Projekt

Syndrome – Eine Sammlung psychischer Grenzbereiche

Dieses Projekt entstand im Rahmen meiner Bachelorarbeit in der Klasse Illustration unter der Betreuung von Henning Wagenbreth an der Universität der Künste Berlin. Juli 2014.

Ich habe mich immer gefragt, was in der erkrankten Psyche vonstatten geht und welche Bilder und Gefühle durch sie entstehen. Ich wollte versuchen psychische Krankheiten illustrativ darzustellen und sie somit zugänglich für nicht erkrankte Menschen zu machen.

Während meiner Recherchen (u.A. untersuchte ich die Werke und Künstler der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg und die Schriften Theo Navratils) wurde mir klar, dass bestimmte Psychosen zwar ge- meinsame Symptome haben an denen man sie festmachen kann, die Auswirkungen auf den Betroffe- nen jedoch immer andere sind. Das Ausmaß und die Stärke sind abhängig von den seelischen Verfas- sung des Erkrankten vor Ausbruch der Psychose. Es nicht möglich einzelne psychische Krankheiten zu illustrieren, da man somit eine Allgemeingültigkeit vortäuschen würde, die nicht existieren kann. Während der Arbeit an dem Projekt merkte ich,dass die Menschen, denen ich von meinem Projekt erzählte, an skurrilen und seltenen Erkrankungen das größte Interesse haben. Auf Koro, eine kultur- gebundene Erkrankung, bei der der Betroffene davon überzeugt ist, dass sich sein Penis in den Körper zurückzieht, reagierten sie einerseits ungläubig und belustigt, andererseits jedoch auch äußerst inter- essiert.Deshalb habe ich mich dazu entschlossen eine Sammlung seltener psychischer Syndrome zu er- stellen. Der Begriff “Syndrom“ beschreibt das gleichzeitige Auftreten mehrerer bestimmter Symptome und ist somit eindeutiger definiert. Weiterhin habe ich mich auf seltene, oftmals seltsam anmutende, Syndrome spezialisiert, um das Interesse des Leser für das Thema der Psychiatrie zu wecken und Ihn zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema zu bewegen. Ich richte mich mit diesem populärwis- senschaftlichen Publikaton an fachfremdes, aber an dem Gebiet der Psychiatrie intressiertes Publikum.

Bastian Wienecke
http://www.bigadi.de