Wir alle schreiben: Manche von uns öfter, manche seltener. Doch eines ist uns allen klar: Aus gesprochenen Worten geschriebene Zeichen zu machen ist Teil unserer Kultur. Es ist unerlässlich für unsere Gesellschaft. Und egal, auf welche Weise wir schreiben: es gehört zur menschlichen Natur.
Die Druckerpresse hat unseren Sinn für Buchstaben kultiviert. Über hunderte Jahre hinweg haben sich Leserinnen und Leser an die gedruckte Perfektion auf jeder einzelnen Seite gewöhnt. Seit dem Aufkommen der Neogrotesk-Schriften Mitte des 20. Jahrhunderts beschränkte sich diese Perfektion nicht mehr nur auf die Silhouetten der Buchstaben. Seitdem bedarf es in unseren Sehgewohnheiten auch einer idealisierten Struktur. Diese festgefahrene Perfektion ist der Maßstab unserer digitalen Typografie. Wir sind umgeben von Serifenlosen mit einer sauberen, gestochen scharfen Anmutung. Auf Postern und Packaging sehen sie umwerfend aus – und dennoch lässt ihr Eindruck zuweilen eines zu wünschen übrig: menschliche Wärme.
Confer Sans ist Identity Letters’ Antwort auf das Dilemma der Serifenlosen. Diese Schrift erfüllt den Anspruch an digitale Perfektion, der an einen zeitgenössischen Entwurf gestellt wird, während sie gleichzeitig den menschlichen Aspekt des Schreibens im Blick behält. Ihre Zeichen folgen dem natürlichen Fluss des Schreibgerätes – der Breitfeder, oder heutzutage vielmehr dem breiten Filzmarker. Dieser Grundidee folgend schließen Striche gewinkelt oder sogar rechtwinklig ab, was die Schrift ursprünglich, lebendig, und unverstellt wirken lässt.
Schon mittelalterliche Kalligraphen und die Stempelschneider des aufkommenden Buchdrucks »bereinigten« die offenen Strichenden in ihren frühen Serifenschriften. Sie führten die Federzüge so fort, dass sie plan auf der Grundlinie auflagen. Moderne Neogrotesken hingegen »bereinigen« die Strichenden, indem sie sie in ein Designprogramm eingliedern. Im Gegensatz dazu feiert Confer Sans die einfache Freude am unbeschönigten, winklig endenden Strich. Damit ist sie ein humanistischer Entwurf im besten Sinne: kultiviert genug für professionelle, seriöse und markentreue Kommunikation. Zwanglos genug für Momente und Leserïnnen, bei denen eine anonyme und autoritative Neogroteske nicht in Frage kommt.
Mit 16 Schnitten – acht Fettegrade mit jeweils passender Kursive – und fast 700 Glyphen pro Schnitt lässt Confer Sans in puncto zeitgemäßem Schriftsatz keine Wünsche offen. Die Kursive ist dabei nicht nur schräggestellt, sondern führt die Idee des stumpfen Strichendes konsequent fort und scheint fröhlich über die Zeile zu tanzen, womit sie besonders in den fetteren Graden punktet. Der Zeichensatz enthält unter anderem mehr als zehn verschiedene Ziffernsets, Zahlen und Pfeile in Kästen und Kreisen, Unterstützung für über 100 Sprachen, zehn Stilsets, und einen Strauß zusätzlicher OpenType-Features: Die Schriftfamilie ist so für alle digitalen und Print-Projekte gewappnet.
Confer Sans bietet sich an für den Einsatz im musealen und kulturellen Bereich, in der Bildungs- und in der Tourismusbranche, für Musik und Festivals, für Packaging Design, Branding und Werbung. Schlussendlich ist sie jedoch überall eine bereichernde Stimme, wo Menschen durch Kommunikation miteinander verbunden sind.