Die Publikation Die Schönsten Deutschen Bücher 2025 ist der Jahreskatalog der Stiftung Buchkunst und dokumentiert die 25 prämierten Bücher des Wettbewerbs in fünf Kategorien. Konzipiert und gestaltet wurde der Band von Studio Tillack Knöll mit einer einleitenden 32-seitigen Fotostrecke von Ann-Kathrin Müller in den Deutschen Nationalbibliotheken Frankfurt am Main und Leipzig. Zentrales Thema der Gestaltung ist das Archiv – und das gleich zweierlei: als Motiv, sowie als organisatorisches Prinzip der gesamten Publikation: Mit rund 430 Seiten im Format 170×240 mm ist die Publikation zugleich Jahrbuch, Nachschlagewerk und eigenständiges Buchobjekt.
Das Buch ist als Hardcover verarbeitet, der Buchblock mit integriertem Vorsatz verarbeitet. Die obere Kante des Buchblocks enthält einen Silberschnitt um es archivarisch zu konservieren und gegen Feuchtigkeit zu schützen. Der Titel auf der Umschlagvorderseite ist geprägt.
Die Fotografien entstanden in den Deutschen Nationalbibliotheken in Frankfurt am Main und Leipzig und zeigen Orte, an denen Bücher gelagert, herausgenommen, betrachtet, gelesen und wieder eingeordnet werden und erweitern das Konzept des Archivs räumlich. Die fotografische Sequenz bildet zugleich den visuellen Rahmen der Publikation.
Jedes der 25 prämierten Bücher erhält zwölf Seiten. Neben Umschlag, bibliografischen und produktionstechnischen Angaben sowie der Jurybegründung geht es vor allem darum, den jeweiligen Charakter eines Buches fotografisch zu vermitteln. Die Bücher werden deshalb nicht nach einem identischen Reproduktionsschema abgebildet, Bildgrößen, Ausschnitte und Sequenzen verändern sich abhängig vom jeweiligen Objekt. Zusätzlich zu den 25 Büchern sind die drei Preisträger:innen des Preis für junge Buchgestaltung abgebildet.
Die Fotografie versucht so, eine reale Begegnung mit dem Buch zu simulieren: Einmal wird eine Doppelseite als Ganzes sichtbar, an anderer Stelle werden Papier, Bindung, Typografie oder Details stark vergrößert. Teilweise erscheinen die reproduzierten Bücher dadurch sogar größer als der Katalog selbst. Hände dienen dabei immer wieder als Maßstab und machen Format, Materialität und Gebrauch unmittelbar nachvollziehbar.
Die Klammer für diese kurzen visuellen Essays bilden Festschrift-Elemente, die das Jahr der Stiftung beleuchten. Jahresbericht, aber auch Long- und Shortlisten und Berichte von Messebesuchen sowie die Halte der Ausstellungstour der werden zweispaltig und/oder listenartig aufgeführt. Im Hinteren Teil der Publikation werden Jury sowie Buchbeteiligte genannt.
Dem stark materiellen und fotografischen Teil steht ein systematisches typografisches Gerüst gegenüber. Die Publikation ist durchgehend deutsch-englisch angelegt. Während der deutsche Text regulär gedruckt wird, erscheinen sämtliche englischen Texte in Pantone Cool Gray 6U. Als Schrift kommt FL Metallo von Ben Fehrman-Lee zum Einsatz. Referenzzeichen verbinden zudem Texte, Bildstellen und Informationen miteinander. Das Gestaltungssystem übernimmt damit eine Funktion, die man aus Bibliotheken, wissenschaftlichen Apparaten und Datenbanken kennt um Texte so miteinander „mikrotypografisch zu verknüpfen“. Außerdem gibt es mehrere verschiedene, an historische Satzspiegel erinnernde Seitenraster, die je nach Inhalt angewandt und abgewechselt werden.
Die Publikation ist ein Katalog über Bücher, der selbst wie ein Archiv funktioniert: Sie ordnet und dokumentiert die 25 ausgezeichneten Bücher systematisch, stellt dieser Ordnung aber eine sinnliche, fotografische Erfahrung von Buch, Material und Gebrauch gegenüber.
Konzept und Gestaltung
Sven Tillack, Steffen Knöll
Fotografie
Ann-Kathrin Müller
Redaktion
Birte Kreft, Natalia Klaus, Carolin Blöink, Mia Marian
Jurybegründungen
Die Schönsten Deutschen Bücher
Bettina Schulz
Übersetzung
Iain Reynolds
Schrift
Ben Fehrman-Lee
Reproduktionen, Lithographie
Sven Tillack
Gesamtherstellung
Druckhaus Sportflieger