Barrieren zu überwinden. Als Designer sind wir in der Lage, Identi­täten zu schaffen: nicht nur für das Image von Unter­nehmen, sondern auch für ganze Gesellschaften, mit Wirkung nach innen. Design kann Unterschiede hervor­ heben und vor globaler Vereinheitlichung schützen, aber gleichzeitig auch Unterschiedliches zusammenführen.

Auf dem Weg zu dem entstandenen dreisprachigen Magazin – welche anderen Lösungen standen im Raum? Kannst du uns einen kleinen Einblick in den Prozess geben?

Das Thema »Globalisierung und Transkulturalität« fesselte mich schon im Bachelorstudium, sodass ich darauf mein Master­-Exposé aufbaute. Zunächst arbeitete ich frei und experimentell, um das Abstrakte grafisch einzugrenzen. Es entstand ein Experiment zur digitalen Vernetzung, bei dem ich versuchte, einen Menschen aus jedem Land der Erde zu kontaktieren – Grenzen zu überwinden stand von Anfang an im Mittelpunkt. Nach der theoretischen Auseinanderset­zung mit Ornament als globaler Sprache ging es um die Analyse der olympischen CIs, die ebenso einen Gemeinschaftsgedanken unterstützen und Regionales mit Interkulturalität kombinieren. Für die Thesis übertrug ich die Erkenntnisse in die Designbranche und schuf ein Medium, das Designer aus aller Welt verbindet und das Gefühl der Globalisierung grafisch interpretiert.

An welchen Stellen spielen Überlagerungen eine Rolle und wie ist dies umgesetzt?

Englisch und Chinesisch wird von links nach rechts gelesen, Arabisch von rechts nach links. Es ergibt sich eine entgegengesetzte Blätterrichtung, die im Lay­out berücksichtigt werden muss. Häufig wird dazu die Mitte des Magazins als Trennung gesehen und beide Sprachen treffen sich dort. Mir war die Durchmischung wichtig, sodass es im Mixtype lediglich eine unter­schiedliche Reihenfolge der Artikel im Index gibt. Der arabische Artikel beginnt dort, wo der Englische und Chinesische endet – und umgekehrt. In Einleitungen gehe ich spielerisch damit um, das Cover besteht aus einer transparenten Folie mit rotem Farbverlauf, der sich mit dem darunter liegenden Blau vermischt. Das Titelbild ist angeschnitten, sodass sich die Cover beim Zusammenlegen ergänzen.

Sind dir bei deiner Recherche weitere empfehlens­werte Beispiele zu dem Thema der typografischen Mehrsprachigkeit begegnet?

Die Arbeiten von Eps51 aus Berlin, von 29Letters aus Beirut und von Aaron Nieh aus Taipeh, die Typobiennale Typojanchi in Seoul, die 16. Ausgabe des komma- Magazins aus Mannheim, die Slanted »Babylon« und Google Noto.

Siehst du Möglichkeiten, das Thema weiter voran­ zutreiben?

Der Gedanke, mit Design die Welt zu verbessern, scheint übertrieben, aber dennoch sollten wir uns unse­rer Möglichkeiten, die weit über Ästhetik und Funktio­nalität hinausgehen, bewusst werden. Ich denke, damit gehen wir dann schon in die richtige Richtung.

Das Interview erschien in der Novum 08.17.

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