Projekt

Perfektionismus und die Schönheit des Scheiterns

Die Jagd nach (Un-)Vollkommenheit in der Kreativbranche

Das paradoxe Streben nach gestalterischer Perfektion ist das zentrale Element des Bookazines »Perfektionismus und die Schönheit des Scheiterns«. Die Jagd nach Vollkommenheit wird niemals enden, sondern führt in der heutigen, vom Perfektionswahn getriebenen Leistungsgesellschaft oftmals zu psychischen Problemen. Statt sich an etwas Erreichtem zu erfreuen, suchen Perfektionisten Fehler im Detail, die folglich als Scheitern inter­pretiert werden. Perfektionssucht führt zu Ineffektivität, Unproduktivität und begünstigt psychische Probleme wie Depressionen oder Zwangs­­stö­rungen. Doch der Wunsch nach hoher Qualität und Perfektion bedarf eines dif­feren­zierten Blicks. Neben dem krank­haften Perfektionismus ist gesundes Optimierungsstreben ein Antrieb für kreative Leistungen. Es regt an, Bestehendes zu hinterfragen und neu zu kreieren. Dabei sucht die Subjektivität von kreativer Perfektion seinesgleichen. Es gibt wohl kaum ein anderes be­rufliches Tätigkeitsfeld, in dem es um so individuelle Ansichten von Vollendung geht, wie in der Krea­tivbranche.  

Können wir den Zustand der Perfektion überhaupt erreichen – oder ist er reine Utopie? Geht es nicht immer noch besser? Bedeutet unvollkommen, dass wir scheitern – und kann man durch das Scheitern erfolgreich sein? 

Diese und weitere Fragen werden in dem Bookazine ergründet. Inhaltlich erklärt die Arbeit zunächst mittels informativer Texte und Interviews, was Perfektionstrieb in uns auslöst und zeigt dann auf, was wirklich wichtig ist – wie es den schöpferisch Tätigen tatsächlich dabei geht. Durch dieses Zusammenspiel aus sachlichen, informativen Texten und Erfahrungsberichten, Meinungen und Gedanken von Akteuren der Kreativbranche entsteht eine Bandbreite von Ansichten, die ebenso facettenreich und subjektiv ist, wie der Perfektionismus selbst.

Auch gestalterisch geht die Arbeit auf die Thematik des Perfektionismus ein. Das Gleichgewicht zwischen Perfektion und Scheitern unterstreicht den Inhalt, stützt ihn und soll den Betrachter inspirieren. Trotzdem wird eine Neutralität gewahrt, um dem Leser eine eigenständige Wertung zu ermöglichen. Dies wird durch eine Kombination aus strikter Anwendung von bekannten Gestaltungsregeln und der Verwendung von Methoden zur grafischen Abstraktion und typografischen Irritation erzielt.

Designer

Lara Resch 


Betreuer
Dominik Lanhenke