Projekt

Wut – Eine Collage

Trauernde finden Mitleid und Trost in der Gesellschaft und jemanden, der mitlacht, findet man schnell.
Doch wer wütend ist, wird oft mit seinem Gefühl allein gelassen.

Da Wut in meinen Augen von vielen zu Unrecht als negative Emotion wahrgenommen wird, machte ich es mir zur Aufgabe meiner Diplomarbeit, zu erläutern, wie man ihre Energie für konstruktive und kreative Zwecke nutzen kann, statt sie herunterzuschlucken oder ihr zu erliegen.

Dabei wollte ich bewusst vermeiden, mir anzumaßen, dieses individuelle Gefühl pauschal zu erklären oder gar Schritt-für-Schritt-Anleitungen anzubieten.

In “Wut–Eine Collage” werden Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen und beruflichen Metiers vorgestellt, die auf ganz verschiedene Art und Weise mit Wut zu tun haben und ihren eigenen Weg gefunden haben, sie positiv zu nutzen.

Die zugrunde liegende Prämisse, nach der sich die gestalterischen Mittel der Publikation richten, ist die Erkenntnis, dass zwischen Geschmack, der mit Auslese und Geduld einhergeht und Wut, die impulsiv und erbarmungslos ist, keine Verbindung besteht und somit eine klassische und minimalistische Gestaltung unangebracht ist.

Aufgrund dessen war neben der Inspiration auch die Irritation des Lesers meine Absicht. So habe ich versucht, sämtliche an der Akademie erlernten Gestaltungsregeln über Bord zu werfen. Die Gestaltung des Buches schöpft trotzdem aus der dazugehörigen Konzeption, sodass jeglicher visueller Inhalt begründet ist.

Zum Beispiel spiegelt sich durch entsprechende grafische und fotografische Elemente wie bspw. Wingdings-Symbole und Bilder aus alten Stockfoto-Büchern das individuelle aber jedermann bekannte Gefühl der Wut wieder.

Ein weiteres Beispiel ist der bei Wutanfällen eintretende Tunnelblick, der durch die begrenzte Farbpalette dargestellt wird oder auch die Aggression, die sich durch das Trennen der Themen via ausgerissener Seiten bemerkbar macht.

“Wut–Eine Collage” ist weder ein Buch noch ein Magazin. Es ist eine zur Collage zusammengefasste Sammlung an Inspiration – wie man sie erlebt und was man aus ihr macht bleibt dem Leser, wie bei einem Wutausbruch, letzten Endes selbst überlassen.

Romano Dudas
http://www.romanodudas.de

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