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Fragen an Illustratoren: Kathi Käppel

Wie war dein Einstieg in die Branche und was war dein erster Job?

Mein erster Job waren Cover-Illustrationen für Jugendbücher des BELTZ- Verlags.
Der Verlag ist in meiner Heimatstadt. Ich habe mich nach der Schule dort mit Mappe vorgestellt.
Mit dem Studium in Berlin gründeten wir die Gruppe »monogatari« (japanisch für »Geschichten erzählen«). Mitglieder waren Mawil, Tim Dinter, Jens Harder, Ulli Lust, Kai Pfeiffer und ich. Wir zeichneten in einem gemeinsamen Atelier freie Comics, Illustrations- und Animations Projekte. Diese wurden erfolgreich publiziert und ausgezeichnet. Als Reaktion erhielten wir Aufträge von beispielsweise der FAZ. Und so ergab eines das andere. Heute arbeitet jeder von uns in einem speziellen Bereich mit dem Medium Zeichnung.

Arbeitest du hauptsächlich als Illustrator oder hast du noch andere Schwerpunkte und falls ja, welche?

Animation direction, Lehrende an beispielsweise der Kunsthochschule Berlin-Weißensee & Mama!

Auf welchen Themenbereich hast du dich spezialisiert?

Entwicklung fantastischer Tiere und Figuren.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Reduziert, abstrakt, geordnet.

Mit welchen Techniken arbeitest du?

Whatever suits best. Von Woodcuts, Acryl, Bleistift …

Digital oder Aanalog?

Sowohl als auch.

Gibt es ein Objekt, ein Thema, das für dich besonders schwer zu zeichnen ist?

Nein. Es gibt Vorlieben und spannendere Themen, aber Schweres zu zeichnen bedeutet ja auch immer eine Auseinandersetzung und im besten Fall eine Weiterentwicklung.

Wie ist dein Arbeitsprozess für eine Illustration?

Nachdenken, Recherche in Text & Bild, nachdenken, skizzieren, skizzieren, (abstimmen mit Auftraggeber), ausarbeiten, (reinzeichnen), überarbeiten.

Was passiert, wenn einem Kunden deine Illustration überhaupt nicht gefällt?

Sollte dieses einmal vorkommen, werde ich im Rahmen der budgetären Bedingungen das Beste versuchen um einen Konsens zu finden, mit dem beide Seiten glücklich sind.

Welche Tipps kannst du jemandem geben, der Illustrator werden möchte?

Immer ein Skizzenbuch dabei zu haben und zeichnen, zeichnen, zeichnen, so wie ein Studium an einer guten Kunsthochschule. Beides sollte helfen, sich selbst kennenzulernen und einen persönlichen Stil zu entwickeln. Außerdem sollte man sich freie Projekte und Aufgaben ausdenken, erarbeiten und so eine Mappe füllen, mit der man sich bei Agenturen vorstellen kann. Unglaublich wichtig und hilfreich ist auch der Aufbau eines Netzwerks mit anderen Kreativen. Auf diese Weise kann man Erfahrungen austauschen und sich in gemeinsamen Projekten inspirieren.

Wie gewinnt man als Illustrator Kunden?

Durch freie Arbeiten, die ausgezeichnet und in relevanten Büchern wie beispielsweise »Freistil« oder auf Plattformen im www publiziert werden.

Wie siehst du den Stand der Illustration in Deutschland?

Illustration ist progressiv, stark und mutig in Deutschland. Es gibt sehr, sehr gute und international erfolgreiche Illustratoren.
Generell würde ich mir mehr Mut von Seiten der deutschen Auftraggeber wünschen, eben jene progressiven Illustrationen verstärkt einzusetzen.

Wo ist für dich der Unterschied zwischen Kunst und Illustration?

Wenn eine Illustration ohne Einschränkungen durch außen und Kompromisse entsteht und damit eine freie Zeichnung ist, dann sind die Grenzen zu Kunst fließend.

Kathi Käppel
http://www.kathikaeppel.de/

Interviewserie mit Fragen von Nadine Roßa und Patrick Marc Sommer

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