Projekt

Muzungu

Muzungu ist ein Lehrspiel, das das verworrene Zusammenspiel der internationalen Politik und des Welthandels hinterfragt. Vier imaginäre afrikanische Länder versuchen, auf der Maslowschen Bedürfnispyramide emporzusteigen. Gelingt ihnen der Aufstieg in eine bessere Zukunft? Schaffen sie es auch den einzelnen westlichen Spieler – den “Boss” – und seine Machenschaften entlarven?

„Muzungu“ – ein Begriff aus der Bantusprache, wird genutzt, um Menschen europäischer Herkunft zu bezeichnen bzw. jemanden mit weißer Haut.

Oft wird die Situation afrikanischer Länder als verheerend gezeichnet: arm, unterentwickelt, ohnmächtig, nicht in der Lage sich selbst zu helfen. Von klein auf wird uns Kindern der westlichen Welt beigebracht, die Menschen in Afrika zu bemitleiden. Der unbewusste Rassismus, der bei diesen Einschätzungen mitschwingt, hat viele negative Auswirkungen. Davon bekommen wir allerdings nichts mit. Wir wissen nur, was wir auf großflächigen Werbebannern der NGOs sehen und das ist eine ewig in Hilfsbedürftigkeit stagnierende Gesellschaft.

Wie westliche Akteure dem Kontinent tatsächlich helfen und wie sehr dabei die eigenen Interessen im Vordergrund stehen, soll durch dieses Spiel deutlich werden.

Jeder Spieler erhält eine der geschnitzten Spielfiguren, die durch afrikanische Masken und Skulpturen verschiedenster Herkunft und Epochen inspiriert wurden. Die kleinen Sockel der Figuren sind handbemalt, passend zu den Attributfeldern. Die vier Felder sind bezogen mit afrikanischen Stoffen. Auch der Münzbeutel der vier Hauptspieler besteht aus diesen Stoffen. Die Herstellung der beiden Beutel erfolgte ebenfalls in Handarbeit.

Bachelorprojekt an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt
von Selma Olbort