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Kabarett war schon immer eine inhaltliche Botschaft, verpackt in gute Unterhaltung. Dies war auch der Leitgedanke einer umfangreichen Neugestaltung des im Herzen von Mainz gelegenen Deutschen Kabarett Archivs. Die zentrale Funktion der in dieser Form einzigartigen Stiftung ist die fortlaufende Sammlung der Satire mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen.
Wie das Archiv selbst, basiert auch die Neugestaltung auf einer Kombination aus dokumentarischen Inhalten und unterhaltenden Elementen. Sie umfasst neben zwei Logo-Varianten und sämtlichen Geschäftsdrucksachen auch umfassende Außenwerbung für Veranstaltungen und Ausstellungen, sowie ein neues Leitsystem.
Das Zusammenspiel von emotionaler Satire und strukturierter Archivierung visualisierten wir über starke Kontraste im Bereich Schriftmischung, Farbgebung, Materialität und Bildwelt. Die ausdrucksstarken Rastergrafiken, welche sich deutlich von den bildhaften Inhalten des Archivs differenzieren, zeigen Größen des Kabaretts. Der Einsatz von kontrastierenden Materialitäten bringt die Diversität der Inhalte zur Geltung. Diese zeigt sich in der Ausstellung und dem Leitsystem, ebenso wie in Teilen der Geschäftspapiere.
Darüber hinaus enthält die Neugestaltung ein neues Webseitendesign sowie ein interaktives Ausstellungskonzept. Die Präsenz der visuellen Inhalte des Archivs steht hierbei im Vordergrund, außerdem sollen auch Video- und Tonaufzeichnungen zugänglich gemacht werden.
Das flexible Design lässt sich über verschiedene Kanäle in seiner Lautstärke variieren. Im Bereich Außenwerbung bieten die grafischen Elemente und der hohe Kontrast eine robuste Einheit mit hohem Wiedererkennungswert. Andere Medien, wie der Internetblog oder die Ausstellungsbroschüre, stellen die archivierten Inhalte in den Vordergrund. Uns war es wichtig, nicht nur einzelne Medien zu gestalten, sondern vielmehr praktikable Systeme zur einfachen Anwendung zu entwickeln.
Die Endabgabe in Form eines Brandbooks umfasst neben allen Anwendungen kurze Erläuterungen und zahlreiche Abbildungen zu den verwendeten Designelementen.
Realisiert wurde das Rebranding-Projekt von den Kommunikationsdesign-Studenten Yvonne Kümmel und Jens Giesel an der Fachhochschule Mainz, im Rahmen des Corporate-Design-Kurs „Rebranding – Alles Neu?“ unter der Leitung von Herrn Professor Robert Paulmann.
Kommentare
Sehr schick! Gefällt mir.
Hab das Gefühl, dass das Thema Kabarett nicht wirklich ins Design eingeflossen ist, sondern eher die visuelle Vorherrschaft der Hipster-Grafik-Bewegung in Form der Neutraface, Strichen und viel Weißraum abgefeiert wurde. Haut mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker – schon zu oft gesehen.
Als bekennende Jünger der Weißraum-Bewegung schließen wir uns nur allzu gerne den alten Hipstern Jan Tschichold und Emil Ruder an und bestehen auf unbedruckten Flächen auf Blöcken und Briefbögen ;-)
Hm. Mir fehlt da der Mut. Wie schon vor mir jemand sagte: Anscheinend ist da Kabarett nicht in die Gestaltung mit eingeflossen. Das einzige “Lustige” sind die Fotos – die nur lustig sind, weil man weiß, dass die Personen lustig sind. Der Rest der Gestaltung ist sehr bürokratisch. Allem Eifer der Darstellung der Archivierung zum Trotz: Kabarett ist eine Kunst des Rebellierens. Wo ist diese gestalterisch?
























