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Design Methoden Finder – Online-Tool für Gestalter

11.10.2010 - 12:22

Tino Söffing, Marcel Ottmann, Wolfram Nagel und Valentin Fischer sind Studenten im ersten Mastersemester “Communication Planning and Design” an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Im Hauptkurs des ersten Semesters „Prozessanalytisches Projekt“ sollten sie auf anraten des betreuenden Professors Hans Krämer Methoden festhalten (z.B. in einem Notizbuch), die sie während des Semesterprojekts anwenden.

Methodenorientiertes Arbeiten gehört zur Ausbildung im Masterstudiengang. Da das Projekt noch nicht definiert war, haben sie sich dazu entschlossen, Designmethoden zum Hauptprojekt zu machen und sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Entstanden ist das wirklich vorzeigbare Online-Tool «Designmethodenfinder».

Während der Recherche hat das Team festgestellt, dass man in unterschiedlichsten Quellen Informationen zu Designmethoden findet. Sie haben Informationen zu über 300 Designmethoden gefunden. Diese sind teilweise schwer zugänglich, sehr umfangreich und/oder unübersichtlich und auf keinen Fall einheitlich – und deshalb sehr schwer zu erfassen. Die meisten Quellen, die Designmethoden behandeln sind hauptsächlich methodenorientiert, d.h. sie beschreiben seitenweise wie die Methode durchzuführen ist.

Was uns als Designer interessiert ist zunächst nicht die Methode, sondern wie wir ein Problem/Aufgabe lösen können. Deshalb war es für das Team wichtig, dass man die Applikation mit den Bestandteilen eines Problems füttern kann und daraufhin Methoden vorgeschlagen bekommt, die bei der Lösung helfen können. Das Ziel war es eine übersichtliche, benutzerfreundliche, praktikable und effiziente Sammlung der wichtigsten Methoden im Arbeitsumfeld eines Designers zu erstellen. Es wurden rund 60 repräsentative Methoden ausgewählt, um den Umfang anfangs überschaubar zu halten.

Für das Projekt hatte das Team rund drei Monate Zeit – von der Idee bis zur Finalisierung. Von Anfang an war es ihnen wichtig, dass nicht “nur” ein Interface- und Interaktionskonzept entworfen wird (wie es in Studienprojekten oft der Fall ist), sondern dass die Applikation am Ende auch tatsächlich benutzt werden kann (dazu waren also Konzeption, Realisierung und Inhalt notwendig).

Grob geschätzt haben sie alleine rund 100 Manntage in Methodenrecherche, Inhalte und Verschlagwortung investiert. Es wurden rund 300 wichtige Begriffe definiert und für die Verschlagwortung jeder einzelnen Methode mit jedem dieser Tags gegengeprüft. Das sind auch die Begriffe, die über die Auto-Suggest-Funktion vorgeschlagen werden. Eine Volltextsuche ist zusätzlich implementiert. Zu diesem Aufwand für den Inhalt kamen dann noch Konzeption, Layout, Design und Umsetzung hinzu.

Am Anfang haben sie sich überlegt wie sie die unterschiedlichen Beschreibungen aus unterschiedlichsten Quellen einheitlich und übersichtlich darstellen können und welche Zugänge für die potentiellen Anwender sinnvoll sind. Dabei war es ihnen wichtig, dass die Informationen auf den Detailseiten der Methodenbeschreibungen schnell erfasst werden können. Der Anwender kann sich innerhalb kürzester Zeit ein Bild von der Methode machen (Headline, Kurzbeschreibung, Bild und Storyboard-Comic). Details erfährt er in den ausführlicheren Beschreibungen oder über weitere Schlagwörter, Vor-/Nachteile und weiterführende Links.

Während der Konzeption wurden unterschiedliche Interaktions- und Navigationskonzepte diskutiert. Über mehrere Brainstorming- und Sketching-Phasen haben sie sich mittels Wireframes schrittweise an das finale Layout angenähert. Um das Layout und die Interaktion zu testen durften mehrere Versuchspersonen eine pre-Alpha Version in Form eines Flash Prototypen testen, bei dem die Mausbewegungen und Klicks getrackt wurden. Auf Basis dieser Mausbewegungen und des Feedbacks der Testpersonen wurde die Gestaltung und Interaktion verbessert. Im gesamten Prozess haben sie bewusst unterschiedlichste Designmethoden ausprobiert – da dies ja ohnehin zum Kern des Kurses Prozessanalyse gehören.

In der Anwendung gibt es mehrere Zugänge – je nach Kenntniss-Stand der Anwender. Für “Anfänger” gibt es die Schublade mit Suchvorschlägen der relevantesten Schlagwörter. Man kann aber auch direkt in das Suchfeld Begriffe eintragen. Über Auto-Suggest werden dem Anwender die bereits erwähnten rund 300 getaggten Suchbegriffe vorgeschlagen. Nach jeder Worteingabe bekommt der Anwender direkt Rückmeldung wie viele potentielle Suchergebnisse sein aktueller “Such-String” liefern würde (die kleine Zahl oben rechts in den Tags und im Suchbutton). Die Suchbegriffe werden im Suchergebnis über kleine Quadrate repräsentiert. Die Navigation soll Spass machen und dem Anwender höchstmögliche Orientierung bieten – erste Rückmeldungen zeigen, dass dies gelungen ist.

Zusätzlich zur Listenansicht der Suchergebnisse wollte das Team weitere Zugänge schaffen. Besonders wichtige Kriterien zur Auswahl geeigneter Methoden sind Themenschwerpunkt und Aufwand/Nutzen. Über die beiden Diagramme lassen sich alternative Methoden finden, die man bisher evtl. noch nicht kannte oder die einem im ersten Moment nicht einfallen. Wenn man zum Beispiel eine Methode vorgeschlagen bekommt, dieser aber beispielsweise zu teuer ist, kann man über die beiden Diagramme beispielsweise nach einer weniger aufwändigen Alternative suchen, die ähnliche Informationen für ein Projekt liefern kann.

Die Anwendung ist für eine hohe Bildschirmauflösung konzipiert und komplett in Flash realisiert. Das Team würde gerne eine iPhone bzw. Smartphone-Version (alternativ auch für iPad) umsetzen. Dafür sind sie auf der Suche nach interessierten Partnern. Die Daten selbst liegen im XML-Format vor und könnten problemlos für mobile Endgeräte und kleinere Auflösungen verwendet werden. Auf jeden Fall wird das Projekt weiter ausgebaut und mit weiteren Features ausgestattet (was die Version 0.9 schon andeutet).

Mehr Informationen erhaltet ihr auf der offiziellen Website:
http://www.designmethodenfinder.de


2,326

Multiscreen Experience

[...] letzten Jahr haben wir euch hier im Blog den Design Methoden Finder – ein Online-Tool für Gestalter vorgestellt. Die Arbeit entstand als Projekt im ersten [...]

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Christian Hartmann ist Partner und Co-Founder von Dmig und arbeitet als Freelance Art Director in München. In den letzten Jahren war er als Designer in führenden Positionen tätig, ist Co-Founder eines Internet-Startups und berät Unternehmen in Sachen Online-Konzeption, Design und Business Development. Christian beschäftigt sich mit aktuellen Web-Trends und Technologien und bloggt seit 2004.

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