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Fragen an Illustratoren: Laura Serra

Wie war dein Einstieg in die Branche und was war dein erster Job?

Schwierig zu sagen, wenn man mit 2 Jahren angefangen hat zu zeichnen… aber offiziell, habe ich meine Ausbildung zur staatlich geprüften Mediengestalterin 2003 und mein 3 Jahre Berufskolleg zur staatlich gepr. Grafik-Designerin 2006 abgeschlossen. Der Einstieg in die Berufswelt war ruppig und mit recht vielen Tiefen und äußerst wenigen Höhen.
Meinen ersten Job als Illustratorin hatte ich mit 7 einhalb. Ich sollte für einen netten Herrn ein Einhorn zeichnen. Ich bekam 2 D-Mark dafür.

Arbeitest du hauptsächlich als Illustrator oder hast du noch andere Schwerpunkte und falls ja, welche?

Ja, ich arbeite hauptsächlich als Illustratorin und »Lettering Artist«, aber da ich meine 2 Ausbildungen erfolgreich geschafft habe, arbeite ich bei Bedarf als Grafik-Designerin, zum Beispiel für den Blog »the Mid-Century Modernist«.

Auf welchen Themenbereich hast du dich spezialisiert? Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Mit welchen Techniken arbeitest du?

Am liebsten und meisten zeichne ich Handschriften. Und diese mit Bleistiften (3H, H, B, und 6B). Aber Kunden fragen deutlich öfter nach Portraits, also habe ich den Themenbereich Portrait etwas spezialisiert. Sie machen mir aber beide viel Freude.
Ich setze mich nicht so gerne in ganz festen Stilen fest, da ich mich so schrecklich gerne weiterentwickle und neues ausprobiere.

Digital oder Analog?

Beides! Eigentlich je nach Laune. Meistens arbeite ich mit Bleistift und/oder Filzstift auf 190–220g/qm Papier, baue mit selbstgespritzten Tusche-Klecksen Collagen oder zeichne vom Scanner verschluckte Schraffierungen mit dem Grafik-Tablett nach.

Gibt es ein Objekt, ein Thema, das für dich besonders schwer zu zeichnen ist?

Zeichnungen, die mit Räumlichkeit zu tun haben. Darin bin ich eine beindruckende Niete.

Wie ist dein Arbeitsprozess für eine Illustration?

Private Arbeiten: Ich habe ein Gefühl, ein Wort oder ein Zitat im Kopf, das mich nicht mehr loslässt und dann zeichne ich los. Und daran zeichne ich so lange bis ich zufrieden bin oder zumindest nicht mehr weiter weiß.

Was passiert, wenn einem Kunden deine Illustration überhaupt nicht gefällt?

Es ist mir noch nicht passiert oder vielleicht habe ich das nur erfolgreich verdrängt. Normalerweise erwarte ich von Kunden, dass sie mir Bespiele schicken. Entweder von meiner eigenen Portfolio-Seite oder irgendwelche Skizzen, die ich in meiner Flickr Galerie vergraben habe, oder Illustrationen von anderen Künstlern, von denen ich mich »inspirieren« lassen soll. Dann verstehe ich was der Kunde dann mehr oder weniger will. Ist ja nicht so schwer. Aber Ja. Was würde passieren? Ich würde mich ärgern, nachdenken, mit dem Kunden »brainstormen«, reden, mehr Kaffee trinken, Bleistift spitzen und das ganze nochmal neu machen.

Welche Tipps kannst du jemandem geben der Illustrator werden möchte?

Ich weiß selbst nicht genau, ob ich’s richtig mache, aber glücklich bin ich allemal, weil ich zeichne, was mir spaß macht. Also vermute ich, dass mein Tipp wäre: »Zeichne was dir Spaß macht, versuche wirklich, wirklich gut darin zu werden und such’ dir dann einen Agenten, der dich Repräsentiert. Und höre nie auf zu üben und zu lernen.«

Wie gewinnt man als Illustrator Kunden?

Ich stelle meine aktualisierten Arbeiten auf ganz viele Plattformen und Portfolioseiten rein, wie CargoCollective, Flickr, Computerlove, Letterplayground, Glossom, Dropr, Portfolio.info und sowas. Bisher wurde ich von Kunden gefunden und habe auch noch ganz gut zu tun. Aber ich muss sagen, dass ich es bevorzugen würde von einem Agenten repräsentiert zu werden.

Wo ist für dich der Unterschied zwischen Kunst und Illustration?

Gibt es einen? Ich dachte immer Illustration ist eine Sparte der Kunst.

Laura Serra
http://www.lauraserra.org

Interviewserie mit Fragen von Nadine Roßa und Patrick Marc Sommer