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HKS und die Sonderfarben im digitalen Zeitalter
Magazin

HKS ist neben Pantone eines der bekannten Systeme für Sonderfarben.
Wir haben mit HKS über die Hintergründe und aktuellen Trends gesprochen.

Wofür steht HKS?

Das HKS-Farbsystem steht seit über 40 Jahren für Kontinuität und Sicherheit in der Farbauswahl und Farbwiedergabe. Die Mitglieder des HKS Warenzeichenverbands e.V. sind die auf dem Weltmarkt der Farbherstellung führenden Unternehmen Hostmann-Steinberg (Hubergroup), FlintGroup mit der Marke K+E und Schmincke (Künstlerfarben). Diese haben sich zusammengetan und einen einheitlichen Standard in Form von definierten Sonderfarben geschaffen, die über lange Zeit unverändert erhältlich sind.

Welche Rolle spielt aus Ihrer Erfahrung die Farbwahl für Designer in Projekten?

Die Farbauswahl ist bei jedem kreativen Prozess eine entscheidende Phase, denn die Farbe nimmt der Betrachter gewöhnlich als erstes wahr. Ein ausgeprägtes Farbgefühl und auch technisches Wissen über Farbe sind für professionelle Gestalter wichtige Voraussetzung. Deshalb haben wir die Software HKS 3000+ entwickelt, ein Tool, das die Designer beim Arbeiten mit Sonderfarben tatkräftig unterstützt – mit ihr lässt sich problemlos eine Farbauswahl treffen und Farbabgleichungen können vorgenommen werden. Neben einem numerischen gibt es einen intuitiven Farbwahlmodus, in dem, ähnlich wie im Photoshop, ein Farbton mittels Pipette ausgewählt wird. Die Software ermittelt dann automatisch zur gewählten Farbe immer die nächstgelegene drucksichere SonderfarbeHKS 3000+. Jeder HKS Farbe ist zusätzlich immer der entsprechende CMYK-Wert für Kunstdruck- und Naturpapier hinterlegt.Ein ganz spezielles Feature ist die direkte Schnittstelle mit der Adobe Creative Suite. Ausgewählte Farbpaletten können in die jeweils geöffneten Dateien der Creative Suite exportiert werden.

Sind Sonderfarben für den Druck noch gefragt im Zeitalter der digitalen Medien und Onlinedruckereien?

Eindeutig ja. Vor allem in professionellen Corporate Design-Konzepten ist der Einsatz von Sonderfarben meist unverzichtbar, um eine Marke konsistent zu kommunizieren. Auch in der Produktion von Verpackungen wird man nicht auf Sonderfarben und deren Produktionssicherheit verzichten können. Bei der Herstellung von edlen Drucksachen sind Schmuckfarben ebenfalls nicht wegzudenken.

Können Sie so etwas wie Trends und Lieblingsfarben im Umgang mit dem Thema erkennen?

Sicher gibt es temporär immer wieder Trendfarben, die meistens im Segment Fashion ihren Ursprung haben. Diese Farbtrends finden sich dann auch im Grafikdesign, beispielsweise in Mode- oder Lifestyle Magazinen vermehrt wieder.Was ich beobachten konnte ist, dass auf Zeiten, in denen grelle Farbtöne vermehrt zum Einsatz kamen immer Perioden folgen, in welchen gedeckte oder dezentere Farben bevorzugt werden. Mittlerweile läuft ja aber vieles parallel oder in einem ziemlich schnellen Wechsel. Ganz klar haben Grüntöne ein neues Gewicht bei der Farbauswahl bekommen – sind nicht mehr »nur« Trendfarben sondern Signal für ökologische oder LOHAS-Statements. Mit unserem »HKS Colourmatch« präsentieren wir regelmäßig eine Auswahl aus der HKS 3000+ Farbpalette; es ist ein zeitgemäßes, abwechslungsreiches Druckobjekt, welches Designer in der Farbwahl inspiriert, ohne Farbtöne zu »Trendfarben« zu erklären.

Wie entstehen Farbpaletten und Farbtöne? Wie und wann kommen neue Farben dazu? Fallen andere weg und wenn ja, warum?

