Kuriose Geschichten hinter bekannten Verpackungen
Hinter vielen berühmten Verpackungen stecken Geschichten, die kaum jemand kennt. Manche Designs entstanden aus Notwendigkeit, andere hingegen aus einem Zufall, der sich später als Glücksfall herausstellte.
Ein bekanntes Beispiel ist die Coca-Cola-Flasche. Anfang des 20. Jahrhunderts sahen sich die meisten Getränkeflaschen zum Verwechseln ähnlich, und Konkurrenzprodukte wurden oft in fast identischen Flaschen verkauft. 1915 schrieb Coca-Cola deshalb einen Wettbewerb aus: Gesucht war eine Flaschenform, die so einzigartig war, dass man sie selbst im Dunkeln ertasten konnte. Gewonnen hat die Root Glass Company mit der bauchigen Form, die sich bis heute kaum verändert hat.
Der Designer Raymond Loewy war später auch an einer anderen berühmten Neugestaltung beteiligt: der Zigarettenpackung Lucky Strike. Ursprünglich war die Verpackung grün. Wie Lucky Strike Tabak im Laufe der Zeit zeigte, wurde daraus 1942 ein weißer Hintergrund mit rotem Kreis. Offiziell hieß es, die Metalle in der grünen Druckfarbe würden für die Kriegsproduktion benötigt. Tatsächlich zeigten Marktstudien aber schon vorher, dass die grüne Verpackung bei Frauen als Käufergruppe nicht gut ankam. Der Kriegsgrund lieferte dann einen zusätzlichen, patriotisch klingenden Anlass für den Wechsel.
Auch das Toblerone-Logo hat ein Geheimnis, das lange kaum jemandem auffiel. Zwischen dem Berg und dem Schriftzug versteckt sich ein Bär, ein kleiner Verweis auf die Herkunftsstadt Bern, der bereits seit dem Jahr 2000 dort zu finden ist. Richtig bekannt wurde er allerdings erst 2017, als ein Tweet dazu viral ging und viele das Logo daraufhin zum ersten Mal genauer in Augenschein genommen haben.
Fredric Baur, der Chemiker, der die Pringles-Dose entwickelte, war so stolz auf seine Erfindung, dass er sich nach seinem Tod darin beisetzen lassen wollte. Seine Familie erfüllte ihm diesen Wunsch: 2008 wurde ein Teil seiner Asche tatsächlich in einer Original-Pringles-Dose beerdigt. Der Rest kam in eine klassische Urne.
Als aus einer Zigaretten-Alternative ein Kinderspielzeug wurde
Der PEZ-Spender sah ursprünglich übrigens auch völlig anders aus, als man ihn heute kennt. 1927 erfand der Österreicher Eduard Haas PEZ als Pfefferminzbonbon für Erwachsene. Es sollte eine gesündere Alternative zum Rauchen sein. Passend dazu bekam der erste Spender 1949 die Form eines Feuerzeugs, mit dem Werbesprüchen wie „Rauchen verboten, PEZen erlaubt“. Erst als sich das Bonbon in den USA vor allem bei Kindern beliebt machte, ersetzte man den Feuerzeug-Kopf durch bunte Comicfiguren, und aus der Raucher-Alternative wurde eines der bekanntesten Sammelobjekte der Welt.
Weitere Kuriositäten
Manche Verpackungen haben noch ganz andere Hintergründe, die man normalerweise nicht vermuten würde:
- Cerealien-Maskottchen auf Kinderfrühstücksboxen schauen laut einer Studie oft leicht nach unten, weil sie die Augenhöhe von Kindern im Supermarktregal treffen sollen.
- Einige Senfmarken gestalteten ihre Gläser lange Zeit bewusst ohne Schraubverschluss und mit bauchiger Form, sodass sie sich nach dem Leeren als Trinkglas weiterverwenden ließen. Vor einigen Jahren stellte man jedoch auf Schraubverschluss um, und seitdem taugen die Gläser nicht mehr als Trinkgefäß.
- Pralinenschachteln, wie wir sie heute kennen, gehen auf den belgischen Chocolatier Jean Neuhaus zurück. Er entwickelte bereits 1915 die erste stabile Pappschachtel, damit Pralinen beim Transport nicht mehr beschädigt wurden.
Auch Farben werden psychologisch geschickt von den Herstellern eingesetzt. So wirken blaue Verpackungen auf viele Käufer automatisch vertrauenswürdiger, weshalb sie besonders häufig bei Reinigungsmitteln oder Medikamenten zum Einsatz kommen. Rot dagegen weckt Aufmerksamkeit und Appetit und wird gern in der Lebensmittelbranche eingesetzt, zum Beispiel für Ketchup oder Fast-Food-Verpackungen.
