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Fragen an Illustratoren: Martina Wember

Wie war dein Einstieg in die Branche und was war dein erster Job?

Ausgangspunkt waren meine Zeichenbücher »Beziehungsweise Linien« und »Beziehungsreicher Alltag«. Mit Zeichnungen aus beiden Büchern wurde ich vorgestellt in der ersten Ausgabe vom »Freistil«, dem Illustratoren-Kompendium, das von Raban Ruddigkeit im Verlag Hermann Schmidt herausgegeben wurde. Die Veröffentlichung im »Freistil« bescherte mir den Einstieg in die Branche, denn es meldete sich sofort die Art Directorin von Meiré und Meiré, die genau meinen Zeichen-Stil suchte. Meiré und Meiré war verantwortlich für die Gestaltung eines Magazins von Mc Kinsey: »McK Wissen« und gab mir den Auftrag diverse Wirtschftsthemen zu illustrieren. Es war ein phantastischer Auftrag, denn ich bekam alle gestalterischen Freiheiten, die man sich nur wünschen kann. Die einzige Bedingung war, dass mein »ironisch-assoziativer Stil« sichtbar wird. Jede Ausgabe des Magazins war für mich wie ein gestalterischer Rausch, vor allem, weil mich die Bewältigung schwieriger und sehr anspruchsvoller Wirtschaftsthemen extrem herausgefordert hat. Mit Erfolg, denn ich durfte sämtliche Ausgaben von »McK Wissen« illustrieren.

Arbeitest du hauptsächlich als Illustrator oder hast du noch andere Schwerpunkte und falls ja, welche?

Ich zeichne für Tageszeitungen (Tagesspiegel, taz), Magazine (Stiftung Warentest, McK Wissen,…) Buchverlage (Pieper, dtv,…) und diverse Agenturen. Neben diesen »angewandten« Arbeiten veröffentliche ich eigene Zeichenbücher, die ich als »freie« künstlerische Arbeit verstehe. Ich balanciere zwischen beiden Ansprüchen und genieße beide Arbeitsprozesse, die völlig unterschiedlich funktionieren und sich gegenseitig provozieren.

Auf welchen Themenbereich hast du dich spezialisiert?

Besonders gerne bearbeite ich schwierige Themen, die sich nicht unmittelbar für Illustrationen anbieten, für die ich aber unkonventionelle Lösungen finden will.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Reduziert, ironisch-assoziativ, linear, »metamorph…«

Mit welchen Techniken arbeitest du?

Fineliner, Material-Montagen, Linoldruck, iPad

Digital oder Analog?

Sowohl als auch…!

Gibt es ein Objekt, ein Thema, das für dich besonders schwer zu zeichnen ist?

Mein Hund.

Wie ist dein Arbeitsprozess für eine Illustration?

Das Thema des Auftraggebers muss ich erstmal mental sacken lassen, um meinen eigenen Zugang zur Aufgabe zu finden. Wichtig ist für mich, herkömmliche, konventionelle Anmutungen zu diesem Thema möglichst schnell zu entsorgen und ganz subjektiv die Aspekte des Themas herausfinden, die mich herausfordern. Aber ich entwickle meistens keine konzeptionelle Idee im Kopf – das wird oft nur eine langweilige »Kopfgeburt«. Ich fange einfach wild an zu zeichnen mit den einzelnen Puzzlestücken, die mich beim Thema gereizt haben. Und dann passiert es beim Zeichnen, dass sich Formen und Ideen wie von selbst entwickeln. Dabei entsteht selbstverständlich auch viel Mist, der von selbstkritischen Qualitäts-Kriterien sofort verworfen wird. Aber ich bleibe im Zeichenfluss, bis der Volltreffer gelungen ist.

Das kann durchaus länger dauern, aber ich weiß genau: die Lösung kommt immer! Manchmal skizziere ich auch »Wutzeichnungen«, wenn ich mich ärgere über zu sehr eingrenzende Vorgaben oder völlig unklare Vorstellungen des Auftraggebers. Ganz verrückt ist mein Verhältnis zum Zeitdruck des Abgabetermins. Ich hasse und ich liebe den Druck, denn je mehr der Zeitdruck wächst, umso energievoller platzt dann plötzlich ein Entwurf aufs Papier – meistens sogar erfolgreich!

Was passiert, wenn einem Kunden deine Illustration überhaupt nicht gefällt?

Das ein Entwurf überhaupt nicht in die Vorstellungen des Kunden passt, kommt selten vor. Einzelne Korrekturwünsche erfülle ich meistens. Manchmal biete ich auch einen völlig neuen Entwurf an, manchmal kann ich dem Kunden durch Überzeugungsarbeit zeigen, dass das Naheliegende oft nur die üblichen Klischees bedient und langweilig ist. Und zuweilen gelingt es mir sogar, den Kunden zu ermutigen, dass er mal was Neues wagen sollte…

Welche Tipps kannst du jemandem geben, der Illustrator werden möchte?

So viel wie möglich Illustrationen sichten, und sich selber fragen, ob man sich etwas Anderes, etwas Eigenes als Illustration vorstellen könnte. Und dann einfach anfangen, machen, ausprobieren, skizzieren, riskieren…! Mit den besten Entwürfen erste Rückmeldungen einholen von kreativen Menschen, die aber keine potentiellen Konkurrenten sein dürfen.

Wie gewinnt man als Illustrator Kunden?

Über »Freistil«…siehe oben!

Wie siehst du den Stand der Illustration in Deutschland?

Wenn ich mir die Vielzahl unterschiedlichster Illustrationen im »Freistil« und anderen Portalen anschaue, dann finde ich die Qualität insgesamt ganz hervorragend. Aber in der Realität der Medien-Verwendung wird die Illustration oft nur als Dienstleistung bewertet und deshalb oft nur als nettes »“Beiwerk« mäßig bis miserabel bezahlt. Es fehlt oft an Anerkennung und Wertschätzung. Viel zu oft greifen Kunden auf konventionelle Stockfotos zurück, statt etwas mutiger individuelle Illustrationen zu wagen.

Wo ist für dich der Unterschied zwischen Kunst und Illustration?

Kunst soll frei sein und ist trotzdem oft angewandt. Illustration soll angewandt sein und ist trotzdem oft wunderbar frei.

Martina Wember
http://www.wemberlines.de

Interviewserie mit Fragen von Nadine Roßa und Patrick Marc Sommer

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