Projekt

Pustekopf – Gemeinsame Aktivitäten für dementiell Betroffene und Angehörige

Im Februar habe ich meinen Bachelor an der Fakultät für Gestaltung in Pforzheim in Visueller Kommunikation abgeschlossen. Als Bachelorarbeit habe ich ein Beschäftigungs-Set für dementiell Betroffene und deren Angehörige entwickelt, darunter zählt die Gestaltung und die Verfassung der Texte sowie die Recherche.

Im Schnitt gibt es 24 Millionen Demenzerkrankte auf der Welt, davon leben 1,6 Millionen in Deutschland. 70 Prozent werden zu Hause durch ihre Angehörigen gepflegt. Zur Erleichterung in der Beschäftigung mit den Betroffenen entstand „Pustekopf“. Die Arbeit beinhaltet einen Aktiv-Ordner mit Beschäftigungsmaterialien für Demenzerkrankte und Angehörige, ein Erinnerungs-Album und ein Handbuch über Demenz für die Angehörigen, zusätzlich befinden sich darin noch eine Nesteldecke, Fühlkissen und ein Bildtheater. Alle Medien werden in einer Tasche verwahrt. Mit der Arbeit sollen gemeinsame Momente entstehen, in denen man den Betroffenen besser kennen lernt, ihm zuhört und ihn vielleicht auch versteht.

„Pustekopf“ fasst verschiedene Formen von Beschäftigungsmöglichkeiten für dementiell Erkrankte und Angehörige zusammen. Die Grundlage der Beschäftigungsangebote für den Betroffenen und seinen Angehörigen besteht darin, gemeinsame Zeit zu verbringen. Darauf aufbauend folgt das Verstehen von Demenz, sowie Kommunikation und Umgang mit den Betroffenen.

Die Angehörigen erfahren mit „Pustekopf“ ein Verständnis für die Krankheit des Betroffenen und sollen sich über verschiedene Aktivitäten auf ihn einlassen. Im Idealfall können Pfleger, Betreuer, etc. des Betroffenen, durch „Pustekopf“ eine intensivere Pflege leisten. Ferner ist „Pustekopf“ eine Erinnerung an Betroffene nach dessen Ableben für die Angehörigen.

Die Schrift »Helvetica« zieht sich durch die gesamte Arbeit. Sie ist klar und einfach zu lesen und vielen Betroffenen aus der Vergangenheit bekannt. So besitzt sie einen hohen Wiedererkennungswert und lässt sich im Fließtext sowie als isoliert geschriebenes Wort gut anwenden. Die Schriftgröße ist in allen Texten, die an die Betroffenen gerichtet sind, auf mindestens 25 Punkt begrenzt. Aufgrund des meist hohen Alters und ihrer Krankheit können sie nur eingeschränkt lesen. Der Fließtext für die Angehörigen besitzt ebenfalls eine ungewöhnlich große Punktgröße, da sich viele im Alter zwischen 65 – 80 Jahren bewegen und ebenfalls unter Kurzsichtigkeit oder Sehschwächen leiden.

Um ein einheitliches Farbkonzept zu gewährleisten, habe ich mich ausschließlich auf die Farben rot, weiß und schwarz reduziert, dabei überwiegt Rot in den Teilen für den Betroffenen. Rot ist eine Farbe, die die Orientierung besonders gut unterstützt. Sie ist eine »Warnfarbe« und besitzt auf der Netzhaut die meisten Rezeptoren.

Design
Anna Eickhoff