Aktuell 26.06.2018

Interview: Spiel, Satz, Kiez

Die Hamburger Stadtteile sind einzigartig, klischeebeladen und jeder hat seinen eigenen Charme.

Die Kreativagentur Bureau Bald mit Sitz im Herzen von Ottensen, hat Stadtteilklischees zu Illustrationen verdichtet und unter dem Motto I love Stereotypes about… eine Plakat- und Brettchenserie veröffentlicht. In 2018 präsentieren die Designer die nächste Erweiterung Ihrer Serie – das Hamburger Stadtteil-Quartett.

Diese Produkte sind grafische Eyecatcher, die zum Entdecken, Nachdenken und Schmunzeln einladen und Stadtteil-Neurotiker glücklich machen.

Wir sprachen mit Lena Steinke und Patrick Meny über das Projekt.

Was war eure Motivation ein Kiezquartett für Hamburg zu machen?

Hamburg ist unsere Stadt. In kaum einer anderen deutschen Stadt präsentieren sich die Stadtteile so unterschiedlich, so klischeebeladen, so bunt wie in Hamburg. 

Unsere Stadtviertel haben einen ganz besonderen Reiz und dienen Hamburgs Bürgern als Diskussionsgrundlage. Zu gerne tauschen sich Stadtteil-Patrioten über Eigenheiten und Kuriositäten ihrer Lieblings-Stadtteile aus.

Unser Ziel als Kommunikationsdesigner war es, mit einem Augenzwinkern allgemeine Fakten und Vorurteile der Viertel grafisch aufzubereiten und Spielkarten-Liebhabern einen Mehrwert zu bieten. Einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, der zum Dialog einlädt und wissenswerte Fakten auf spielerische Art und Weise transportiert ist für uns von großer Bedeutung.

Wie entstand die Idee dazu?

„Mein Viertel, mein Leben, mein Café“ – so ungefähr trat uns fast jeder aus unserem Bekanntenkreis entgegen, der auf seinen Lieblingsort in Hamburg angesprochen wurde.

Ein Umzug eines Eppendorfers nach St. Georg, oder anders herum, war für diese Personen meist ausgeschlossen. Diese Aussagen inspirierten uns dazu, dieses grafische Stadtteil-Projekt ins Leben zu rufen.

Was hat das Medium Spiel bzw. Quartett als Format so interessant gemacht?

Mit einem Spielquartett konnten wir die Vielfalt diverser Daten, wie z.B. die Kriminalitätsrate (Schurken) grafisch in Szene setzen und hervorragend in einem passenden Kleinstformat gegenüberstellen.

Wussten Sie, dass es in Hamburg-Waltershof gerade einmal zwei angemeldete Einwohner gibt? Oder, dass die Karte Billstedt mit weniger „Schurken“ die Hamburger Altstadt übertrumpft und dass man in Wilhelmsburg im Vergleich zur Hafencity die meisten Astras zischen kann?

Wie habt ihr euch dem Gestaltungsprozess angenähert?

Das Grundkonzept ist abgeleitet von unserer zuvor für Hamburg entwickelten Plakatserie: „I love Stereotypes about“.

13 der insgesamt 104 Stadtteile Hamburgs wurden von 2016-2017 mit Herz und Hirn konzipiert, gestaltet und mit vielen Designdetails versehen. Aus 13 Plakaten, die das Grundgerüst für unser Quartett bildeten, wurden 28 Spielkarten. Wir haben akribisch Daten recherchiert, Hamburgs Stadtteile den Schnöseln, Wundertüten oder Landeiern zugeordnet und spröde Fakten liebevoll inszeniert. Jede Spielkarte wurde mit einer passenden Hintergrundfarbe und Illustration versehen, um die Atmosphäre des jeweiligen Stadtteils darzustellen.

Was waren die größten Herausforderungen?

Wir haben immens viel Zeit in die spannende Recherche und Sammlung von Fakten und teils empirisch erfassten Daten investiert. Zu Teilen haben wir unbekanntere Stadtteile besucht oder auch persönliche Interviews und Meinungsumfragen in den Sozialen Medien geführt.

Für hitzige Diskussionen sorgte die Auswahl der jeweiligen Stadtviertel-Präsenzfarbe der Karten. Hier ergeben sich immer unterschiedliche Meinungen und es ist spannend zu erfahren, mit welchem Farbton Hamburger ihren Kiez assoziieren.

Bei 104 Stadtteilen konnten wir leider noch nicht jeden Hamburger glücklich machen. Eine Erweiterung schließen wir jedoch nicht aus.

Das Interview erschien in der Novum 05.18.

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