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5 Fragen an Anna Härlin zum Thema Selbständigkeit

Antworten von Anna Härlin, freie Art Directorin aus Berlin.

Wo und welche Ausbildung hast du gemacht?

Anna: Ich war auf der Designschule München (Städtische Berufsfachschule für Kommunikationsdesign). Die Schule dauerte nur drei Jahre, so dass ich schon mit 22 fertig mit dem Studium war. Anschließend habe ich erstmal unzählige Praktika in verschiedenen Design- und Werbeagenturen gemacht.

Was hast du gemacht bevor du als Selbständige gearbeitet hast?

Anna: Meine erste Festanstellung war als Designerin in der Berliner Schaubühne. Dort habe ich drei Jahre lang gearbeitet und war dort für die gesamte Grafik (On &- Offline Medien, Plakate, Flyer, Postkarten, Monatsspielplan, Newsletter, Webseite etc) verantwortlich. Danach habe ich weitere drei Jahre bei verschiedenen kleinen Designagenturen (xplicit, yellow too, Novamondo Design) in Berlin gearbeitet und nebenher schon viele freie Aufträge abgewickelt.

Warum arbeitest du Selbständig?

Anna: Am Anfang war ich skeptisch … immerhin war ich sieben Jahren fest angestellt: Was wenn die Aufträge ausbleiben? Letztlich wurde ich dann von Anfang an für die Entscheidung zur Selbständigkeit belohnt. Gleich zu Beginn hatte ich einen tollen, großen Auftrag und so ging es irgendwie immer weiter und ich hatte immer konstant genug Aufträge. Jetzt genieße ich das frei sein so sehr. Es gibt so viel Abwechslung, die ich durch die Selbständigkeit erlebe. Die vielen unterschiedlichen Aufträge, die Komplett-Verantwortung (von der Konzeption bis zur Umsetzung Ansprechpartner und Verantwortlicher für die Jobs zu sein) und die Freiheit, entscheiden zu können, welche Aufgaben ich annehme, wie ich mir die Zeit einteile usw. Das ist schon echter Luxus, den ich in einer Festanstellung so nicht hätte.

Was rätst du angehenden Designern und Kreativen, die sich selbständig machen möchten?

Anna: Für mich war es wahnsinnig wichtig, vor meiner Selbständigkeit schon Arbeitserfahrung in Agenturen zu machen. Direkt von der Uni in die Selbständigkeit: das hätte ich nicht gekonnt. So hatte ich die Möglichkeit schon vorher im geschützten Rahmen Berufserfahrung zu machen, ohne gleich die komplette Verantwortung zu tragen. Zudem habe ich schon während meines Angestellten-Seins angefangen, frei zu arbeiten. So war der Sprung in die komplette Selbständigkeit dann gar nicht mehr so groß und ich hatte schon ein Netzwerk. Zu Beginn meiner Selbständigkeit habe ich einmal pro Woche fest für Etsy gearbeitet, das war auch ein Sicherheitsfaktor, der mir Mut gemacht hat. Ich denke, es ist immer sehr wichtig, eine aktuelle Webseite zu haben und zu gucken, dass man in den wichtigen Branchenmedien vertreten ist: das hilft auf jeden Fall. Für mich ist ein Bonus, dass ich breit aufgestellt bin: ich illustriere, mache Corporate Design, iPhone & iPad Apps, Webseiten, Printprodukte usw: die komplette Range.

Wie kommst du als Selbständige an (neue) Kunden?

Anna: Tatsächlich läuft schon unheimlich viel über Kontakte. Aber ich kriege auch immer wieder Anfragen über meine Webseite und durch die Publikationen, in denen ich vertreten bin.

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