Soda Books, Berlin (1)

Projekt

Soda Books, Berlin

Werkzeug für Designer.
Soda steht für visuelle Kultur und freie Inspiration. Der Großteil der Kunden arbeitet in gestaltenden Berufen und ist stets auf der Suche nach überraschenden Eindrücken und neuen Impulsen. Statt Buchrücken sind im Soda Cover zu sehen, die Komposition der Titel erinnert an die Ausstellung in einer Galerie. Sebastian Steinacker versteht seine Kunden und deren Disposition zur visuellen Wahrnehmung. Seine Buchhandlung und sich selbst begreift er als Werkzeug des Gestaltenden, als Arbeitsmittel der Kreation.

Gegenläufig zum Trend, Printmedien online zu bestellen, schätzen die Käufer die sinnliche und taktile Entdeckung von Büchern und Magazinen in einer offenen Atmosphäre. Nachhaltig sind zudem das Vertrauen in die kuratorische Vorauswahl Sebastian Steinackers und seine Glaubwürdigkeit. Bei der sorgfältigen Auswahl internationaler Titel steht für ihn die ästhetische, visuelle Qualität im Vordergrund. So finden sich auch unbekannte, aufwändig produzierte und außergewöhnliche Publikationen in den Reihen.

Nach 11 Jahren in München und einer Bekanntheit von Soda weit über die Grenzen Münchens hinaus, sucht Sebastian Steinacker mit der Eröffnung seines zweiten Ladens in Berlin nun nach neuen Herausforderungen. Als Buchhandlung für unabhängige Printmedien ist das Soda Berlin mit seinem Design und der populären Lage einizartig und damit ein Vorreiter für die gesamte Branche.

Wie minimalistisch kann ein Entwurf sein?
Das Soda Berlin wurde Anfang Januar 2015 am Rosenthaler Platz in Berlin eröffnet. Designliga gestaltete als befreundetes und eng mit Sebastian Steinacker verbundenes Designbüro die 80qm großen Räumlichkeiten. Mit dem Ziel, einen genetischen Zusammenhang zwischen Soda München und Soda Berlin zu schaffen und dennoch ein originäres Entwurfskonzept zu entwickeln, stellt Reduktion die wesentliche Designreferenz dar. Die Herausforderung bestand darin, einen Raum zu gestalten, der sich maximal zurücknimmt und den eigentlichen Objekten die volle Aufmerksamkeit gewährt. Raum und Einrichtung mussten lediglich eine Bühne für die Bücher und Magazine bilden, die – von Grafikdesignern gestaltet – selbst eigene Kunstwerke sind.

Die Einheit von Vorder- und Hintergrund, von Einrichtung und Raum ist das maßgebliche Gestaltungsprinzip. Die Grundidee besteht darin, durch eine neutrale Farbigkeit das Gemenge der Elemente zu reduzieren und die Differenz von Möbel und baulicher Substanz durch eine zusätzliche grafische Textur optisch einzuebnen. Auf diese Weise erscheinen die Räumlichkeiten – trotz der Masse an Objekten und Größe der notwendigen Präsentationsfläche – minimalistisch und klar.

Der Laden als Produktbühne
Die Innenarchitektur greift den bestehenden, funktionierenden Ausstellungscharakter des Soda in München auf und übersetzt diesen in das eigene Gestaltungsprinzip. Um die rund 800 Titel frontal präsentieren zu können, entwickelte Designliga ein eigenes Regalsystem. Dieses stellt insgesamt über 135 Laufmeter zur Ausstellung der Bücher und Magazine zur Verfügung. Die Regale scheinen nahezu beiläufig an der Wand zu lehnen. Durch die einem Bühnenbild ähnliche Konstruktion aus Rahmen schaffen die Regale trotz erforderlichen Stauraumes Transparenz und Durchlässigkeit im Raum. Zudem ist die gesamte Raumbeleuchtung in das Regalsystem integriert. Eine große Theke im Eingangsbereich bietet zusätzlichen Platz für verkaufstechnische Utensilien und empfängt den Kunden.

Raum und Inventar sind in eine einheitliche Farboberfläche in RAL 7035 Lichtgrau getaucht. Sämtliche Materialien, von Boden und Decke über Regale bis hin zur Wand, erscheinen in der gleichen Anmutung – Raum und Objekt verschmelzen so zu einer Einheit. Das partiell auf Wand, Regal, Decke und Boden aufgebrachte abstrakte Muster verstärkt diesen Effekt. Trotz seiner grafischen Ausprägung wirkt das „Gekritzel“ willkürlich und nimmt den Flächen ihre Bedeutsamkeit. Lineare Überschneidungen auf losen und festen Elementen egalisieren die Differenz zwischen Raum und Möbel – die verschiedenen Ebenen verschwimmen zu einer diffusen Einheit. Kontrastierend zum minimalistischen Off des Hintergrundes stechen die Produktcover leuchtend in den Vordergrund.

Der Entwurf von Designliga schafft somit die Bühne für die eigentlichen Hauptakteure Sebastian Steinackers – die sorgfältig ausgewählten Magazine und Bücher.

Designliga

http://www.designliga.com