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5 Fragen an 3pc zum Thema Ausbildung und Bewerbung

Antworten von Dennis Wegener, Personalrecruiter bei 3pc

Wie sollte eine gute Bewerbung aussehen?

Dennis Wegener: „Ich kann nichts, mach aber alles“. So eine Bewerbungszeile klingt zunächst hilfreich – allerdings auch ein wenig zu stark nach der klassischen Kaffeekocherei. Wir suchen Kollegen, keine Untertanen. Eure Bewerbung sollte die Persönlichkeit, Fähigkeiten und euren Werdegang zum Ausdruck bringen – und zwar in dieser Reihenfolge. Eine Standardbewerbung, die brav alle geforderten Skills aufgreift und schematisch abhandelt ist zwar formal korrekt, überzeugt aber selten. Es sollte erkennbar sein, dass ihr euch mit den Schwerpunkten und Inhalten der Agentur auseinandergesetzt habt und eure Bewerbung darauf zuspitzt (und achtet bitte darauf, den Ansprechpartner anzupassen). Ehrliches Interesse ist dabei natürlich hilfreich, da ihr authentisch seid.

Was erwartet ihr von Bewerbern?

Dennis Wegener: Engagement, Wertschätzung und Begeisterung sollten spürbar sein. Ihr müsst uns aufrichtig vermitteln, dass ihr bei uns arbeiten möchte, weil euch unsere Projekte und unser …. Anspruch interessieren – und nicht, weil ihr einen Job braucht. Ebenfalls nicht ganz unwesentlich: Wer bei uns arbeitet, sollte das Internet lieb haben und die digitale Zukunft mitgestalten wollen. Wer diese Energie und den Enthusiasmus mitbringt, lässt uns auch über Lücken und Ungereimtheiten im Lebenslauf hinwegsehen. Ganz ohne fachliche Fähigkeiten geht es aber natürlich auch nicht. Nebenbei sind auch im Agenturkosmos “klassische” Sekundärtugenden (Fleiß, Disziplin, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit usw.) wichtig. Das sollte vor lauter Kreativität nicht vergessen werden. Genialität ist genial. Aber sie muss auch anwesend sein. Teamfähigkeit ist für uns ein weiterer wichtiger Aspekt, da wir sehr interdisziplinär und ressortübergreifend arbeiten – gerade was das Zusammenspiel zwischen Kreation und Realisierung betrifft. Grafiker und Konzepte müssen technische Details nicht lieben, sollten aber auch nicht fragend die Augenbrauen heben. Gleiches gilt umgekehrt.

Wie sollte ein gutes Portfolio aussehen?

Dennis Wegener: Als Bewerber habt ihr nur wenige Minuten, um von euch zu überzeugen. Ein roter Faden muss erkennbar sein. Was ist euer Claim? Wie würdet ihr euer Portfolio in einem Satz beschreiben? Auch hier ist weniger oft mehr. Nicht gut: Arbeitsproben, die das Postfach des Personalers sprengen oder zum Absturz bringen.

Wie wichtig ist ein Studium als Voraussetzung für die Arbeit in Agenturen?

Dennis Wegener: Formal ist ein Studium keine Voraussetzung. In der Regel haben Hochschulabsolventen aber einen anderen Zugang zu den Inhalten als beispielsweise ausgebildete Mediengestalter oder Autodidakten. Die Praxis zeigt aber auch, dass manche “Ausgebildete” die “Studierten” abhängen, da sie praxisorientierter denken. Am Ende zählt die Bereitschaft und das Engagement, sich in die Materie einzudenken – je schneller desto besser.

Ist für den Berufseinstieg eher eine große Agentur ratsam oder eine kleine?

Dennis Wegener: Das hängt in erster Linie von eurer Persönlichkeit und eurem Anspruch ab. In kleineren Agenturen kann stärker Einfluss auf die Prozesse und Abläufe genommen werden. Die Strukturen und Abläufe sind häufig weniger hierarchisch und festgezurrt. Das findet man in größeren Agenturen seltener. 
Allerdings solltet ihr kritisch prüfen, ob genügend Know-How vorhanden ist, um sich weiterentwickeln zu können. Wir empfehlen den Mittelweg: Eine Größe zwischen 20 und 50 Mitarbeitern, die genügend Struktur und Know-How garantieren – optimal für Berufseinsteiger, die Erfahrungen und Wissen sammeln können, ohne unterzugehen.

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