Wie entsteht ein gemeinsames Orientierungssystem für zwei Gebäude mit völlig unterschiedlichem Charakter? Im Havelufer Quartier in Berlin-Spandau verbindet die Signaletik den Bestand des sogenannten Kasinos mit dem Neubau Haus 4 – und schafft dabei eine gemeinsame gestalterische Sprache.
Die Gebäude gehören zu einem der größten Wohnungsbauprojekte Berlins. Das Havelufer Quartier vereint Wohnen, gemeinschaftliche Angebote, Co-Working und öffentliche Treffpunkte. Entsprechend vielfältig sind die Wege, Nutzungen und Zielgruppen.
Eine zentrale gestalterische Fragestellung für Studio Gourdin lautete: Wo endet das Gebäude, wo beginnt der Nutzer? Für den Quartierstreff kcee Havel zum Beispiel wurde die bestehende Hausschrift in das Leitsystem integriert. Überall dort, wo kcee als Absender auftritt, spricht dessen eigene typografische Identität. Für die allgemeine Orientierung kommt dagegen eine zweite Schrift zum Einsatz, die den Gebäuden selbst zugeordnet ist. So entsteht ein System, das auf den ersten Blick als Einheit wahrgenommen wird und erst im Detail unterschiedliche Ebenen von Identität sichtbar macht.
Im historischen Kasino markieren von der Decke hängende Schriftzüge Räume bereits aus der Distanz. Aufgesetzte Einzelbuchstaben sitzen direkt auf den Wänden knapp unter der Decke und treten je nach Blickwinkel unterschiedlich stark in Erscheinung. In Haus 4 übernehmen großformatige Informationstafeln auf dunklem Grund die Orientierung. Reduziert und präzise.
Im Außenraum setzen die Stelen die Gestaltung konsequent fort und verbinden beide Gebäude zu einem zusammenhängenden Orientierungssystem.