Wie Du als Designer auf Crowdsourcing-Portalen Erfolg hast

0 Comments Blog 05.06.2015 - 10:27 Uhr

Crowdsourcingportale mischen seit einigen Jahren den Markt für Designdienstleistungen in Deutschland auf. Viele Unternehmen nutzen für die Ausschreibung verschiedenster Aufgaben im kreativen Bereich mittlerweile Internetplattformen. Dieser Beitrag geht der Frage nach, wie man solche Portale als Designer am besten nutzt.

Was ist Design-Crowdsourcing?

Im Gegensatz zum Outsourcing, bei dem eine Aufgabe an eine bestimmte Stelle, beispielsweise einen Designer oder eine Agentur, ausgelagert wird, nutzt man beim Crowdsourcing eine ganze Gruppe verschiedener Kreativer. In der Regel wird eine Designaufgabe, z.B. die Gestaltung eines neuen Logo-Designs, per Designwettbewerb ausgeschrieben. Das heißt, der Auftraggeber definiert die Aufgabenstellung, erhält zahlreiche Designvorschläge und wählt am Ende seinen Favoriten zum Gewinner. Die Zusammenarbeit erfolgt über das Internet, die Teilnahme ist für Designer freiwillig. Motiviert werden die Designer durch ein ausgelobtes Preisgeld. Zusätzliche Motivationsanreize sind der Wettbewerbsgedanke und die Bestätigung durch andere Kreative. Der Nachteil aus Sicht eines Kreativen ist die Gefahr, bei zahlreichen Projekten Arbeitszeit und Energie zu investieren und am Ende leer auszugehen, weil ein anderer Designer den Preis bekommt.

Wie sollte man als Kreativer Crowdsourcing-Portale nutzen?

Crowdsourcing-Portale werden nicht selten in der Designer-Szene kritisch gesehen. Hauptkritikpunkt ist der Fakt, dass zahlreiche Kreative Arbeitszeit in ein Projekt stecken und am Ende nur einer bezahlt wird – eine Tatsache, die sich nicht wegdiskutieren lässt. Daher ist es auch keine gute Idee, sich als Kreativer zu 100% auf die Crowdsourcing-Portale zu verlassen und seinen Lebensunterhalt ausschließlich von den dort verdienten Preisgeldern abhängig zu machen. Aber man kann die Portale als zusätzliche Möglichkeit der Betätigung und Kundenakquise sehen und spannende Projekte selektiv auswählen. Nicht selten entsteht so aus einer einmaligen Zusammenarbeit eine längere Kundenbeziehung mit Folgeaufträgen.

Konkrete Erfolgsrezepte erfolgreicher Kreativer auf designenlassen.de

Wie schaffen es manche Kreative trotz des harten Wettbewerbs eine Erfolgsquote von 20% – 30% zu erreichen? Die größte deutschsprachige Designer-Plattform designenlassen.de führt dazu regelmäßig Interviews mit erfolgreichen Designern auf der Plattform durch und fragt nach deren Erfolgsrezept. Hier sind die 4 besten Tipps aus der Community:

Herzblut und Erfahrung

Erfolgreiche Designer nehmen gezielt an Projekten teil, die sie selbst spannend finden. Frei nach dem Motto “Nur wer selbst für eine Sache brennt, kann das Feuer in anderen entfachen”. Nur wer sich für ein Projekt begeistern kann, bekommt schnell gute Ideen – und darauf kommt es letztendlich an. Ein passendes Zitat hierzu: “Ich nehme nur bei Wettbewerben teil, die mich wirklich interessieren, und bei denen ich mit dem Thema was anfangen kann und einen Bezug dazu habe.” (designerin cassieopeya)

Eine Beziehung zum Kunden aufbauen

Auch wenn die Zusammenarbeit über das Internet auf den ersten Blick anonym erscheint, so sind es am Ende doch zwei Menschen (Auftraggeber und Designer) die sich finden. Aber wie schafft man den Aufbau einer Beziehung in der Wettbewerbsphase?
Am besten durch gezielte Fragen an den Auftraggeber. Oftmals sind die Briefings knapp formuliert und es lohnt sich die ein oder andere Information noch per Kommentarfunktion zu erfragen und auf Kommentare des Auftraggebers schnell und professionell zu reagieren. Ein Designer sagt im Interview hierzu: “Ich arbeite sehr kundenorientiert. Das heißt: Kontaktieren, explizit nach Wünschen fragen und auch immer darauf eingehen. Außerdem bin ich freundlich und habe immer ein offenes Ohr für den Kunden.” (Designer portrayal)

Originelle gute Arbeit und Schnelligkeit

Das ist eigentlich eine Binsenweisheit, aber wer sich als Designer im harten Wettbewerb behaupten möchte, der muss dauerhaft gute Arbeit liefern. Auf den Portalen kommt erschwerend hinzu, dass die Projektlaufzeit typischerweise nur eine Woche beträgt. Das heißt man muss wirklich dranbleiben und schnell Output liefern können. Dazu passt folgendes Zitat: “Jeder muss seine eigene Linie finden und entsprechend so gut wie möglich ausbauen. In meinem Fall steht Vielfalt und Liebe zum Detail an oberster Stelle. Außerdem versuche ich immer mit dem Design beim Betrachter erwünschte Emotionen auszulösen. Wenn mir dies gelingt, bin ich dem Ziel schon näher gekommen. Technische Qualität ist immer Grundvorraussetzung.” (designer Ghost)

Mit der eigenen Zeit haushalten

Last but not least: Gute Designer haben ein Gespür dafür, welche Projekte lohnenswert sind und schaffen früh den Absprung wenn sich zeigt, dass man nicht den Geschmack des Auftraggebers getroffen hat. Hierzu passt folgende Aussage: “Vor allem keine Zeit mit Aufträgen verschwenden, bei denen schnell klar wird, dass die Chemie nicht stimmt. Diese Zeit kann man dann anderswo sinnvoller investieren.” (Designerin mang gon)

Über den Autor:

Michael Kubens ist Gründer und Geschäftsführer von designenlassen.de, der größten deutschsprachigen Designer-Plattform und Experte für Design-Crowdsourcing.

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