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Ein klassisches Gebrüder Grimm Märchen geschrieben in englisch und deutsch. Mit reiner Typografie, die Emotionen und Gefühlen wieder spiegelt. Speziell ohne Bilder und Illustrationen, damit gerade Kinder ihre Fantasie entwickeln können.
Die Gestaltung ist auf jeder Seite anders. Eine Erfahrung die nie langweilig wird und auch für Kinder interessant bleibt. Auf spielerische Weise eine fremde Sprache und die liebe zu Büchern lernen.
Bald auch andere Grimm Märchen verfügbar.
40 Seiten
150 x 260 mm
Hardcover Buch
45 Euro frei Haus
Annkathrin C. Dahlhaus
http://www.annkathrin-dahlhaus.de
Kommentare
Also das Kinder durch reine Typografie ihre Fantasie besser entwickeln, bezweifle ich. Man braucht doch erstmal irgendwelche Bilder, um sie dann im Kopf weiterspinnen zu können. Wie soll sich ein Kind in der Fantasie beispielsweise eine Königin vorstellen, wenn es noch nie eine Königin gesehen hat? Ich finde die Seiten auch sehr unruhig. Die Gestaltung lenkt vom Inhalt eher ab, als ihn hervorzuheben. Ich sehe dieses Projekt eher als ein Produkt von Gestaltern für Gestalter.
Also ein paar einzelne Wörter größer und kleiner zu schreiben zeigt meiner Meinung nach nicht in die Wiederspiegelung von Gefühlen. Wenn wenigstens mit mehreren Schriftarten gespielt werden würde, um Wut, Freude, Trauer, Liebe usw dadurch zu symbolisieren, dann wäre das was anderes. Aber so scheinen es nur zwei Schriftypen zu sein inkl. ein paar Farben zur Akzenturierung.
Ansich nett anzusehen, aber man hätte wesentlich mehr rausholen können. Es ist auch nichts neues, nichts, was einen überzeugt. Zumindest mich nicht
So sehr ich auch Fan der gebrocheneren Schriften bin, so sehr finde ich sie hier zu sehr als reiner Eigenzweck eingesetzt. Und wenn man schon eine reine Typografie (die ich nun auch nicht wirklich für Kinder oder deren Fantasie als förderlich erachte, da schließe ich mich Stephan an: Gerade die Illustrationen bei klassischen Märchenbüchern oder älteren Werken wie Alice machten diese Werke doch zu etwas so speziellem) nutzt, dann doch bitte auch wirklich ausreizen.
Gebrochene Schriften, für Kinder eh eine sehr hohe Hürde (was ich eher befürworte), haben ja gerade ihre Schönheit in den Formen der Majuskeln, wieso hier alles klein geschrieben (und was lernen die Kinder dadurch)? Dann gibt es unzählige, sinnige Ligaturen, die diese Schrift so sehr einer Sanserif in meinen Augen überlegen machen. Hier sehe ich keine einzige.
Und wenn man schon Todt auf diese alte Weise schreibt und dazu noch Fraktur nimmt, dann doch bitte auch das lange-S!
Wenn man Kindern diese Schrift näher bringen will, so bietet das lange-S z.B. so viel Potential die Rechtschreibung, bzw. deren Regeln verständlicher zu machen. Wann ß, wann ss, wo wird getrennt wo nicht, wann ist die Wachstube eine Wachstube für Wachs, wann für den Wächter?
Ansonsten was Stephan schon sagte, außer vllt. die mehreren Schriftarten, da bin ich eher weniger ein Freund von.
Noch kurz zum langen-S: Allein der gewählte Titel wäre soviel besser dadurch.
Dornröschen macht klar wieso man es nicht als …rö-ſchen liest, sondern als …rös-chen.
Für alle die nicht so sehr mit dem langen-S vertraut sind: Das ſ (lange-S) wird nur am Anfang (Anlaut) oder innerhalb einer Silbe (Inlaut) genutzt, am Ende einer Silbe steht stets das runde-S ‘s’. Der ‘sch’-Laut würde daher mit langen-S geſchrieben (<- wie hier zu sehen). Oder eben mein Lieblingsbeispiel:
Wachstube vs. Wachſtube.
