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Während des Konstanzer Konzils wurde im Jahre 1415 der Tschechische Reformator Jan Hus aufgrund seiner kritischen Lehren und Gedanken zum Tode verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sein geistiges Vermächtnis jedoch lebte weiter und begründet das, was wir heute Gewissensfreiheit nennen, eines unserer Grundrechte. Zum 600-jährigen Konziljubiläum möchte die Stadt Konstanz Jan Hus deshalb ein Denkmahl setzen.
Freigeist ist der Ansatz der Designstudenten Alexander Selbach, Aric Merz und Benjamin Troll sowie der Architekturstudentin Alyssa Rau. Die Grundidee leitet sich aus der Funktionsweise eines Virus ab. Der Virus “Freigeist” besitzt provozierende Spitzen, die den Passanten im öffentlichen Raum (hier die Marktstättenunterführung in Konstanz) auf einfache Art und Weise mit den Gedanken Jan Hus’ infizieren möchte. Ebenso besitzt er einen Viruskern, in den der Besucher eindringen kann um sich näher mit der Thematik zu beschäftigen. Hierzu wurden drei Räume eingerichtet. In Raum 1 erzählen verschiedene Menschen ihre Geschichten über Menschenrechte. Der Betrachter steht in der Mitte eines 360-Grad-Panoramas, so soll er Teil des Dialogs werden. In Raum 2 führen verschiedene Experten ein Gespräch über Jan Hus, seine Lehren und die Zeit in der er lebte. In Raum 3 wird der Besucher von einer Person aufgefordert seine eigene Geschichte zu hinterlassen. Er bekommt die Möglichkeit das Mahnmal selbst zu erweitern.
Freigeist besteht aus großen Plexiglas-stehlen. Sie sind leicht transparent und werden von innen beleuchtet und mit Informationen bespielt. Sie sind im Boden eingelassen um den “Ausbruch” des Virus zu symbolisieren.
Freigeist entstand im Modul Design und Raum an der HTWG Konstanz unter der Leitung von Prof. Eberhard Schlag und Prof. Myriam Gautschi.
Benjamin Troll
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