Berufsbild Grafikdesigner – alles, was du darüber wissen musst

0 Comments Blog 07.05.2018 - 11:52 Uhr

Quelle: Canva

Traumberuf für kreative und eigenständige Köpfe?

In diesem Artikel stellen wir dir das Berufsbild des Grafikdesigners vor: Was macht ein Grafikdesigner genau, wie wird man es, welche Fähigkeiten braucht man dazu und wie ist das Potenzial, damit ein gutes Einkommen zu erzielen? All das und mehr erfährst du in diesem Artikel.

Beruf des Grafikdesigners kompakt erklärt

1. Was ist Grafikdesign und was macht man als Grafikdesigner?

Jede und jeder hat wohl eine Vorstellung davon, was mit Grafikdesign gemeint ist – schließlich ist im Begriff “Grafikdesign” das Wesentliche bereits enthalten: Es geht um das Designen oder Gestalten von Grafiken.

Hier beginnt aber der spannende Teil, denn nicht jeder Grafikdesigner beschäftigt sich mit den gleichen Dingen. Während sich die Einen eher auf klassische Printgrafiken und gedruckte Grafiken wie Plakate, Prospekte, Verpackungen oder Anzeigen fokussieren, arbeiten andere Grafikdesigner überwiegend im digitalen Bereich und gestalten Grafiken für Webseiten und Apps.

Besonders im Online-Bereich hat die Nachfrage nach Grafikdesigner in den letzten Jahren stark zugenommen, denn immer mehr Unternehmen haben erkannt, wie wichtig ein visuell überzeugender Webauftritt ist. Grafikdesigner sind zur Stelle, wenn es um die Erstellung jeglicher Art von Grafiken geht, seien es Logos, Visualisierungen, Animationen und mehr.

2. Wie arbeiten Grafikdesigner – angestellt oder selbständig?

Grafikdesign ist ein kreativer Beruf und zieht entsprechend viele freiheitsliebende und unabhängig denkende Menschen an. Das ist einer der Gründe, weshalb viele Grafikdesigner als Freelancer, respektive Freiberufler unterwegs sind, und ihre Services selbständig an den Mann bringen.

Natürlich gibt es auch eine große Zahl an Grafikdesignern, die als Angestellte arbeiten – zum Beispiel in Agenturen, Medien- oder Marketingunternehmen. Doch der überwiegende Teil der Grafikdesigner arbeitet heutzutage freiberuflich und auf eigene Faust.

Selbständige Grafikdesigner genießen zwar viele Freiheiten und mehr Selbstbestimmung, sie tragen aber in vielen Bereichen auch mehr Risiko als Angestellte. So gehören auch Kundenakquise, Rechnungsstellung und Buchhaltung zu den Grafikdesigner Aufgaben und sie müssen sich auch selber um Kranken- und Sozialversicherung kümmern.

Quelle: Getty Images Pro

3. Welche Skills braucht man, um Grafikdesigner zu werden?

Die Arbeit als Grafikdesigner erfordert ein ganz eigenes “Skillset”, handelt es sich doch um einen Beruf, der hohe Anforderungen an Kreativität und technisches Geschick stellt. Besonders wegen des schnellen Wandels im Online-Bereich müssen sich Grafikdesigner immer wieder mit neuen Tools und Herausforderungen auseinandersetzen.

Wer Grafikdesigner werden möchte, der sollte folgende Eigenschaften, respektive Fähigkeiten besitzen:

  • Ausgeprägte kreative Skills und die Fähigkeit, abstrakte Ideen “auf Papier zu bringen”.
  • Kommunikative Fähigkeiten, um Kundenwünsche richtig zu verstehen und individuelle Lösungen umzusetzen.
  • Wenn möglich Fremdsprachenkenntnisse, da gerade im Online-Bereich und in größeren Marketingunternehmen Englisch weit verbreitet und deshalb wichtig ist. Für Grafikdesigner besonders praktisch sind dabei Online Lernplattformen wie Preply.de, da sie sich hier unkompliziert die nötigen Sprachkenntnisse für eine internationale Grafikdesign-Karriere aneignen können.
  • Sorgfalt und Genauigkeit, wenn es um die detailgetreue Gestaltung, den Entwurf und das Zeichnen von Grafiken geht.
  • Technisches Flair und starke Anwenderkenntnisse in Design-Programmen wie Adobe Photoshop, Illustrator oder InDesign.

