Aktuell 16.09.2019

DIN 16507-2: Durch optimale Schriftgröße die Leserlichkeit verbessern

Wenn es darum geht, zu beurteilen, wie gut die Leserlichkeit eines Textes ist, spielt die Schriftgröße eine wichtige Rolle. Die DIN 16507-2 Schriften – Schriftgrößen – Teil 2: Textverarbeitung, Mediengestaltung und verwandte Techniken definiert dafür verschiedene Größenangaben. Der überarbeitete Entwurf kann ab sofort über das Norm-Entwurfs-Portal kommentiert werden.

Für Verbraucher, die Industrie und den Handel ist die Schriftgröße gleichermaßen relevant: Wie leserlich der Text auf Verpackungen ist, wie gut Verbraucher Beipackzettel lesen können oder auch Texte auf Infotafeln, hängt maßgeblich von der Schriftgröße ab. DIN 1450 Schriften – Leserlichkeit“ und DIN 1451 „Schriften – Serifenlose Antiqua – Allgemeines stellen bereits konkrete Anforderungen an die Auswahl und Anwendung von Schriften. Die DIN 16507-2 präzisiert diese bezüglich der Schriftgröße und stellt darüber hinaus Anforderungen an die Festlegung der Schriftgröße durch die Hersteller, an Anwendungen und an Arbeitsmittel.

In Sachen Leserlichkeit geht es stets darum, je nach Betrachtungsabstand, eine minimale Mittellänge bzw. x-Höhe in mm zu gewährleisten. Bei der Darstellung von Zahlen ist die Ziffernhöhe maßgeblich. In der Praxis bezieht sich die Angabe der Schriftgröße jedoch nicht auf die Mittellänge oder die Ziffernhöhe, sondern auf die vertikale Ausdehnung der Ober-und Unterlängen (siehe Abbildung). Darüber hinaus wird in den meisten Anwendungsprogrammen die Schriftgröße nicht in Millimeter sondern in Punkt (pt) angegeben.

Neuerungen sollen das Umrechnen von Größenangaben erleichtern

Die aktualisierte DIN 16507-2 definiert jetzt auch die für die Leserlichkeit relevanten Größenangaben und gibt mithilfe einer Tabelle Aufschluss darüber, wie sämtliche Größenangaben ineinander umgerechnet werden können. Faustregeln erleichtern die Berechnung einer Schriftgröße in pt bei einer zu gewährleistenden Mittellänge oder Ziffernhöhe in mm.

Darüber hinaus werden zusätzliche Anforderungen an die sogenannten Typometer gestellt, sie sollen nun auch die Vermessung der Mittellängen und Ziffernhöhen in Printmedien und an Bildschirmen erleichtern und deren Bezug zur Schriftgröße vermitteln. Die Überprüfung ob erforderliche Mindestmaße eingehalten wurden, sollte hierdurch vereinfacht werden.

Eine weitere Anforderung an die Leserlichkeit von Schrift ist, dass die Unterlängen einer Zeile weder die Oberlängen noch die Umlaute der nachfolgenden Zeile berühren sollen. Ein Hindernis hierbei ist, dass die Akzenthöhe bzw. das Maß der Umlaute und fremdsprachliche Akzente normalerweise über die Schriftgröße hinausragt. Bislang wurden in der Schriftherstellung hierfür keine einheitlichen Regeln angewendet. Der Entwurf zur DIN 16507-2 stellt nun klare Anforderungen an die Akzenthöhe und an die Festlegung der Schriftgröße in Bezug auf die Ober- und Unterlängen.

Der Normentwurf zur DIN 16507-2 beabsichtigt, dass in Zukunft der Anwender, also Kommunikationsdesigner, Mediengestalter, Reinzeichner, grafische Betriebe oder Beschriftungstechniker, nicht mehr darüber im Unklaren ist, wie groß die Mittellänge oder Ziffernhöhe einer Schrift in der geplanten Darstellung ist. Diese Werte sollten den Anwender im Anwendungsprogramm zur Verfügung gestellt werden und ihm ermöglichen, die Einhaltung der Mindestgrößen der DIN 1450 zur Leserlichkeit schnell und praktikabel umzusetzen.

Der Entwurf kann ab sofort über das Norm-Entwurfs-Portal kommentiert werden. Die Einspruchsfrist endet am 23. Oktober 2019.

Für die Schriftgröße relevante vertikale Proportionen einer Schrift gemäß DIN 16507-2 (Entwurf)

Die vertikalen Proportionen beeinflussen die Leserlichkeit einer Schrift.
Die DIN 16507-2 regelt deren Bezug zur Schriftgröße (p). Bild: DIN