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Fragen zum Aufschieben: Alexander Feyerke

Was Du heute kannst besorgen, das …

… musst Du vermutlich trotzdem morgen machen, weil der heutige Tag schon gestern komplett durchgeplant wurde und obendrein andauernd E-Mails reinkommen. Aber im Prinzip hat das Sprichwort einen wahren Kern, der sich ganz gut mit „wenn Du es in 10 Minuten komplett erledigen kannst, tu es sofort“ zusammenfassen lässt. Jedoch nur, wenn es einen nicht aus dem Flow reißt. Es bleibt also alles kompliziert und man braucht ein System.

Häufig sind es die Kleinigkeiten die man gerne mal verschiebt. Was sind die Dinge die Du gerne aufschiebst?

Das Beantworten von E-Mails schiebe ich gern auf. Ich schreibe gerne wohl formulierte E-Mails, und möchte mir Zeit dafür nehmen. Gut beantworten heißt: vollständig und verständlich, möglichst fehlerfrei und in angenehm zu lesender Sprache. Fast jede E-Mail wird noch 5 Mal gelesen, bevor sie abgeschickt wird. Dementsprechend oft verschiebe ich das Beantworten von E-Mails, und dann fallen sie auch öfter als mir lieb ist komplett unter den Tisch. Was ich stattdessen tue? Weiterarbeiten. Der Grund, weshalb ich sie aufschiebe ist ja, dass ich mich in einem Flow wähne und nicht die Konzentration verlieren möchte. Sinnvoll wäre es da natürlich, in so einer Situation gar nicht erst E-Mail-Notifications zu bekommen, aber das führt dann zum nächsten Punkt.

Hast Du dabei ein schlechtes Gewissen/Gefühl? Und wenn ja warum?

Wie gesagt, die einzige Lösung zum grundsätzlichen Aufmerksamkeits-Problem ist es, sich zu fokussieren. Das bedeutet wiederum, dass man nicht besonders gut erreichbar ist. E-Mails und Twitter dürfen nicht durchkommen, iMessages am Besten auch nicht, Telefon ginge noch, da kommt ja nicht so inflationär viel an. Ich habe aber dann ein schlechtes Gewissen gegenüber all denen, die mich hypothetisch dringend erreichen wollen könnten. Das sind zwar effektiv nur wenige – und die auch eher sehr selten – aber ich sorge mich trotzdem vorsorglich schon mal. Ich möchte gerne abtauchen und in Ruhe coden. Aber wenn der Project-Owner neue Informationen für mich hat, möchte ich in Slack auch erreichbar sein, damit ich nicht für die Tonne arbeite. Es ist ein ständiges Balancieren zwischen Fokus und Erreichbarkeit.

Warum schiebst Du diese Dinge auf?

Weil sie Aufmerksamkeit und Konzentration erfordern, und nichts so sehr die Arbeit stört wie Multitasking. Jedenfalls würde ich diese Dinge gerne in möglichst großen, thematisch zusammenhängenden Blöcken erledigen, ein paar Stunden am Stück völlig ungestört programmieren, dann eine Stunde Kommunikation, sowas.

Kämpfst Du aktiv dagegen an? Wenn ja, welche Hilfsmittel/Methoden/Werkzeuge wendest Du an?

Timeboxing und Pomodoros helfen tatsächlich sehr, hauptsächlich gegen innere Störfaktoren (E-Mail-FOMO (Fear of missing out), Lust auf Twitter, bisschen in Bandcamp rum wühlen wollen, ich könnte mal zum Späti gehen und Nüsse kaufen usw.). Timer auf 25 Minuten stellen und genau eine Sache machen. Wenn man danach noch motiviert ist, Timer einfach wieder an, ansonsten 5 Minuten Pause. Stück Obst essen, mal Twitter durchscrollen oder noch besser: Kurz aufstehen und strecken, dann das nächste Pomodoro. Funktioniert wirklich gut.

Auch sehr effektiv: Sich selber dem sozialen Druck entziehen und im Teamchat einfach ansagen, dass man ein paar Stunden abtauchen muss. Meistens ist das absolut kein Problem, jeder hat Verständnis. Es geht ja allen gleich. Bei Leuten, die nicht in irgendwelchen Chats sind, muss man sich einfach den Glauben antrainieren, dass 99 % von dem, was die per E-Mail wollen könnten, wahrscheinlich nicht besonders dringend ist, denn sonst würden sie vermutlich anrufen. Man enttäuscht eigentlich niemanden, wenn man nur 1x am Tag seine E-Mails checkt. Also: Notifications aus.

Zu guter letzt: was war die letzte Sache die Du aufgeschoben hast? Was hast Du stattdessen gemacht?

Aufgeschoben habe ich tatsächlich mehrere Kleinigkeiten: neues Speaker-Foto an einen Konferenz-Organisator schicken, E-Mails beantworten … Da ist ein niemals schrumpfender Stapel an kleinen Sachen für die es nie den richtigen Zeitpunkt gibt. Entweder weil ich gerade potentiell wichtigere Aufgaben habe, oder weil dann tatsächlich doch mal Feierabend ist.

Alex Feyerke ist Frontend-Entwickler in Berlin und arbeitet am Open Source-Projekt Hoodie, einer neuen, einfacheren Art, Web-Applikationen zu bauen. Derzeit ist er für eine NGO tätig, die sich mit der Bekämpfung von Ebola in Westafrika befasst. Er hilft bei der Organisation der Frontend-Usergroup up.front, spricht auf Konferenzen über Offline First, Tech-Kultur und -Geschichte und geht nach der Arbeit am liebsten Bouldern.

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