4. Ausbildung oder Quereinstieg? So wird man Grafikdesigner

Kommen wir zur Frage, wie man eigentlich Grafikdesigner wird und welche Ausbildung man dazu braucht. Die Antwort ist nicht ganz simpel, denn es gibt ganz verschiedene Wege, wie man Grafikdesigner werden kann.

Im Gegensatz zu Berufen wie Arzt oder Anwalt ist derjenige des Grafikdesigners nicht staatlich geregelt und jeder kann sich im Prinzip Grafikdesigner nennen. Der Vorteil ist, dass man dadurch nicht an eine vorgegebene schulische oder universitäre Ausbildung gebunden ist, sondern theoretisch auch als Quereinsteiger im Bereich Grafikdesign starten kann.

Wie in anderen digital-affinen Berufen zählt nämlich auch bei Grafikdesignern: Skills sind wichtiger als Qualifikationen. Während man also in einem Grafikdesign-Kurs oder einem Studium zwar viele wichtige Fähigkeiten erwerben kann, so ist das Vorweisen von Qualifikationen gerade bei freiberuflichen Grafikdesigner meist nebensächlich.

Viel wichtiger ist das Demonstrieren von Skills und das Vorweisen von eigenen Arbeiten, die Kunden von den eigenen Fähigkeiten überzeugen. Gerade für das Arbeiten im Online Bereich ist dafür ein überzeugendes Portfolio sowie das Gestalten einer eigenen Website entscheidend.

Dennoch: Wer eine Karriere als angestellter Grafikdesigner in einem Medien- oder PR-Unternehmen anstrebt, für den ist eine formale Ausbildung oder ein Studium als Grafikdesigners oft unumgänglich. Denn während Grafikdesign-Kunden auf Freelance-Plattformen wie Twago, Projektwerk oder Upwork mittlerweile wenig Wert auf Qualifikationen legen, so sieht das bei traditionellen Medienunternehmen oft noch etwas anders aus.

Folgende Ausbildungswege stehen für Grafikdesigner offen, die eine Karriere im eher klassischen Bereich anstreben:

  • Schulische Ausbildung zum Grafikdesigner
  • Weiterbildung zum Techniker Fachrichtung Druck- und Medientechnik
  • Weiterbildung zum Medienfachwirt Print
  • Weiterbildung zum Industriemeister Fachrichtung Printmedien
  • Studium an einer Fachhochschule oder Universität

Denk daran, dass die meisten Ausbildungen zum Grafikdesigner unbezahlt sind und man meist Geld für Kursgebühren, Material und andere Ausgaben aufwenden muss. Es kann deshalb sinnvoll sein, einen Kurs oder eine Ausbildung neben einer Teilzeittätigkeit zu absolvieren – und sich vielleicht bereits als Quereinsteiger zu versuchen.

Quelle: Jacob Lund

5. Was verdienen Grafikdesigner?

Ein wichtiger Aspekt bei der Wahl eines Berufs ist natürlich immer das Einkommenspotenzial und die Aufstiegschancen, die einem dieser bietet. Wegen der sehr unterschiedlichen Ausbildungswege und Arbeitsbedingungen von Grafikdesignern ist es aber schwierig, hier eine klare Aussage zu machen – denn das Verdienstspektrum ist sehr breit.

Folgende Einflussfaktoren spielen eine maßgebliche Rolle beim Bestimmen des Einkommens eines Grafikdesigners:

  • Angestellt oder selbständig? Während sich das Einkommen von angestellten Grafikdesignern innerhalb eines gewissen Bereichs bewegt, so ist das Spektrum bei Selbständigen viel größer und reicht von 20 Euro pro Stunde bis zu über 200 Euro pro Stunde.
  • Qualifikationen und Ausbildung: Grafikdesigner mit akademischer Ausbildung können bei einer Anstellung mit einem Einstiegslohn von durchschnittlich 2’250 Euro rechnen. Ohne akademischen Abschluss kann man mit 1’600 bis 2’250 Euro rechnen. Auch Weiterbildungen können sich positiv im Einkommen niederschlagen.
  • Auch Wohnort und Alter können Einfluss auf das Einkommen als Grafikdesigner haben.
    Mit durchschnittlich 1500 bis 3300 Euro ist das durchschnittliche Gehalt von Grafikdesigner nicht gerade atemberaubend. Gerade in Einstiegsposition muss man sich oft mit recht mickrigen Löhnen zufriedengeben.

Erst mit zunehmendem Aufstieg in der Karriereleiter und der Übernahme von wichtigen Funktionen in einem Unternehmen sind auch höhere Einkommen in Reichweite.

