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Taschen zum Tauschen
Magazin

Muss eine Tasche eigentlich »fertig« sein, wenn man sie kauft? Fertig im Sinne von unveränderbar? Passt das noch zu der Generation, die gerne immer und überall flexibel ist? Nicht unbedingt, finden die Macher von Tausche-Taschen, denn hier ist Flexibilität in Form, Farbe und Motiv Produktprinzip. Ein Interview mit den Machern Heiko Braun und Antje Strubelt.

Was ist das Konzept hinter den »tausche«-Taschen?

Die tauscheTasche ist eine Verwandlungskünstlerin. Der Deckel ist das Gesicht der Tasche und dieses kann sich verändern. So kann die tauscheTasche die elegante Begleiterin in der Oper oder der perfekte Kumpel beim Sport sein.

Eines der Merkmale der tausche Taschen ist die große Farbauswahl. Wie wichtig sind die Farben bei euren Designs?

Auch bei den Farben laufen wir nicht der Mode hinterher. Wir müssen versuchen, ein möglichst breites Spektrum an Farben anzubieten, damit sich der Kunde seine Kombination wählen kann. Allerdings ist es manchmal wie verhext: eine rote Plane wird selten gekauft, eine Nuance dunkler ist das gleiche Material der Renner.

Ihr bietet dem Kunden eine große Farb- und Motivwahl für die Taschen und Deckel. Wird die Bandbreite ausgenutzt? Welches sind die beliebtesten Motive?

Die Bandbreite wird ausgenutzt. Deswegen führen wir sie im Sortiment. Jedoch entscheiden sich mehr Kunden für klassische Varianten als für schrille Kombinationen. So ist der Dauerbrenner Filz immer im Sortiment, genauso wie die matt schwarze Plane für alle Taschen immer verfügbar ist.

Durch die verschiedenen Deckel, Formen, Farben und Einsätze kann man eine individuelle Tasche herstellen. Wird der Aspekt der Individualität immer wichtiger? Könnte man auch seinen eigenen Deckel gestalten?

Ja, Individualität ist wichtig, genauso aber Zugehörigkeit zu Gemeinschaften. Es gibt Deckel, die per Fensterfach ermöglichen, den Deckel selbst zu gestalten. Mit dem Bastelset können Kunden ihren eigenen Stoffdeckel nähen. Und es gibt Deckel-Wettbewerbe, bei denen die prämierten Entwürfe realisiert werden. Deckel und Korpus ergeben immer eine andere tausche Tasche. Dennoch sind tausche Taschen unverkennbar.

Eure Produktphilosophie ist es, alle Taschen und Deckel in Deutschland herstellen zu lassen. Warum legt ihr Wert darauf, dass auch die Materialien aus Deutschland sind?

Aus dem gleichen Grund, wie die Taschen und Deckel in Deutschland produzieren zu lassen: kurze Transportwege, unkomplizierte Kommunikation, faire Arbeitsbedingungen, hohe Qualität.

Die verschiedenen Einsätze für die Taschen zielen auf Fotografen und Leute, die ihren Laptop mit sich herumtragen, Ist eure Zielgruppe die der kreativen Nomaden?

Kreative Nomaden tragen tausche Taschen ebenso wie lustige Omas, verrückte Kinder und zugeknöpfte Manager. Unsere Kernzielgruppe ist weiblich, um die 35, gut gebildet und verfügt über ein überdurchschnittliches Einkommen, ist weltoffen und politisch interessiert.

Gibt es weitere Pläne für das »tausche« Konzept?

Wir arbeiten fortlaufend an unseren Produkten. Die Produkte werden optimiert, das Sortiment erweitert. Im vorigen Jahr kamen die »Athletin« (Rucksack) und die »Vagabundin« (Hüfttasche) neu ins Sortiment. Das tausche Konzept tragen wir bedächtig in die Welt hinaus. In Kürze gibt es tausche Taschen auch in Hamburg und in Sylt zu kaufen.

Das Interview wurde geführt von Nicole Zimmermann und Nadine Roßa