Das ursprüngliche HKS Farbsystem Klassik kennt 88 Basis-Schmuckfarben und 2 Metallicfarben. Dieses hatte unverändert 40 Jahre bestand. Beim neuen System HKS 3000+, das nun schon einige Jahren auf dem Markt ist, bekommt jede dieser Volltonfarben durch Aufhellen und Abdunkeln 39 weitere Varianten, womit insgesamt 3520 Farben jeweils für Kunstdruck- und Naturpapier entstehen. Das System ist sehr einfach zu begreifen und baut zu 100% auf dem altbekannten HKS-Klassik-System auf. Damit garantiert HKS 3000+ fast grenzenlose Gestaltungsfreiheit. Alle in den HKS-Fächern dargestellten Farben können von den HKS Druckfarbenfabriken und den lizenzierten Partnern als Volltonfarbe gemischt und geliefert werden.
Einzelne Farbtöne werden sicher nicht wegfallen. Der Einfluß des Weltmarkts aufgrund der Verfügbarkeit von Pigmenten, die von nur wenigen Produzenten hergestellt werden, ist allerdings ein neuer Aspekt. Gibt es Engpässe oder wird die Produktion gänzlich eingestellt, werden von HKS neue farbidentische Rezepturen erstellt, um die exakte Farbtonreproduktion sicherzustellen.

Worin unterscheiden sich HKS- von Pantone-Sonderfarben? Wo sehen sie die jeweiligen Vor- oder auch Nachteile der beiden Systeme?

Wie ich bereits erwähnte, gibt es bei HKS standardisierte Farbrezepturen. So bestehen alle HKS-Druckfarben aus den gleichen Zusammensetzungen, egal welcher Produzent dahinter steckt. Die HKS-Farbrezepturen werden sorgfältig auf Papierqualitäten und Druckverfahren abgestimmt, um die höchstmögliche Farbidentität zu gewährleisten.
Bei Pantone stehen keine farbherstellenden Firmen dahinter, das ist mal grundsätzlich der wesentlichste Unterschied, wenn man den Anwendungsbereich Druckfarbe im Focus hat.
Drucker sind i.d.R. auch im Umgang mit dem HKS-System von Anfang an geschult, wissen genau, wie sie die Farbe optimal aufs Papier bekommen. Die Systeme HKS Klassik und HKS 3000+ garantieren so die absolut sichere Umsetzung im Druck und das ist der wichtigste Aspekt für jeden Gestalter. Die im Offsetverfahren gedruckten HKS-Fächer sind dabei die zuverlässigen Referenzen für das Druckergebnis –»What you see is what you get«!
HKS-Farben sind weltweit erhältlich wenn auch in manchen Regionen etwas unbekannter als Pantone. Die vielen Anfragen aus dem Ausland sprechen aber dafür, dass HKS weiter stark an Popularität gewinnt.

Was ist das HKS Colourmatch und was ist die Idee dahinter?

Das »HKS Colourmatch« ist unser Fanzine, welches letztes Jahr völlig neu konzipiert und gestaltet wurde. Die vielfältigen Möglichkeiten des Farbmanagementsystems HKS 3000+ werden Designern auf Augenhöhe kommuniziert. Der acht- oder zwölfseitige Leporello wird ausschließlich mit den Volltonfarben des Systems HKS 3ooo+ auf Naturpapier gedruckt. Dabei möchten wir auf herkömmliche Werbebotschaften gänzlich verzichten und ein hochwertiges Druckprodukt schaffen, bei welchem der lustvolle und kreative Umgang mit jeweils 5 HKS Volltonfarben klar im Focus steht. Wichtiges Gestaltungselement bilden zudem meist neue oder unbekannte Fonts von kleinen Foundries oder jungen Designern. Für manche ist das »HKS Colourmatch« bereits ein Sammelobjekt. Wir peilen sechs Veröffentlichungen pro Jahr an. Das Periodikum kann auf www.hks-farben.de gratis abonniert werden. Mit dem aktuellen HKS Colourmatch, der Nummer 14 haben wir mit dem Druckerlexikon, das spezielle Begriffe aus dem Sprachgebrauch der Drucker erklärt und auf englisch übersetzt, eine Brücke von Druckern zu Grafikern geschlagen. Parallel zum Colourmatch gibt es für Designer die Möglichkeit, sich mit einem Portfolio für die »HKS-Designszene« zu bewerben – die Arbeiten werden dann auf der www.hks.farben.de präsentiert und als Dankeschön gibt es ein DTP-Paket »Creative Box HKS 3000+«.

Wir verlosen eine HKS Creative Box HKS 3000+.
Schreibe uns dazu bis 09.07.2011 um 12 Uhr eine Email an magazin@designmadeingermany.de und nenne uns deine Lieblingsfarbe.

Das Interview wurde geführt von Alexander Fackler & Patrick Marc Sommer

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