As handelt sich hierbei um den Originaltext von 1812. Daher kommen Wörter vielleicht falsch geschrieben vor, sind sie aber nicht! Das erste Märchenbuch mit Hänsel und Grethel wurde mit Silber beim International Design Award in Los Angeles ausgezeichnet. Letztes Jahr verkaufte sich das Buch 15x auf einer Grafikbörse, an einem Wochenden. Es kam bei Jüngeren nicht sehr gut an, wahrscheinlich zu unflexibel im Kopf (Kinder müssen erst wissen was eine Königin ist = ihr glaubt gar nicht was für eine Fantasie Kinder haben!), bei Älteren so ab 40 Jahren, war die Begeisterung riesig. Endlich ein Buch, wo Kinder konzentriert bleiben und nicht nur Bilder schauen und schon 3 Seiten vorm eigentlichen Text sich die Bilder anschauen. Jedem seine Meinung aber um etwas neues zu erschaffen, muss man es auch wagen. Und bevor wir darüber urteilen, was Kinder nicht können, sollten wir die Kinder vielleicht einfach mal versuchen lassen. Ihr werdet euch wundern!
Allein die Vorstellung, dass irgendjemanden dieses theoretische Konstrukt »Wachstube vs. Wachſtube« vom Sinn des Lang-s überzeugen soll, löst bei mir ein leichtes Schmunzeln aus. Nicht, dass ich den Einsatz des Lang-s im (gebrochenen) Satz als überflüssig empfinde, aber dieses immer wieder bemühte Beispiel ist derart an den Haaren herbeigezogen, dass ich es in dieser Diskussion (Pro/Kontra gebrochener Satzregeln in der zeitgenössischen Typografie) als vollkommen kontraproduktiv empfinde.
»Ihr werdet euch wundern!«
In der Tat! Bei einer Arbeit, die allein auf typografischen Mitteln aufbaut, muss die Typografie von vorne bis hinten von höchster Qualität sein. Lässt man mal die Spielereien mit der Schriftgröße weg, sehe ich hier nicht mehr allzu viel qualitativ Herausragendes. Die verwendete Fraktur sieht in der Schaugröße ziemlich übel aus (sowohl die Kurven als auch die Zurichtung), der Blocksatz weist riesige Löcher auf, etc.
»Die Gestaltung ist auf jeder Seite anders. Eine Erfahrung die nie langweilig wird und auch für Kinder interessant bleibt.«
Dieses Ziel erreicht man auch durch verschiedene Illustrationen. Ich weiß nicht, welchen Vorteil hier die typografische Lösung gegenüber der illustrativen hat.
»Auf spielerische Weise eine fremde Sprache […] lernen.«
Vielleicht liegt es an der Auswahl der Beispiele, aber ich sehe hier immer nur die deutschen Worte hervorgehoben. Dem didaktischen Ansatz, eine fremde Sprache zu vermitteln, entspricht das meines Erachtens überhaupt nicht. Stattdessen habe ich die Befürchtung, dass die englische Übersetzung ›ausgeblendet‹ wird. Hast du evtl. schon einmal die Möglichkeit gehabt, das Buch deiner Zielgruppe zu präsentieren? Wenn ja, wie waren die Reaktionen?
Gut für StefanB ein konkreteres Beispiel für die Verwendung: Dornröschen vs. Dornröſchen
Ich sehe die Wachstube eher als Hamburgefonstiv des langen-S, ein Unsinnswort zwar, aber ein typograf praktisches Beispiel um etwas zu verdeutlichen. Und natürlich rede ich nicht von langem-S zurück in den Alltag, sondern wenn man schon gebrochen schreibt (und die Originalfassung als Basis nutzt), so sollte man auch richtig (eben alte Regeln inkl. langem-S) schreiben.