Generell kann man sagen, dass selbständige Grafikdesigner zwar meist mit einem relativ geringen Verdienst starten, mit der Zeit aber viele angestellte Grafikdesigner bezüglich Einkommen übertreffen. Das hängt damit zusammen, dass Selbständige selbst für ihren Erfolg verantwortlich sind und bei guter Leistung und solider Nachfrage auch höhere Preise verlangen können.

Wer also finanziell hoch hinaus will, der muss entweder als freiberuflicher Grafikdesigner richtig “Gas geben” oder sich aber nach einem Beruf umschauen, bei dem die Einkommensperspektiven für Einsteiger etwas höher sind.

6. Ist Grafikdesigner der richtige Beruf für mich?

Diese Frage kannst natürlich nur du selber beantworten – wir wollen dir aber etwas helfen, indem wir die einmal die größten Vor- und Nachteile des Grafikdesigner-Berufs aufzeigen. Auf der Plusseite haben wir Folgendes:

  • Grafikdesign gehört zu den kreativsten Berufen überhaupt. Wer eine Leidenschaft dafür hat, Ideen auf Papier zu bringen und schöpferisch tätig zu sein, für den ist Grafikdesign wohl ein idealer Beruf.
  • Grafisches Design gehört zu den meist gefragtesten Skills in 2020. Nicht erst seit Corona ist die Bedeutung von Online-Grafiken und visuell ansprechenden Webauftritten enorm gestiegen und immer mehr Unternehmen investieren Geld in gutes Grafikdesign.
  • Gerade die Arbeit als freiberuflicher Grafikdesigner lässt viel Spielraum für Selbstverwirklichung und Eigenbestimmung offen: Du bestimmst selber, für wen, woran und wann du arbeitest.
  • Für Grafikdesigner mit ausgeprägten Skills, die mit viel Hingabe und “Drive” arbeiten, besteht die Chance, sich eine solide Karriere und ein sehr gutes Einkommen zu erzielen.
  • Die Arbeit als freiberuflicher Grafikdesigner im Online-Bereich ist meist komplett ortsunabhängig. Das heißt, du kannst arbeiten, wann und wo du möchtest und bist nicht zum Pendeln in ein Büro gezwungen. Ob Arbeiten von zu Hause im Home-Office oder als digitaler Nomade in Bali – alles ist möglich.

Neben diesen Vorteilen gibt es aber auch ein paar Schattenseiten des Grafikdesigner-Berufs, die man kennen sollte:

  • Die Konkurrenz unter Grafikdesignern ist relativ groß und die Gewinnmargen eher niedrig, was im Vergleich zu anderen Branchen wie zum Beispiel IT und Web-Entwicklung zu eher unterdurchschnittlichen Löhnen und Einkommen führt.
  • Als Grafikdesigner kann man nicht immer nur kreativ sein, sondern muss sich oft strikt an die Vorgaben von Kunden halten.
  • Es ist nicht ganz einfach, als Quereinsteiger zu starten und als selbständiger Grafikdesigner Fuß zu fassen. Man muss zuerst einmal die nötigen Skills besitzen und wissen, wie man an Kunden und Aufträge kommt. Danach ist der nächste Schritt, sich einen Namen zu machen und sich ein erfolgreiches Grafikdesign-Business aufzubauen – was einige Hürden mit sich bringt.
  • Gerade als selbständiger Grafikdesigner trägt man viel Verantwortung und ist oft mit finanziellem Druck konfrontiert. Man kann sich im Gegensatz zu einem Angestellten nicht auf ein stabiles Einkommen verlassen und muss stets dafür sorgen, dass genügend Geld in die eigene Kasse fließt.

Fazit: Grafikdesign ist ein spannender Beruf – birgt aber auch einige Herausforderungen in sich

Nach der Lektüre dieses Artikels solltest du ein besseres Bild haben, was den Beruf des Grafikdesigners ausmacht und mit welchen Voraussetzungen und Herausforderungen man als Grafikdesigner konfrontiert ist. Wir haben gesehen, dass Grafikdesign zwar sehr viele Möglichkeiten bietet – gerade für kreative Menschen, die sich mit oder ohne Ausbildung selbst verwirklichen wollen.

Auf der anderen Seite ist es aber kein Selbstläufer, als Grafikdesigner erfolgreich zu werden und damit ein gutes Einkommen zu erzielen. Nur wer ausgeprägte Skills, viel Ausdauer und Geschick hat, wird am Ende als Grafikdesigner erfolgreich und zufrieden sein.

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