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Interview mit TwoPoints.net über Verantwortung

Foto: Gerhard Kassner

Das spanisch-deutsche Duo (beruflich und privat) TwoPoints.Net, bestehend aus Lupi Asensio und Martin Lorenz stellte auf der TYPO 2012 ihre Arbeit vor. TwoPoints.Net ist ein Designbüro, mit Sitz in Barcelona und einem Ableger in Berlin. Was Verantwortung für die beiden bedeutet, erzählen sie in unserem Interview.

Die Meinungen darüber wie viel Verantwortung ein Designer gegenüber der Gesellschaft trägt, gehen oft auseinander. Wie schätzt ihr den Stellenwert visueller Kommunikation im Rahmen gesellschaftlicher Verantwortung ein?

Zunächst einmal ist jeder Teil der Gesellschaft und trägt damit auch gesellschaftliche Verantwortung. Es spielt keine Rolle, ob er im Büro sitzt oder zuhause am Küchentisch. Unser gesellschaftliches Handeln ist immer weniger auf das eigene Land beschränken und hat Konsequenzen auf internationalem Niveau.

Der visuellen Kommunikation muss auf verschiedenen Ebenen eine besondere Verantwortung zugeschrieben werden. Es fängt damit an, dass man sich überlegen muss, ob und wie man für wen kommuniziert. Man kann sich nicht hinter seinem Kunden verstecken und so zum Komplizen werden. Der Designer organisiert und kontrolliert außerdem Produktionsprozesse, so dass er die Möglichkeit hat, die umweltschonendste Produktionsart zu wählen. Darüber hinaus hat Design unserer Meinung nach auch eine kulturelle Verantwortung. Es hat die Möglichkeit formal innovative Lösungen in die Straße zu tragen und damit auch die Nicht-Museumsgänger visuell zu bilden.

Ihr arbeitet von Spanien aus, das bekanntermaßen von der Wirtschaftskrise besonders betroffen ist. Wie hat sich eure Arbeit dadurch verändert?

Wir arbeiten fast ausschliesslich international, so dass wir nicht von der lokalen Wirtschaft abhängig sind. Wir hoffen, in Zukunft allerdings immer wieder spanische Kunden zu haben, die unter vernünftigen Bedingungen mit uns zusammenarbeiten wollen. Mit staatlichen Institutionen wird das wegen der Kürzungen im kulturellen Bereich immer schwieriger werden. Allerdings ist der finanzielle Punkt nur einer unter vielen. Am wichtigsten ist das Vertrauen, dass uns entgegen gebracht wird. Ohne dieses kann kein gutes Projekt entstehen und ohne gute Projekte würde uns viel von unserer Lebensqualität verloren gehen.

In Spanien gibt es eine extrem hohe Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten. Wie sieht der Arbeitsmarkt in Spanien für Berufseinsteiger (besonders im kreativen Umfeld) aus?

Schlecht. Mit wenigen Ausnahmen muss jeder Berufseinsteiger zunächst ein Praktikum absolvieren, das in vielen Fällen einer unterbezahlten Arbeitsstelle gleicht. In diesem Punkt unterscheidet sich Barcelona vielleicht gar nicht mal so sehr von anderen deutschen Hauptstädten. Der Unterschied ist allerdings, dass Barcelona nach wie vor eine der teuersten Großstädte Europas ist und viele junge Leute dazu zwingt, wieder zurück zu ihren Eltern zu ziehen. Wir empfehlen allen unseren Studenten, nicht nur den spanischen, für ein Jahr ins Ausland zu gehen und persönliche und berufliche Erfahrungen zu sammeln.

Wieviel Verantwortung trägt jeder Mitarbeiter bei euch? Arbeitet ihr immer als Team an jedem Projekt oder werden die Aufträge auf das Kernteam aufgeteilt und jeder trägt die Verantwortung für sein eigenes Projekt?

TwoPoints.Net ist ein kleines Design Büro. TwoPoints.Net sind Lupi und Martin in Barcelona und Raby und ein weiterer Mitarbeiter in Berlin. Ab und zu haben wir Praktikanten, aber nie mehr als zwei und dann auch nur für drei Monate. Der Vorteil an einem kleinen Team, das sich gut kennt, ist, dass sich Arbeitsabläufe sehr natürlich und schnell entwickeln. Es ist nicht schwierig, das Berliner Büro bei größeren Aufträgen mit einzubinden.

Wie sucht ihr eure Projekte aus? Gibt es ethische Gesichtspunkte nach denen ihr Kunden evaluiert?

Neben den Arbeitsverhältnissen, die uns geboten werden, muss das Projekt interessant und von uns ethisch vertretbar sein. Es wurde uns angeboten für Zigaretten und Alkohol Werbung zu machen, beide Aufträge haben wir abgelehnt.

Es ist einfacher für mittelständische Unternehmen zu arbeiten, da die Entscheidungswege kürzer sind und es leichter überschaubar bleibt, wie die Firma arbeitet. Sobald man einen großen Kunden hat, ist es kaum zu überblicken, wo und wie produziert wird und in welche anderen Unternehmen die Firma verstrickt ist.

Das große und internationale Netzwerk an Menschen zeichnet TwoPoints.Net aus. Was sind die Vor- und Nachteile mit Menschen zusammenzuarbeiten, die nicht in physischer Nähe sind?

Es hilft ungemein, wenn man sich zumindest einmal persönlich kennengelernt hat. Man weiss dann viel besser, wie man eine Email von dieser Person zu lesen hat. Sobald man sich an diese Form der Kommunikation gewöhnt hat, ist sie wesentlich effizienter. Eine Email kann man lesen wenn man Zeit hat. Man kann sie überall empfangen. Man kann sie mehrmals lesen und sich auf sie berufen. Auch das Email- schreiben kann sehr hilfreich sein, Gedanken zu ordnen und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Wenn man sich nicht klar ausdrücken kann, dann liegt das wahrscheinlich daran, dass man seinen Gedanken noch nicht zu Ende gedacht hat.

Glaubt ihr, dass Leute mit Berufserfahrung, die Verantwortung haben, ihr Wissen in Form von Workshops oder Lehre im Allgemeinen weiterzugeben?

Nein, es macht keinen Sinn, dass jeder mit Berufserfahrung unterrichtet. Es sollte nur derjenige unterrichten, der auch unterrichten kann und will. Die Verantwortung entsteht erst sobald man sich dazu entschieden hat, anderen Menschen dabei zu helfen zu lernen. Denn darum geht es beim Lehren, Menschen in ihrem Lernprozess zu unterstützen.

http://twopoints.net

Das Interview führten Nadine Roßa, Patrick Marc Sommer, Nicole Zimmermann

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