8 Eine scharfe Type. Über das Eszett. Abschlussarbeiten Editorial
Ich trage einen seltenen Buchstaben im Nachnamen: Das ß. Und das bereitet Umstände. Denn obwohl ich diesen besonderen Buchstabe liebe und nicht müde werde ihn zu verwenden wann immer er berechtigt ist, geht das leider längst nicht allen so. Meine Aufgabenstellung für meine Diplomarbeit war daher: Was kann man tun, um das zu ändern? Wie bringt man einen ungeliebten Buchstaben den Leuten näher, die ihn nicht mögen oder gar boykottieren?
Ganz einfach – man erklärt ihn, man untersucht ihn, man begründet ihn. Und man macht ihn sympathisch.
Das fängt beim Titel an. Welchen Namen bekommt das Kind, wo es doch schon so viele Namen hat? Eszett ist zwar sehr geläufig, ebenso oft wird er aber auch schlicht als „scharfes S“ bezeichnet. Ein scharfer Buchstabe also. Ein Sonderling. Eine komische Type. Eszett – Eine scharfe Type!
Und so habe ich ihm meine Diplomarbeit gewidmet und versucht ihn jenseits von Rechtschreibreform und Versal-Eszett-Diskussionen in ein besseres Licht zu rücken. Entstanden ist ein Buchset über „Eine scharfe Type.“ Es widmet sich Themen wie „Ein Buchstabe als Problemfall“, der Rechtschreibproblematik, der Herkunft des Buchstabens und der Anatomie. Zusätzlich gibt es ein Buch im Schuber, das nach neuer Rechtschreibung alle Wörter mit ß auflistet.
Eingebettet ist das in eine Kampagne, die die Leser bittet ß-Fehler im öffentlichen Raum zu korrigieren.
Und um dem ganzen wirklich das Prädikat „nerdig“ zu geben, verlose ich ß-Ohrringe unter allen, die mir eine E-Mail an mail (at) scharfe-type.de schicken.
Nadine Roßa
http://www.nadine-rossa.de
8 Kommentare
Nicht ohne Grund ist das »ß« auf der selben Taste wie das »?«.
ßchön finde ich ja die Farbgeßtaltung.
Hübsch anzuschauende Arbeit über ein nicht zu unterschätzendes Thema.
Wie oft sieht man GROßGESCHRIEBENES mit kleinem ß…
Das ß ist wirklich einmalig kein Vokal, kein Konsonant, kein Umlaut.
Aber warum heißt es bei Dir nicht: nadine-roßa.de ? Technisch geht’s…
SCHARFE Idee dies zum Mittelpunkt zu machen. Auch die Gestaltung sowie genutzte Typografie runden deine Arbeit ab. Gefällt mir!
Stefanie Winkelmann united-domains AG
Hallo Frau Roßa,
Ihr Buch passt wie die Faust aufs Auge! ;-)
In den letzten Tagen habe ich mich so viel wie schon lange nicht mehr mit dem Eszett beschäftigt, da es jetzt auch in .de-Domains verwendet werden darf, also beispielsweise als http://www.nadine-roßa.de
Da hätte mir Ihr Buch sicherlich weitergeholfen!
Viele Grüße
Stefanie Winkelmann
united-domains AG
Vielen Dank für die netten Kommentare :-)
Die technischen Voraussetzung für die ß-Domains gibt es erst seit dieser Woche, vorher waren zwar Umlaute zulässig, das ß aber nicht. Natürlich habe ich mir die zugehörige ß-Domain dazu direkt gesichert :-) Ihr könnt euch meine Freude über diese Entscheidung vorstellen. Allerdings war die Umleitung noch nicht aktiv, als ich die Arbeit hier eingestellt habe, weil es noch (wer hätte das gedacht) technische Probleme gab. Inzwischen sollte das aber gehen. Die neueren Browser leiten es ohnehin bereits weiter.
Ich liebe das scharfe-s… nein ich vergöttere es ;-)
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Friedemann Ohse
Scharfe Diplomarbeit :)
Besonders spannenden finde ich ja das Thema Versal-Eszett
(http://de.wikipedia.org/wiki/Großes_ß),
immerhin existieren ja schon Unicode und Tastaturbelegung.
Grüße,
Friedemann