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Designgalerie

Sukoon

Ein einzelner Buchstabe, gezeichnet in einem Moment inneren Friedens. Kein Konzept, kein Ziel, nur Ruhe. Der als Yanone bekannte Designer und Künstler Jan Gerner beschreibt den in einer abgelegenen Waldhütte erlebten Zustand tiefer Entspannung und geistiger Klarheit als nahezu heilig. In diesem Moment hatte er Form nicht gestaltet, sondern gefunden. Keine fertige Idee und kein fertiges Alphabet – sondern eine Empfindung, die im Verlauf der nächsten zehn Jahre zu einer besonderen Schrift wachsen sollte.

Der Name

Der Name dieser Empfindung ist Sukoon. Ein Wort, das in sich alles trägt, was diese Schrift verkörpert: Stille. Klarheit. Ruhe. Innerer Frieden.

In dieser Bedeutung ist das Wort im Arabischen, Persischen, Türkischen und Urdu verständlich; entlehnt auch in Hindi und weiteren indischen Sprachen. In Südostasien steht der Name für den Brotfruchtbaum, der wiederum als Symbol für Genügsamkeit, Dankbarkeit, die tiefe Verbundenheit mit der Natur und den Zusammenhalt der Gemeinschaften gilt.

Im Arabischen beschreibt das in der Schrift enthaltene diakritische Zeichen ‚sukūn‘ ebenfalls einen Zustand der Ruhe: die Abwesenheit eines Vokals und damit bewussten Aussetzens der Stimme, wenn sie nach einem Konsonanten kurz innehält, um im Fluss des Gesprochenen einen Moment der Stille entstehen zu lassen. Das Symbol dazu ist ein Kreis, der in den Release-begleitenden Artworks in Form einer Kugel eine zentrale Rolle spielt.

Das Design

Sukoon ist keine laute Schrift. Sie behauptet sich nicht durch Kraft, sondern durch Gleichgewicht. Sie nimmt Raum, ohne ihn zu füllen. Sie spricht, ohne zu drängen.

Die Schrift kann als eine dynamische bzw. humanistische Serifenlose charakterisiert werden. Dank der im Vergleich zu statischen und geometrischen Grotesk-Schriften offeneren und deutlich voneinander unterscheidbareren Buchstabenformen (z. B. doppelstöckiges ‚g‘) und der leicht nach links geneigten Achse der Rundungen (z. B. im ‚o‘) gilt der Stil als der leserlichste im Sans-Serif-Genre und gewinnt damit gerade im Hinblick auf die steigenden Forderungen nach Barrierefreiheit an Bedeutung.

Dennoch ist die Sukoon keine typische dynamische Serifenlose. Die Buchstaben M, g, y und j stechen aus dem Standard-Formenkanon dieser Schriftklasse heraus, aber auch die leicht tiefhängende Taille und das unterschiedliche Verhältnis von großer Ober- und kleiner Unterlänge stellen Besonderheiten dar – Zutaten, die Yanone aus dem Konzept der Stille zog und die entscheidend für die ruhige und klare Wirkung der Schrift sind.

Das heimliche Highlight der Schrift ist jedoch ihr Sprachausbau. Über 400 lateinische, arabische, kyrillische und griechische Sprachen sind enthalten, wobei bereits der Name einen Schwerpunkt auf den arabischen Teil erahnen lässt.

Fazit

Sukoon ist Typografie als Empfindung. Sie ist entstanden aus einem Moment der Stille – und will diesen Moment in möglichst viele Winkel der Welt entsenden. Nicht als Ornament, sondern als Ausdruck. Nicht nur als Handwerk, sondern auch als Kunst. Wenn man genau hinsieht, spürt man vielleicht ein wenig von der Klarheit, der Schönheit und der Ruhe, aus dem sie geboren wurde.

Sukoon

Sukoon

Ein einzelner Buchstabe, gezeichnet in einem Moment inneren Friedens. Kein Konzept, kein Ziel, nur Ruhe. Der als Yanone bekannte Designer und Künstler Jan Gerner beschreibt den in einer abgelegenen Waldhütte erlebten Zustand tiefer Entspannung und geistiger Klarheit als nahezu heilig. In diesem Moment hatte er Form nicht gestaltet, sondern gefunden. Keine fertige Idee und kein fertiges Alphabet – sondern eine Empfindung, die im Verlauf der nächsten zehn Jahre zu einer besonderen Schrift wachsen sollte.

Der Name

Der Name dieser Empfindung ist Sukoon. Ein Wort, das in sich alles trägt, was diese Schrift verkörpert: Stille. Klarheit. Ruhe. Innerer Frieden.

In dieser Bedeutung ist das Wort im Arabischen, Persischen, Türkischen und Urdu verständlich; entlehnt auch in Hindi und weiteren indischen Sprachen. In Südostasien steht der Name für den Brotfruchtbaum, der wiederum als Symbol für Genügsamkeit, Dankbarkeit, die tiefe Verbundenheit mit der Natur und den Zusammenhalt der Gemeinschaften gilt.

Im Arabischen beschreibt das in der Schrift enthaltene diakritische Zeichen ‚sukūn‘ ebenfalls einen Zustand der Ruhe: die Abwesenheit eines Vokals und damit bewussten Aussetzens der Stimme, wenn sie nach einem Konsonanten kurz innehält, um im Fluss des Gesprochenen einen Moment der Stille entstehen zu lassen. Das Symbol dazu ist ein Kreis, der in den Release-begleitenden Artworks in Form einer Kugel eine zentrale Rolle spielt.

Das Design

Sukoon ist keine laute Schrift. Sie behauptet sich nicht durch Kraft, sondern durch Gleichgewicht. Sie nimmt Raum, ohne ihn zu füllen. Sie spricht, ohne zu drängen.

Die Schrift kann als eine dynamische bzw. humanistische Serifenlose charakterisiert werden. Dank der im Vergleich zu statischen und geometrischen Grotesk-Schriften offeneren und deutlich voneinander unterscheidbareren Buchstabenformen (z. B. doppelstöckiges ‚g‘) und der leicht nach links geneigten Achse der Rundungen (z. B. im ‚o‘) gilt der Stil als der leserlichste im Sans-Serif-Genre und gewinnt damit gerade im Hinblick auf die steigenden Forderungen nach Barrierefreiheit an Bedeutung.

Dennoch ist die Sukoon keine typische dynamische Serifenlose. Die Buchstaben M, g, y und j stechen aus dem Standard-Formenkanon dieser Schriftklasse heraus, aber auch die leicht tiefhängende Taille und das unterschiedliche Verhältnis von großer Ober- und kleiner Unterlänge stellen Besonderheiten dar – Zutaten, die Yanone aus dem Konzept der Stille zog und die entscheidend für die ruhige und klare Wirkung der Schrift sind.

Das heimliche Highlight der Schrift ist jedoch ihr Sprachausbau. Über 400 lateinische, arabische, kyrillische und griechische Sprachen sind enthalten, wobei bereits der Name einen Schwerpunkt auf den arabischen Teil erahnen lässt.

Fazit

Sukoon ist Typografie als Empfindung. Sie ist entstanden aus einem Moment der Stille – und will diesen Moment in möglichst viele Winkel der Welt entsenden. Nicht als Ornament, sondern als Ausdruck. Nicht nur als Handwerk, sondern auch als Kunst. Wenn man genau hinsieht, spürt man vielleicht ein wenig von der Klarheit, der Schönheit und der Ruhe, aus dem sie geboren wurde.

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